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Sūkta 9.1 

svā́diṣṭʰayā mádiṣṭʰayā pávasva soma dʰā́rayā |
índrāya pā́tave sutáḥ || 1||



1. Im Strom, o Soma, riesle hin,
    im lieblichsten, im süssesten,
    Dem Indra zum Genuss gepresst.



rakṣohā́ viśvácarṣaṇirabʰí yónimáyohatam |
drúṇā sadʰástʰamā́sadat || 2||



2. Der Menschen schirmt, Gespenster tilgt,
    liess auf den erzgefügten Schooss
    Den Sitz sich nieder durch das Holz.



varivodʰā́tamo bʰava máṃhiṣṭʰo vr̥trahántamaḥ |
párṣi rā́dʰo magʰónām || 3||



3. Sei du es, der am besten schenkt,
    die Feinde schlägt und Freiheit schafft,
    Der Reichen Gabe fördre du.



abʰyàrṣa mahā́nāṃ devā́nāṃ vītímándʰasā |
abʰí vā́jamutá śrávaḥ || 4||



4. Mit Somatränken rinne du
    zum Mahl der grossen Götter hin,
    Zur Labung und zur Herrlichkeit.



tvā́mácʰā carāmasi tádídártʰaṃ divédive |
índo tvé na āśásaḥ || 5||



5. Zu diesem Zwecke gehen wir
    an jedem Tage hin zu dir,
    Auf dich, o Indu, hoffen wir.



punā́ti te parisrútaṃ sómaṃ sū́ryasya duhitā́ |
vā́reṇa śáśvatā tánā || 6||



6. Der Sonne Tochter reinigt dir
    den Soma, der in stetem Lauf
    Hin durch des Widders Wolle strömt.



támīmáṇvīḥ samaryá ā́ gr̥bʰṇánti yóṣaṇo dáśa |
svásāraḥ pā́rye diví || 7||



7. Ihn fassen zehn verschwisterte,
    zehn schlanke Jungfraun in den Kampf
    Am Tage der Entscheidung an.



támīṃ hinvantyagrúvo dʰámanti bākuráṃ dŕ̥tim |
tridʰā́tu vāraṇáṃ mádʰu || 8||



8. Die unvermählten senden ihn
    und sprühen auf den Lederschlauch
    Den starken dreigemischten Trank.



abʰī̀mámágʰnyā utá śrīṇánti dʰenávaḥ śíśum |
sómamíndrāya pā́tave || 9||



9. Und diesem Kalbe mischen nun
    die Kühe zu die warme Milch,
    Dem Soma für des Indra Trunk.



asyédíndro mádeṣvā́ víśvā vr̥trā́ṇi jigʰnate |
śū́ro magʰā́ ca maṃhate || 10||



10. In seinem Rausch erschlägt der Held
    die Feinde alle, und es theilt
    Die reichen Güter Indra aus.






Sūkta 9.2 

pávasva devavī́ráti pavítraṃ soma ráṃhyā |
índramindo vŕ̥ṣā́ viśa || 1||



1. In Eile riesle durch das Sieb
    den Gott erlabend, Soma, hin,
    In Indra, Indu, dring' als Hengst.



ā́ vacyasva máhi psáro vŕ̥ṣendo dyumnávattamaḥ |
ā́ yóniṃ dʰarṇasíḥ sadaḥ || 2||



2. Zum grossen Mahle quillt hervor,
    o Indu, als der schönste Hengst
    Und setz dich kräftig in den Schooss.



ádʰukṣata priyáṃ mádʰu dʰā́rā sutásya vedʰásaḥ |
apó vasiṣṭa sukrátuḥ || 3||



3. Es melkte liebe Süssigkeit
    der Strom des holden Saftes sich,
    Der weise hüllte sich in Flut.



mahā́ntaṃ tvā mahī́ránvā́po arṣanti síndʰavaḥ |
yádgóbʰirvāsayiṣyáse || 4||



4. Es strömen Wasserfluten dir,
    dem grossen grosse Ströme nach,
    Wenn du in Milch dich kleiden willst.



samudró apsú māmr̥je viṣṭambʰó dʰarúṇo diváḥ |
sómaḥ pavítre asmayúḥ || 5||



5. Uns freundlich klärt sich wie ein Meer
    in Wassern Soma, in dem Sieb,
    Er, der den Himmel stützt und hält.



ácikradadvŕ̥ṣā hárirmahā́nmitró ná darśatáḥ |
sáṃ sū́ryeṇa rocate || 6||



6. Schon wieherte der goldne Hengst,
    der gross und schön wie Mitra ist,
    Und leuchtet mit der Sonne gleich.



gírasta inda ójasā marmr̥jyánte apasyúvaḥ |
yā́bʰirmádāya śúmbʰase || 7||



7. Werkthät'ge Lieder werden dir,
    o Indu, kräftig ausgeschmückt,
    Mit denen du zum Rausche strahlst.



táṃ tvā mádāya gʰŕ̥ṣvaya u lokakr̥tnúmīmahe |
táva práśastayo mahī́ḥ || 8||



8. Drum wünschen wir, der Raum du schaffst,
    zum muntern Rausche dich herbei,
    Gross ist die Gunst, die du gewährst.



asmábʰyamindavindrayúrmádʰvaḥ pavasva dʰā́rayā |
parjányo vr̥ṣṭimā́m̐ iva || 9||



9. Uns riesle, Indra-liebender,
    o Indu, mit des Methes Strom
    Der regenschwangern Wolke gleich.



goṣā́ indo nr̥ṣā́ asyaśvasā́ vājasā́ utá |
ātmā́ yajñásya pūrvyáḥ || 10||



10. Du, Indu, schenkest Rind und Ross
    und Männer uns und Nahrung auch,
    Des Opfers Seele warst du stets.






Sūkta 9.3 

eṣá devó ámartyaḥ parṇavī́riva dīyati |
abʰí dróṇānyāsádam || 1||



1. Es flieget der Unsterbliche
    gleich einem Vogel hier der Gott,
    Zu setzen in die Kufen sich.



eṣá devó vipā́ kr̥tó'ti hvárāṃsi dʰāvati |
pávamāno ádābʰyaḥ || 2||



2. Gezeugt vom Priester rieselnd strömt
    durch das Geflecht der Wolle hin
    Der Gott, der unverletzliche.



eṣá devó vipanyúbʰiḥ pávamāna r̥tāyúbʰiḥ |
hárirvā́jāya mr̥jyate || 3||



3. Gestriegelt wird der rieselnde
    von frommen Sängern dieser Gott,
    Zum Wettlauf als ein lichtes Ross.



eṣá víśvāni vā́ryā śū́ro yánniva sátvabʰiḥ |
pávamānaḥ siṣāsati || 4||



4. Er strebt nach allen Gütern hin,
    sie zu erbeuten wie ein Held
    Mit Streiterschar, der rieselnde.



eṣá devó ratʰaryati pávamāno daśasyati |
āvíṣkr̥ṇoti vagvanúm || 5||



5. Zu Wagen fährt der rieselnde,
    und huldvoll zeigt sich dieser Gott,
    Er lässt erschallen sein Getön.



eṣá víprairabʰíṣṭuto'pó devó ví gāhate |
dádʰadrátnāni dāśúṣe || 6||



6. In Wasser taucht sich dieser Gott,
    gepriesen von der Sängerschar,
    Und spendet Schatz dem Huldiger.



eṣá dívaṃ ví dʰāvati tiró rájāṃsi dʰā́rayā |
pávamānaḥ kánikradat || 7||



7. Er ist's, der durch den Himmel rinnt,
    im Strome durch die Lüfte dringt,
    Es wiehert laut der rieselnde.



eṣá dívaṃ vyā́sarattiró rájāṃsyáspr̥taḥ |
pávamānaḥ svadʰvaráḥ || 8||



8. Er ist's, der durch den Himmel strömt
    und durch die Lüfte unverwehrt,
    An Opfern reich der rieselnde.



eṣá pratnéna jánmanā devó devébʰyaḥ sutáḥ |
háriḥ pavítre arṣati || 9||



9. Er ist es, der nach alter Art,
    ein Gott für Götter ausgepresst,
    Goldfarben durch die Seihe fliesst.



eṣá u syá puruvrató jajñānó janáyanníṣaḥ |
dʰā́rayā pavate sutáḥ || 10||



10. Und dieser wirkungsreiche Gott,
    der kaum gezeugt, Erquickung zeugt,
    Im Strome rieselt er gepresst.






Sūkta 9.4 

sánā ca soma jéṣi ca pávamāna máhi śrávaḥ |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 1||



1. Erbeute, Soma, und erwirb
    dir grossen Ruhm, o rieselnder,
    Und mach' uns reicher nun an Gut.



sánā jyótiḥ sánā svàrvíśvā ca soma saúbʰagā |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 2||



2. Gewinne Glanz, gewinne Licht,
    o Soma, alles hohe Glück
    Und mach' uns reicher nun an Gut.



sánā dákṣamutá krátumápa soma mŕ̥dʰo jahi |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 3||



3. Gewinne Macht, gewinne Kraft,
    o Soma, schlag' die Feinde fort,
    Und mach' uns reicher nun an Gut.



pávītāraḥ punītána sómamíndrāya pā́tave |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 4||



4. Auf, läutert nun ihr Läuterer
    den Soma zu des Indra Trunk,
    Er mach' uns reicher nun an Gut.



tváṃ sū́rye na ā́ bʰaja táva krátvā távotíbʰiḥ |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 5||



5. O schenke du uns Sonnenlicht,
    durch deine Kraft und deine Gunst
    Und mach' uns reicher nun an Gut.



táva krátvā távotíbʰirjyókpaśyema sū́ryam |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 6||



6. Durch deine Kraft und deine Gunst
    lass lange uns die Sonne sehn
    Und mach' uns reicher nun an Gut.



abʰyàrṣa svāyudʰa sóma dvibárhasaṃ rayím |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 7||



7. O schönbewehrter, ströme her,
    o Soma, zwiefach grossen Schatz
    Und mach' uns reicher noch an Gut.



abʰyàrṣā́napacyuto rayíṃ samátsu sāsahíḥ |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 8||



8. O ström uns, unbezwinglichen,
    in Schlachten siegreich Schätze zu
    Und mach' uns reicher noch an Gut.



tvā́ṃ yajñaíravīvr̥dʰanpávamāna vídʰarmaṇi |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 9||



9. Durch Opfer hat man dich gestärkt
    im weiten Raum, o rieselnder
    Und mach' uns reicher nun an Gut.



rayíṃ naścitrámaśvínamíndo viśvā́yumā́ bʰara |
átʰā no vásyasaskr̥dʰi || 10||



10. O Indu, bring uns reichen Schatz
    an Rossen, allerquickenden,
    Und mach' uns reicher nun an Gut.






Sūkta 9.5 

sámiddʰo viśvátaspátiḥ pávamāno ví rājati |
prīṇánvŕ̥ṣā kánikradat || 1||



1. Der überall entflammte Herr,
    der rieselnde, erstrahlet weit,
    Der Hengst, der wiehernd uns erfreut.



tánūnápātpávamānaḥ śŕ̥ṅge śíśāno arṣati |
antárikṣeṇa rā́rajat || 2||



2. Sohn seiner selbst, der rieselnde,
    die Hörner wetzend fliesst er hin
    hellleuchtend durch die weite Luft.



īḷényaḥ pávamāno rayírví rājati dyumā́n |
mádʰordʰā́rābʰirójasā || 3||



3. Der preisenswerthe, rieselnde,
    erstrahlet als ein heller Schatz
    Im Strom des süssen Tranks mit Kraft.



barhíḥ prācī́namójasā pávamāna str̥ṇánháriḥ |
devéṣu devá īyate || 4||



4. Im Osten breitet er die Streu,
    der Gott eilt zu den Göttern hin,
    Der goldne, kräftig rieselnde.



údā́tairjihate br̥háddvā́ro devī́rhiraṇyáyīḥ |
pávamānena súṣṭutāḥ || 5||



5. Aus ihren Rahmen öffnen sich
    die goldnen Götterthore weit,
    Gepriesen von dem rieselnden.



suśilpé br̥hatī́ mahī́ pávamāno vr̥ṣaṇyati |
náktoṣā́sā ná darśaté || 6||



6. Auf Nacht und Morgen stürzt als Stier,
    die schönen, weiten, herrlichen,
    Die grossen sich der rieselnde.



ubʰā́ devā́ nr̥cákṣasā hótārā daívyā huve |
pávamāna índro vŕ̥ṣā || 7||



7. Die beiden Männer-schauenden,
    die Götterpriester rufe ich;
    Ein Stier ist Indu, wenn er rinnt.



bʰā́ratī pávamānasya sárasvatī́ḷā mahī́ |
imáṃ no yajñámā́ gamantisró devī́ḥ supéśasaḥ || 8||



8. Des rieselnden Sarasvati,
    die grosse Ida, Bharati,
    Die drei geschmückten Göttinnen,
    sie mögen unserm Opfer nahn.



tváṣṭāramagrajā́ṃ gopā́ṃ puroyā́vānamā́ huve |
índuríndro vŕ̥ṣā háriḥ pávamānaḥ prajā́patiḥ || 9||



9. Den Hüter Tvaschtar rufe ich,
    den erstgebornen Führer ihn,
    Indu ist Indra, Stier und Ross,
    der rieselnde der Wesen Herr.



vánaspátiṃ pavamāna mádʰvā sámaṅgdʰi dʰā́rayā |
sahásravalśaṃ háritaṃ bʰrā́jamānaṃ hiraṇyáyam || 10||



10. Den Waldesbaum, o rieselnder,
    benetze mit dem süssen Strom,
    Den goldnen, feuerfarbenen,
    der hell mit tausend Zweigen glänzt.



víśve devāḥ svā́hākr̥tiṃ pávamānasyā́ gata |
vāyúrbŕ̥haspátiḥ sū́ryo'gníríndraḥ sajóṣasaḥ || 11||



11. Zum Heiles-ruf des rieselnden,
    o Götter, alle kommt herbei,
    Der Wind, Gebetsherr, Sonnengott,
    Agni und Indra im Verein.






Sūkta 9.6 

mandráyā soma dʰā́rayā vŕ̥ṣā pavasva devayúḥ |
ávyo vā́reṣvasmayúḥ || 1||



1. Mit munterm Strome riesele,
    o Soma, durch die Wolle hin,
    Uns liebend und den Göttern hold.



abʰí tyáṃ mádyaṃ mádamíndavíndra íti kṣara |
abʰí vājíno árvataḥ || 2||



2. Den starken Rauschtrank ströme du
    den Indra rufend, Indu, her
    Und schnelle Rosse uns herbei.



abʰí tyáṃ pūrvyáṃ mádaṃ suvānó arṣa pavítra ā́ |
abʰí vā́jamutá śrávaḥ || 3||



3. Und ströme diesen ersten Trank,
    gepresster, durch die Seihe her,
    Und Gut und Nahrung uns herbei.



ánu drapsā́sa índava ā́po ná pravátāsaran |
punānā́ índramāśata || 4||



4. Ihm strömten Indu-Tropfen nach,
    wie Wasser an dem Felsenhang;
    Geklärt erreichten Indra sie.



yámátyamiva vājínaṃ mr̥jánti yóṣaṇo dáśa |
váne krī́ḷantamátyavim || 5||



5. Ihn, welchen wie ein schnelles Ross
    die zehn Jungfrauen reinigen,
    Der durch die Seihe hüpft ins Holz,



táṃ góbʰirvŕ̥ṣaṇaṃ rásaṃ mádāya devávītaye |
sutáṃ bʰárāya sáṃ sr̥ja || 6||



6. Den milchgemischten Trank ergiess,
    der wie ein Stier mit Kühen eilt,
    Den Göttern bring' er Rausch beim Mahl.



devó devā́ya dʰā́rayéndrāya pavate sutáḥ |
páyo yádasya pīpáyat || 7||



7. Dem Gotte Indra rieselt zu
    im Strom der Gott, der Somasaft,
    Damit er nähre seine Kraft.



ātmā́ yajñásya ráṃhyā suṣvāṇáḥ pavate sutáḥ |
pratnáṃ ní pāti kā́vyam || 8||



8. Als Opfers Seele rieselt er
    in Eile, der gepresste Trank,
    Er schützt die alte Seherkraft.



evā́ punāná indrayúrmádaṃ madiṣṭʰa vītáye |
gúhā ciddadʰiṣe gíraḥ || 9||



9. Den Indra liebend, so geklärt,
    zum Mahle, Rausch erregendster,
    Nimmst du die Lieder in dich auf.






Sūkta 9.7 

ásr̥gramíndavaḥ patʰā́ dʰármannr̥tásya suśríyaḥ |
vidānā́ asya yójanam || 1||



1. Gesprengt sind Indu's auf den Pfad,
    die schönen nach des Rechtes Brauch,
    Wohl kennend dieses Gottes Fahrt.



prá dʰā́rā mádʰvo agriyó mahī́rapó ví gāhate |
havírhavíṣṣu vándyaḥ || 2||



2. Des Methes Strom, der beste Trank,
    er taucht sich in die grosse Flut,
    Der Guss, der Güsse rühmlichster.



prá yujó vācó agriyó vŕ̥ṣā́va cakradadváne |
sádmābʰí satyó adʰvaráḥ || 3||



3. Voreilend dem gesellten Lied,
    laut wiehert in der Flut der Hengst,
    Das wahre Opfer eilt zum Sitz.



pári yátkā́vyā kavírnr̥mṇā́ vásāno árṣati |
svàrvājī́ siṣāsati || 4||



4. Wenn Weisheit rings der weise strömt,
    mit Manneskräften angethan,
    Dann strebt der Held nach Himmelsglanz.



pávamāno abʰí spŕ̥dʰo víśo rā́jeva sīdati |
yádīmr̥ṇvánti vedʰásaḥ || 5||



5. Der rieselnde, er hält im Zaum
    die Feinde, wie sein Volk der Fürst,
    Wenn ihn die Priesterschar erregt.



ávyo vā́re pári priyó hárirváneṣu sīdati |
rebʰó vanuṣyate matī́ || 6||



6. Hin durch die Widderwolle setzt
    das liebe Ross sich in das Holz,
    Der Sänger eifert mit Gebet.



sá vāyúmíndramaśvínā sākáṃ mádena gacʰati |
ráṇā yó asya dʰármabʰiḥ || 7||



7. Wer sich an dessen Bräuchen freut,
    der geht zu Indra, Vaju hin,
    Zum Ritterpaar mit seinem Trank.



ā́ mitrā́váruṇā bʰágaṃ mádʰvaḥ pavanta ūrmáyaḥ |
vidānā́ asya śákmabʰiḥ || 8||



8. Des Honigs Wellen rieseln hin
    zu Bhaga, Mitra, Varuna,
    Sich zeigend mit des Trankes Kraft.



asmábʰyaṃ rodasī rayíṃ mádʰvo vā́jasya sātáye |
śrávo vásūni sáṃ jitam || 9||



9. Gewinnt, o Erd' und Himmel, uns
    Vermögen, Güter, hohen Ruhm,
    Um zu empfahn des Trankes Kraft.






Sūkta 9.8 

eté sómā abʰí priyámíndrasya kā́mamakṣaran |
várdʰanto asya vīryàm || 1||



1. Die Somatränke strömten hier
    dem lieben Wunsch des Indra zu,
    Sie stärken seine Heldenkraft.



punānā́saścamūṣádo gácʰanto vāyúmaśvínā |
té no dʰāntu suvī́ryam || 2||



2. Wenn rein sie in den Schalen ruhn,
    zum Vaju, zu den Rittern gehn,
    So geben sie uns Heldenkraft.



índrasya soma rā́dʰase punānó hā́rdi codaya |
r̥tásya yónimāsádam || 3||



3. Des Indra Herz, o Soma,
    treib gereinigt du zum Schenken an,
    Zu setzen sich im Schooss des Rechts.



mr̥jánti tvā dáśa kṣípo hinvánti saptá dʰītáyaḥ |
ánu víprā amādiṣuḥ || 4||



4. Es striegeln die zehn Finger dich,
    und sieb'n Gebete spornen dich,
    Es jauchzten dir die Sänger zu.



devébʰyastvā mádāya káṃ sr̥jānámáti meṣyàḥ |
sáṃ góbʰirvāsayāmasi || 5||



5. Dich, der du strömst durchs Widderfell,
    umkleiden wir mit Milch der Kuh,
    Zum Rausche für die Götter dich.



punānáḥ kaláśeṣvā́ vástrāṇyaruṣó háriḥ |
pári gávyānyavyata || 6||



6. Gereinigt in den Schalen hat
    der rothe, goldne sich gehüllt
    In Kleidung, die der Kuh entstammt.



magʰóna ā́ pavasva no jahí víśvā ápa dvíṣaḥ |
índo sákʰāyamā́ viśa || 7||



7. O riesle unsern Fürsten zu,
    und schlage alle Hasser fort,
    Geh, Indu, ein in deinen Freund.



vr̥ṣṭíṃ diváḥ pári srava dyumnáṃ pr̥tʰivyā́ ádʰi |
sáho naḥ soma pr̥tsú dʰāḥ || 8||



8. Vom Himmel ströme Regen her
    und Reichthum von der Erde Grund,
    In Schlachten, Soma, gib uns Kraft.



nr̥cákṣasaṃ tvā vayámíndrapītaṃ svarvídam |
bʰakṣīmáhi prajā́míṣam || 9||



9. Dich Männer schaunden flehen wir,
    den Indra trinkt, der Glanz verschafft:
    Lass Kind und Nahrung uns empfahn.






Sūkta 9.9 

pári priyā́ diváḥ kavírváyāṃsi naptyòrhitáḥ |
suvānó yāti kavíkratuḥ || 1||



1. Des Himmels weiser Seher wird
    ans Töchterpaar gefügt und geht
    Gepresst zu lieben Labungen.



prápra kṣáyāya pányase jánāya júṣṭo adrúhe |
vītyàrṣa cániṣṭʰayā || 2||



2. Auf, ströme zum berühmten Sitz,
    willkommen dem gerechten Mann
    Mit sehr beliebter Speisung hin.



sá sūnúrmātárā śúcirjātó jāté arocayat |
mahā́nmahī́ r̥tāvŕ̥dʰā || 3||



3. Die Aeltern hellt der lichte Sohn,
    geboren die geborenen,
    Er, gross, die grossen, heiligen.



sá saptá dʰītíbʰirhitó nadyò ajinvadadrúhaḥ |
yā́ ékamákṣi vāvr̥dʰúḥ || 4||



4. Durch sieben Bräuche eingesetzt,
    erquickt die holden Ströme er,
    Durch die das eine Auge wächst.



tā́ abʰí sántamástr̥taṃ mahé yúvānamā́ dadʰuḥ |
índumindra táva vraté || 5||



5. Den Indu strömten, Indra, sie,
    den siegenden zu deinem Dienst
    Den jungen dir dem alten zu.



abʰí váhnirámartyaḥ saptá paśyati vā́vahiḥ |
krívirdevī́ratarpayat || 6||



6. Der Gott, der fährt, der stürmend fährt,
    beschaut die sieben Göttinnen,
    Der Somaschlauch ergötzte sie.



ávā kálpeṣu naḥ pumastámāṃsi soma yódʰyā |
tā́ni punāna jaṅgʰanaḥ || 7||



7. Hilf bei den Werken, Soma, uns,
    o Held, bekämpf' die Finsterniss,
    O lichter, schlage sie hinweg.



nū́ návyase návīyase sūktā́ya sādʰayā patʰáḥ |
pratnavádrocayā rúcaḥ || 8||



8. Dem jüngsten Sang, dem neusten Sang,
    ihm bahne grade Wege nun,
    Lass Lichter leuchten wie zuvor.



pávamāna máhi śrávo gā́máśvaṃ rāsi vīrávat |
sánā medʰā́ṃ sánā svàḥ || 9||



9. Gib grosses Gut, o rieselnder,
    gib Rind und Ross und Heldenschar,
    Und schenke Weisheit, schenke Licht.






Sūkta 9.10 

prá svānā́so rátʰā ivā́rvanto ná śravasyávaḥ |
sómāso rāyé akramuḥ || 1||



1. Wie Wagen rasselnd eilten sie,
    wie Renner strebend nach dem Ziel,
    Die Soma's zu den Schätzen hin.



hinvānā́so rátʰā iva dadʰanviré gábʰastyoḥ |
bʰárāsaḥ kāríṇāmiva || 2||



2. Sie strömten von den Armen aus
    den losgelassnen Wagen gleich,
    Und wie der Sänger Liederschar.



rā́jāno ná práśastibʰiḥ sómāso góbʰirañjate |
yajñó ná saptá dʰātŕ̥bʰiḥ || 3||



3. Die Soma's schmücken sich mit Milch,
    wie Könige mit Herrlichkeit,
    Wie sieben Opferer das Fest.



pári suvānā́sa índavo mádāya barháṇā girā́ |
sutā́ arṣanti dʰā́rayā || 4||



4. Die Indutränke rinnen rings,
    zum Rausch erzeugt, mit Macht und Schall
    Im Strome die gepressten hin.



āpānā́so vivásvato jánanta uṣáso bʰágam |
sū́rā áṇvaṃ ví tanvate || 5||



5. Erlangend des Vivasvat Glanz
    und zeugend den des Morgenroths,
    Dringt durch die Seihe hin der Saft.



ápa dvā́rā matīnā́ṃ pratnā́ r̥ṇvanti kārávaḥ |
vŕ̥ṣṇo hárasa āyávaḥ || 6||



6. Es thut der alten Sänger Schar
    die Thore der Gebete auf,
    Den Stier zu fassen rasch bemüht.



samīcīnā́sa āsate hótāraḥ saptájāmayaḥ |
padámékasya píprataḥ || 7||



7. Die Priester sitzen im Verein,
    mit sieben Schwestern eng verknüpft,
    Den Ort des einen füllen sie.



nā́bʰā nā́bʰiṃ na ā́ dade cákṣuścitsū́rye sácā |
kavérápatyamā́ duhe || 8||



8. Ich schmieg' mich Brust an Brust ihm an
    und lass das Aug' zur Sonne schaun,
    Des weisen Zweige melk' ich aus.



abʰí priyā́ diváspadámadʰvaryúbʰirgúhā hitám |
sū́raḥ paśyati cákṣasā || 9||



9. Er schauet mit der Sonne Blick
    vom Himmel auf den lieben Ort,
    Den Priester ins Versteck gelegt.






Sūkta 9.11 

úpāsmai gāyatā naraḥ pávamānāyéndave |
abʰí devā́m̐ íyakṣate || 1||



1. O Männer, diesem Indu singt
    Gesänge ihm, dem rieselnden,
    Den Göttern strebt er opfernd zu.



abʰí te mádʰunā páyó'tʰarvāṇo aśiśrayuḥ |
deváṃ devā́ya devayú || 2||



2. Die Priester haben wohl gemischt
    mit süssem Tranke deinen Saft,
    Den Gott dem Gotte gottgetreu.



sá naḥ pavasva śáṃ gáve śáṃ jánāya śámárvate |
śáṃ rājannóṣadʰībʰyaḥ || 3||



3. So riesle Heil für unser Vieh,
    für Männer Heil und für das Ross,
    O König, den Gewächsen Heil.



babʰráve nú svátavase'ruṇā́ya divispŕ̥śe |
sómāya gātʰámarcata || 4||



4. Dem flammenden, selbstkräftigen,
    dem rothen, der zum Himmel reicht,
    Dem Soma singet Lobgesang.



hástacyutebʰirádribʰiḥ sutáṃ sómaṃ punītana |
mádʰāvā́ dʰāvatā mádʰu || 5||



5. Den Soma reinigt, der gepresst
    von Hand-bewegten Steinen ist,
    Durchspült mit Süss den süssen Saft.



námasédúpa sīdata dadʰnédabʰí śrīṇītana |
índumíndre dadʰātana || 6||



6. Mit Ehrfurcht setzt euch zu ihm hin,
    und mischt mit warmen Molken ihn,
    Den Indu setzt dem Indra vor.



amitrahā́ vícarṣaṇiḥ pávasva soma śáṃ gáve |
devébʰyo anukāmakŕ̥t || 7||



7. Die Feinde schlagend, eifervoll,
    o Soma, riesle Heil dem Rind,
    Den Göttern wunscherfüllend zu.



índrāya soma pā́tave mádāya pári ṣicyase |
manaścínmánasaspátiḥ || 8||



8. Zum Trunk dem Indra wirst du rings
    zum Rausch, o Soma, ausgesprengt,
    den Geist erkennend, Geistes Herr!



pávamāna suvī́ryaṃ rayíṃ soma rirīhi naḥ |
índavíndreṇa no yujā́ || 9||



9. O Soma, schenk uns Heldenkraft
    und Reichthum uns, o rieselnder,
    Mit Indra, Indu; uns gesellt.






Sūkta 9.12 

sómā asr̥gramíndavaḥ sutā́ r̥tásya sā́dane |
índrāya mádʰumattamāḥ || 1||



1. Des Soma Tropfen sind entströmt,
    die Säfte in des Rechtes Sitz,
    Dem Indra die berauschendsten.



abʰí víprā anūṣata gā́vo vatsáṃ ná mātáraḥ |
índraṃ sómasya pītáye || 2||



2. Die Sänger haben haut geschrien
    nach Indra zu des Soma Trunk,
    Wie Mutterkühe nach dem Kalb.



madacyútkṣeti sā́dane síndʰorūrmā́ vipaścít |
sómo gaurī́ ádʰi śritáḥ || 3||



3. Begeistert, Rausch erregend weilt
    in Stromes Wellen in dem Sitz
    Der Soma mit der Kuh vereint.



divó nā́bʰā vicakṣaṇó'vyo vā́re mahīyate |
sómo yáḥ sukrátuḥ kavíḥ || 4||



4. Gewaltig zeigt der weise sich
    im Himmelssitz, im Widderfell,
    Ein Seher Soma, stark an Geist.



yáḥ sómaḥ kaláśeṣvā́m̐ antáḥ pavítra ā́hitaḥ |
támínduḥ pári ṣasvaje || 5||



5. Den Soma, der in Schalen,
    ruht, und welcher durch die Seihe rinnt,
    Nimmt Indu auf in seinen Arm.



prá vā́camínduriṣyati samudrásyā́dʰi viṣṭápi |
jínvankóśaṃ madʰuścútam || 6||



6. Und auf des Meeres Fläche hin,
    lässt Indu schallen seinen Sang,
    Erregt den methgefüllten Trog.



nítyastotro vánaspátirdʰīnā́mantáḥ sabardúgʰaḥ |
hinvānó mā́nuṣā yugā́ || 7||



7. Der Pflanzenfürst, dem Lob gebührt,
    weilt in der nektarreichen Milch,
    Den Menschenstämmen holdgesinnt.



abʰí priyā́ diváspadā́ sómo hinvānó arṣati |
víprasya dʰā́rayā kavíḥ || 8||



8. Der Soma strömet angespornt
    zu lieben Himmelsstätten hin,
    Der Seher mit des Priesters Strom.



ā́ pavamāna dʰāraya rayíṃ sahásravarcasam |
asmé indo svābʰúvam || 9||



9. Ertheil uns, Indu rieselnder,
    den Schatz, der tausendfach erglänzt
    Und schöne Hülfe uns gewährt.






Sūkta 9.13 

sómaḥ punānó arṣati sahásradʰāro átyaviḥ |
vāyóríndrasya niṣkr̥tám || 1||



1. Geklärt in tausend Strömen rinnt
    der Soma durch die Wolle hin
    Zu Indra-Vaju's Stelldichein.



pávamānamavasyavo vípramabʰí prá gāyata |
suṣvāṇáṃ devávītaye || 2||



2. Besingt, o hülfsbegierige,
    den rieselnden, begeisterten,
    Gepressten zu dem Göttermahl.



pávante vā́jasātaye sómāḥ sahásrapājasaḥ |
gr̥ṇānā́ devávītaye || 3||



3. Die Soma's, tausendfach an Glanz,
    sie rieseln hin zum Opferwerk,
    Gepriesen zu dem Göttermahl.



utá no vā́jasātaye pávasva br̥hatī́ríṣaḥ |
dyumádindo suvī́ryam || 4||



4. Und riesle uns zum Opferwerk,
    o Indu, reiche Tränke zu
    Und glanzbegabte Heldenmacht.



té naḥ sahasríṇaṃ rayíṃ pávantāmā́ suvī́ryam |
suvānā́ devā́sa índavaḥ || 5||



5. Die Götter Indu's mögen uns
    herrieseln tausendfaches Gut,
    Die ausgepressten, Heldenmacht.



átyā hiyānā́ ná hetŕ̥bʰirásr̥graṃ vā́jasātaye |
ví vā́ramávyamāśávaḥ || 6||



6. Wie Rosse, die der Lenker spornt,
    ergossen sie zum Opfer sich,
    Die raschen durch des Schafes Fell.



vāśrā́ arṣantī́ndavo'bʰí vatsáṃ ná dʰenávaḥ |
dadʰanviré gábʰastyoḥ || 7||



7. Die Indu's laufen rauschend hin
    wie Mutterkühe zu dem Kalb,
    Aus beiden Armen, strömen sie.



júṣṭa índrāya matsaráḥ pávamāna kánikradat |
víśvā ápa dvíṣo jahi || 8||



8. Berauschend und dem Indra lieb,
    laut wiehernd schlag', o rieselnder,
    Die Feinde alle weit hinweg.



apagʰnánto árāvṇaḥ pávamānāḥ svardŕ̥śaḥ |
yónāvr̥tásya sīdata || 9||



9. Fortschlagend die, die gottlos sind,
    ihr sonnengleichen, rieselnden,
    Im Schooss des Rechtes setzet euch.






Sūkta 9.14 

pári prā́siṣyadatkavíḥ síndʰorūrmā́vádʰi śritáḥ |
kāráṃ bíbʰratpuruspŕ̥ham || 1||



1. Der Seher strömte rings hervor,
    sich stützend auf des Stromes Flut,
    Erhebend viel begehrten Sang.



girā́ yádī sábandʰavaḥ páñca vrā́tā apasyávaḥ |
pariṣkr̥ṇvánti dʰarṇasím || 2||



2. Wenn die verwandten thätigen
    fünf Stämme mit dem Lobgesang
    Ausschmücken den gewaltigen.



ā́dasya śuṣmíṇo ráse víśve devā́ amatsata |
yádī góbʰirvasāyáte || 3||



3. Dann haben an des starken Saft
    sich alle Götter stets berauscht,
    Wenn er mit Milch umkleidet ist.



niriṇānó ví dʰāvati jáhacʰáryāṇi tā́nvā |
átrā sáṃ jigʰnate yujā́ || 4||



4. Er strömet niederrinnend ab,
    wenn er das Rohrgeflecht verlässt,
    Dann trifft er mit dem Freunde sich,



naptī́bʰiryó vivásvataḥ śubʰró ná māmr̥jé yúvā |
gā́ḥ kr̥ṇvānó ná nirṇíjam || 5||



5. Der durch Vivasvats Töchter sich
    gleich einem schönen Jüngling schmückt,
    Die Milch umnehmend wie ein Kleid.



áti śritī́ tiraścátā gavyā́ jigātyáṇvyā |
vagnúmiyarti yáṃ vidé || 6||



6. Sich schmiegend geht er quer hindurch
    begierig durch das feine Sieb,
    Erregend den gewohnten Schall.



abʰí kṣípaḥ sámagmata marjáyantīriṣáspátim |
pr̥ṣṭʰā́ gr̥bʰṇata vājínaḥ || 7||



7. Es nahten sich die Finger ihm,
    den Herrn des Trankes reinigend,
    Des Rosses Rücken fassten sie.



pári divyā́ni mármr̥śadvíśvāni soma pā́rtʰivā |
vásūni yāhyasmayúḥ || 8||



8. Umfassend alles Himmelsgut
    und, Soma, alles irdische,
    Uns Huld erweisend komme her.






Sūkta 9.15 

eṣá dʰiyā́ yātyáṇvyā śū́ro rátʰebʰirāśúbʰiḥ |
gácʰanníndrasya niṣkr̥tám || 1||



1. Er eilt mit Fleiss durchs feine Sieb
    mit raschem Wagen er, der Held,
    Dahin, wo er den Indra trifft.



eṣá purū́ dʰiyāyate br̥haté devátātaye |
yátrāmŕ̥tāsa ā́sate || 2||



2. Viel heil'ge Werke führt er aus
    für das erhabne Götterfest,
    Im Sitze der Unsterblichen.



eṣá hitó ví nīyate'ntáḥ śubʰrā́vatā patʰā́ |
yádī tuñjánti bʰū́rṇayaḥ || 3||



3. Er wird entsandt und fortgeführt
    auf seinem glanzbegabten Weg,
    Wenn ihn ergiessen Eifrige.



eṣá śŕ̥ṅgāṇi dódʰuvacʰíśīte yūtʰyò vŕ̥ṣā |
nr̥mṇā́ dádʰāna ójasā || 4||



4. Er wetzt die Hörner, schüttelt sie,
    der Stier der Heerde, wenn er sich
    Mit Mannesthaten kräftig schmückt.



eṣá rukmíbʰirīyate vājī́ śubʰrébʰiraṃśúbʰiḥ |
pátiḥ síndʰūnāṃ bʰávan || 5||



5. Mit goldnen Strahlen eilet er,
    mit glänzenden, das schnelle Ross,
    Er, welcher Herr der Ströme ist.



eṣá vásūni pibdanā́ páruṣā yayivā́m̐ áti |
áva śā́deṣu gacʰati || 6||



6. Wenn durch die Flocken er geeilt,
    so dringt zu festen Gütern er,
    Geht nieder in die Eimer dann.



etáṃ mr̥janti márjyamúpa dróṇeṣvāyávaḥ |
pracakrāṇáṃ mahī́ríṣaḥ || 7||



7. Ihn läutern, den man läutern muss,
    der grossen Labetrunk verschafft,
    Die Männer in dem Somatrog.



etámu tyáṃ dáśa kṣípo mr̥jánti saptá dʰītáyaḥ |
svāyudʰáṃ madíntamam || 8||



8. Ja ihn, den schönbewaffneten,
    ihn läutern, den berauschendsten,
    Zehn Finger, sieben Bräuche ihn.






Sūkta 9.16 

prá te sotā́ra oṇyò rásaṃ mádāya gʰŕ̥ṣvaye |
sárgo ná taktyétaśaḥ || 1||



1. In beide Schalen sandten dir
    die Presser Saft zum muntern Rausch;
    Das Ross schiesst wie ein Strom dahin.



krátvā dákṣasya ratʰyàmapó vásānamándʰasā |
goṣā́máṇveṣu saścima || 2||



2. Der weise lenkt der Kraft Gefährt,
    und seinen Saft in Wasser hüllt,
    Den Spender führen wir ins Sieb.



ánaptamapsú duṣṭáraṃ sómaṃ pavítra ā́ sr̥ja |
punīhī́ndrāya pā́tave || 3||



3. Den trocknen, der in Wassern siegt,
    den Soma giesse in das Sieb,
    Dem Indra läutre ihn zum Trunk.



prá punānásya cétasā sómaḥ pavítre arṣati |
krátvā sadʰástʰamā́sadat || 4||



4. Erglänzend als sich läutender
    ergiesst der Soma sich ins Sieb,
    Und setzt sich kräftig auf den Sitz.



prá tvā námobʰiríndava índra sómā asr̥kṣata |
mahé bʰárāya kāríṇaḥ || 5||



5. Zu dir ergossen demuthsvoll
    die Somatropfen, Indra, sich,
    die Sänger zu erhabnem Preis.



punānó rūpé avyáye víśvā árṣannabʰí śríyaḥ |
śū́ro ná góṣu tiṣṭʰati || 6||



6. Geklärt im wollnen Schmuckgewand,
    ergiessend aller Schönheit Glanz,
    Steht bei den Kühen er als Held.



divó ná sā́nu pipyúṣī dʰā́rā sutásya vedʰásaḥ |
vŕ̥tʰā pavítre arṣati || 7||



7. Der Strom des schöpferischen Tranks,
    der wie des Himmels Rücken schwillt,
    Ergiesst sich lustig in das Sieb.



tváṃ soma vipaścítaṃ tánā punāná āyúṣu |
ávyo vā́raṃ ví dʰāvasi || 8||



8. Gereinigt, Soma, fort und fort
    bei Menschen strömst dem weisen Gott
    Du durch des Widders Wolle zu.






Sūkta 9.17 

prá nimnéneva síndʰavo gʰnánto vr̥trā́ṇi bʰū́rṇayaḥ |
sómā asr̥gramāśávaḥ || 1||



1. Wie Flüsse am Gesenke hin,
    die Feinde tödtend, eifervoll
    Sind schnelle Soma's hingeströmt.



abʰí suvānā́sa índavo vr̥ṣṭáyaḥ pr̥tʰivī́miva |
índraṃ sómāso akṣaran || 2||



2. Zu Indra rann der Somatrank,
    wie Regen auf die Erde strömt,
    Die ausgepressten Tropfen hin.



átyūrmirmatsaró mádaḥ sómaḥ pavítre arṣati |
vigʰnánrákṣāṃsi devayúḥ || 3||



3. Hochwallend rinnt der Somatrank
    zur Seihe, der berauschende,
    Gespenster tilgend, Göttern hold.



ā́ kaláśeṣu dʰāvati pavítre pári ṣicyate |
uktʰaíryajñéṣu vardʰate || 4||



4. Er strömet in die Schalen hin,
    ergiesset durch die Seihe sich
    Und wächst durch Sprüche bei dem Fest.



áti trī́ soma rocanā́ róhanná bʰrājase dívam |
iṣṇánsū́ryaṃ ná codayaḥ || 5||



5. Du strahlst der Sonne gleich, die durch
    drei Räume auf zum Himmel steigt,
    Und eilend gleichsam treibst du sie.



abʰí víprā anūṣata mūrdʰányajñásya kārávaḥ |
dádʰānāścákṣasi priyám || 6||



6. Die Sänger haben dich begrüsst,
    die Dichter an des Fests Beginn;
    Erwünschtes zeigend deinem Blick.



támu tvā vājínaṃ náro dʰībʰírvíprā avasyávaḥ |
mr̥jánti devátātaye || 7||



7. So streicheln hülfesuchend dich,
    das Ross, die Männer durch Gebet
    Mit Lied die Sänger zu dem Fest.



mádʰordʰā́rāmánu kṣara tīvráḥ sadʰástʰamā́sadaḥ |
cā́rurr̥tā́ya pītáye || 8||



8. Dem Strom des Methes rinne nach,
    du starker, setz' dich auf den Sitz,
    Dem Heiligen beliebt zum Trunk.






Sūkta 9.18 

pári suvānó giriṣṭʰā́ḥ pavítre sómo akṣāḥ |
mádeṣu sarvadʰā́ asi || 1||



1. Der Berg – entstammte Soma rinnt
    gekeltert zu der Seihe hin;
    Bei den Gelagen schenkst du Heil.



tváṃ víprastváṃ kavírmádʰu prá jātámándʰasaḥ |
mádeṣu sarvadʰā́ asi || 2||



2. Du bist ein Sänger, Seher du,
    und Meth entspringt aus deinem Kraut;
    Bei den Gelagen schenkst du Heil.



táva víśve sajóṣaso devā́saḥ pītímāśata |
mádeṣu sarvadʰā́ asi || 3||



3. Die Götter alle im Verein,
    sie haben deinen Trunk erlangt;
    Bei den Gelagen schenkst du Heil.



ā́ yó víśvāni vā́ryā vásūni hástayordadʰé |
mádeṣu sarvadʰā́ asi || 4||



4. In seine Hände sind gelegt,
    Die schönen Schätze allzumal;
    Bei den Gelagen schenkst du Heil.



yá imé ródasī mahī́ sáṃ mātáreva dóhate |
mádeṣu sarvadʰā́ asi || 5||



5. Der dieses grosse Weltenpaar
    aussauget wie der Mutter Brust;
    Bei den Gelagen schenkst du Heil.



pári yó ródasī ubʰé sadyó vā́jebʰirárṣati |
mádeṣu sarvadʰā́ asi || 6||



6. Und der durch beide Welten rinnt
    an einem Tag mit Labungen;
    Bei den Gelagen schenkst du Heil.



sá śuṣmī́ kaláśeṣvā́ punānó acikradat |
mádeṣu sarvadʰā́ asi || 7||



7. Er wieherte, der feurige,
    gereiniget den Schalen zu;
    Bei den Gelagen schenkst du Heil.






Sūkta 9.19 

yátsoma citrámuktʰyàṃ divyáṃ pā́rtʰivaṃ vásu |
tánnaḥ punāná ā́ bʰara || 1||



1. Welch reiches preisenswerthes Gut,
    o Soma, Erd' und Himmel birgt,
    Das bring uns her, geläuterter!



yuváṃ hí stʰáḥ svàrpatī índraśca soma gópatī |
īśānā́ pipyataṃ dʰíyaḥ || 2||



2. Denn ihr, o Indra, Soma, seid
    des Himmels und der Heerden Herrn,
    Als Herrscher segnet das Gebet.



vŕ̥ṣā punāná āyúṣu stanáyannádʰi barhíṣi |
háriḥ sányónimā́sadat || 3||



3. Gereinigt bei den Menschen sitzt
    der goldne Hengst auf seinem Sitz,
    Laut wiehernd auf der Opferstreu.



ávāvaśanta dʰītáyo vr̥ṣabʰásyā́dʰi rétasi |
sūnórvatsásya mātáraḥ || 4||



4. Es rauschten die Gebete laut,
    des jungen Kalbes Mütter sie,
    Als seinen Samen liess der Stier.



kuvídvr̥ṣaṇyántībʰyaḥ punānó gárbʰamādádʰat |
yā́ḥ śukráṃ duhaté páyaḥ || 5||



5. Hat der geklärte Fracht gesetzt
    in Küh, die brünstig nach dem Stier,
    Und denen helle Milch entströmt?



úpa śikṣāpatastʰúṣo bʰiyásamā́ dʰehi śátruṣu |
pávamāna vidā́ rayím || 6||



6. Die fern sich halten, zieh' heran,
    den Feinden flösse Schrecken ein,
    Verleihe Reichthum, rieselnder!



ní śátroḥ soma vŕ̥ṣṇyaṃ ní śúṣmaṃ ní váyastira |
dūré vā sató ánti vā || 7||



7. Vernichte, Soma, Macht und Muth
    des Feindes, seine Jugendkraft,
    Mag nahe oder fern er sein.






Sūkta 9.20 

prá kavírdevávītayé'vyo vā́rebʰirarṣati |
sāhvā́nvíśvā abʰí spŕ̥dʰaḥ || 1||



1. Zum Göttermahle strömet er,
    der Weise, durch die Wolle hin,
    Die Feinde alle bändigend.



sá hí ṣmā jaritŕ̥bʰya ā́ vā́jaṃ gómantamínvati |
pávamānaḥ sahasríṇam || 2||



2. Denn tausendfache Labungen,
    an Rindern reiche führet er,
    Der rieselnde, den Sängern zu.



pári víśvāni cétasā mr̥śáse pávase matī́ |
sá naḥ soma śrávo vidaḥ || 3||



3. Das All umfängst du mit Verstand,
    mit weiser Absicht rieselst du;
    So schenk uns, Soma, reichen Schatz.



abʰyàrṣa br̥hádyáśo magʰávadbʰyo dʰruváṃ rayím |
íṣaṃ stotŕ̥bʰya ā́ bʰara || 4||



4. Den Opferherren ströme zu
    erhabnen Glanz und dauernd, Gut,
    Den Sängern bringe Labetrunk.



tváṃ rā́jeva suvrató gíraḥ somā́ viveśitʰa |
punānó vahne adbʰuta || 5||



5. Du drangst gleich mächt'gem Könige,
    o Soma, in die Lieder ein,
    Gereinigt, fahrend, wunderbar.



sá váhnirapsú duṣṭáro mr̥jyámāno gábʰastyoḥ |
sómaścamū́ṣu sīdati || 6||



6. Der unbesiegbar in der Flut,
    geläutert von, den Armen fährt,
    Setzt in die Schalen Soma sich.



krīḷúrmakʰó ná maṃhayúḥ pavítraṃ soma gacʰasi |
dádʰatstotré suvī́ryam || 7||



7. Gleich muterm Sieger gabenreich,
    o Soma, gehst du in das Sieb
    Und gibst dem Sänger Heldenkraft.






Sūkta 9.21 

eté dʰāvantī́ndavaḥ sómā índrāya gʰŕ̥ṣvayaḥ |
matsarā́saḥ svarvídaḥ || 1||



1. Die Somatropfen strömen hier,
    die lustigen, zu Indra hin,
    Berauschend, schaffend Himmelsglanz,



pravr̥ṇvánto abʰiyújaḥ súṣvaye varivovídaḥ |
svayáṃ stotré vayaskŕ̥taḥ || 2||



2. Abwehrend aller Feinde Schar,
    dem Presser spendend hohes Glück,
    Und selbst dem Sänger schaffend Kraft.



vŕ̥tʰā krī́ḷanta índavaḥ sadʰástʰamabʰyékamít |
síndʰorūrmā́ vyakṣaran || 3||



3. Die Tropfen springend voller Lust,
    zur einen Stätte rannen sie
    Hin mit des Stromes Wogendrang.



eté víśvāni vā́ryā pávamānāsa āśata |
hitā́ ná sáptayo rátʰe || 4||



4. Es haben diese rieselnden
    erlanget alles schöne Gut,
    Wie Rosse, die den Wagen ziehn.



ā́sminpiśáṅgamindavo dádʰātā venámādíśe |
yó asmábʰyamárāvā || 5||



5. Dem gebt, o Tropfen, goldnen Glanz,
    erfüllend seines Herzens Wunsch,
    Der unsre bösen Feinde tilgt.



r̥bʰúrná rátʰyaṃ návaṃ dádʰātā kétamādíśe |
śukrā́ḥ pavadʰvamárṇasā || 6||



6. Wie neues Rad der Künstler fügt,
    so spendet uns nach unserm Wunsch,
    Im Strome rieselt hell dahin.



etá u tyé avīvaśankā́ṣṭʰāṃ vājíno akrata |
satáḥ prā́sāviṣurmatím || 7||



7. Es haben diese laut gerauscht,
    die Rosse schon ihr Ziel erreicht,
    Des Frommen Andacht angeregt.






Sūkta 9.22 

eté sómāsa āśávo rátʰā iva prá vājínaḥ |
sárgāḥ sr̥ṣṭā́ aheṣata || 1||



1. Schon eilten diese Soma's hin,
    die schnellen, raschen Wagen gleich,
    Wie losgelassne Rennerschar,



eté vā́tā ivorávaḥ parjányasyeva vr̥ṣṭáyaḥ |
agnériva bʰramā́ vŕ̥tʰā || 2||



2. Sie, ausgedehnten Winden gleich,
    wie Regen aus dem Blitzgewölk,
    Wie Feuerflammen voller Lust.



eté pūtā́ vipaścítaḥ sómāso dádʰyāśiraḥ |
vipā́ vyānaśurdʰíyaḥ || 3||



3. Die hellen Soma's, milchgemischt,
    begeistert drangen sie hindurch
    Zu den Gebeten durch das Sieb.



eté mr̥ṣṭā́ ámartyāḥ sasr̥vā́ṃso ná śaśramuḥ |
íyakṣantaḥ patʰó rájaḥ || 4||



4. Gereinigt, die Unsterblichen,
    ob eilend auch, ermüden nicht,
    Durch Pfade dringend in die Luft.



eté pr̥ṣṭʰā́ni ródasorviprayánto vyā̀naśuḥ |
utédámuttamáṃ rájaḥ || 5||



5. Vorschreitend haben sie erreicht
    des Himmels und der Erde Höhn
    Und diesen höchsten Raum der Luft.



tántuṃ tanvānámuttamámánu praváta āśata |
utédámuttamā́yyam || 6||



6. Den höchsten Faden webend jetzt
    erreichten sie die Wolkenhöhn
    Und diesen höchsten Himmelsraum.



tváṃ soma paṇíbʰya ā́ vásu gávyāni dʰārayaḥ |
tatáṃ tántumacikradaḥ || 7||



7. Du, Soma, hast vor Geizigen
    das rinderreiche Gut bewahrt,
    Und das Gewebe rauscht durch dich.






Sūkta 9.23 

sómā asr̥gramāśávo mádʰormádasya dʰā́rayā |
abʰí víśvāni kā́vyā || 1||



1. Die schnellen Soma's sind entsandt
    im Strom des süssen Wonnetranks
    Zu allen Lobgesängen hin.



ánu pratnā́sa āyávaḥ padáṃ návīyo akramuḥ |
rucé jananta sū́ryam || 2||



2. Die alten muntern Wanderer
    der neusten Fussspur folgten sie,
    Die Sonne zeugten sie zum Glanz.



ā́ pavamāna no bʰarāryó ádāśuṣo gáyam |
kr̥dʰí prajā́vatīríṣaḥ || 3||



3. O bringe, rieselnder, uns her
    des gottvergessnen Feindes Schatz
    Und schaff uns kinderreiches Gut.



abʰí sómāsa āyávaḥ pávante mádyaṃ mádam |
abʰí kóśaṃ madʰuścútam || 4||



4. Die muntern Soma's lassen hell
    den Trank hinrieseln, der berauscht,
    Zur Kufe, die von Honig trieft.



sómo arṣati dʰarṇasírdádʰāna indriyáṃ rásam |
suvī́ro abʰiśastipā́ḥ || 5||



5. Der Soma strömet kraftbegabt,
    ergiessend Saft, den Indra liebt,
    Vor Fluch bewahrend, heldenreich.



índrāya soma pavase devébʰyaḥ sadʰamā́dyaḥ |
índo vā́jaṃ siṣāsasi || 6||



6. Dem Indra riesle, Soma du,
    den Göttern bei dem Opfermahl,
    O Indu, Kraft verleihst du gern.



asyá pītvā́ mádānāmíndro vr̥trā́ṇyapratí |
jagʰā́na jagʰánacca nú || 7||



7. Nach dem Genusse seines Safts
    schlug Indra ohne Widerstand
    Die Feinde, schlägt sie künftig auch.






Sūkta 9.24 

prá sómāso adʰanviṣuḥ pávamānāsa índavaḥ |
śrīṇānā́ apsú mr̥ñjata || 1||



1. Die Soma's sind hervorgeströmt,
    die milchgemischten, rieselnden,
    Zur Reinigung im Wasserbad.



abʰí gā́vo adʰanviṣurā́po ná pravátā yatī́ḥ |
punānā́ índramāśata || 2||



2. Milchtränke sind herangeströmt,
    wie Wasser auf geneigter Bahn,
    Geläutert zu dem Indra hin.



prá pavamāna dʰanvasi sóméndrāya pā́tave |
nŕ̥bʰiryató ví nīyase || 3||



3. Du strömest vor, o rieselnder,
    zum Trunk dem Indra, Soma du,
    Gelenkt von Männern und geführt.



tváṃ soma nr̥mā́danaḥ pávasva carṣaṇīsáhe |
sásniryó anumā́dyaḥ || 4||



4. Zum Weltbezwinger riesle hin
    o Soma, heldberauschender,
    Ein rühmenswerther Spender du.



índo yádádribʰiḥ sutáḥ pavítraṃ paridʰā́vasi |
áramíndrasya dʰā́mne || 5||



5. Wenn von den Steinen du gepresst,
    o Indu, durch die Seihe strömst,
    Bist du bereit für Indra's Schar.



pávasva vr̥trahantamoktʰébʰiranumā́dyaḥ |
śúciḥ pāvakó ádbʰutaḥ || 6||



6. O riesle, Feinde-tödtendster,
    durch Sprüche hoch zu rühmender,
    Erglänzend, flammend, wunderbar.



śúciḥ pāvaká ucyate sómaḥ sutásya mádʰvaḥ |
devāvī́ragʰaśaṃsahā́ || 7||



7. Erglänzend, flammend wird genannt
    des süssen Saftes Somatrank,
    Die Frevler schlagend, Göttern lieb.






Sūkta 9.25 

pávasva dakṣasā́dʰano devébʰyaḥ pītáye hare |
marúdbʰyo vāyáve mádaḥ || 1||



1. O riesle Kraft verleihend du
    zum Trunk den Göttern, goldiger!
    Zum Rausch den Maruts und dem Wind.



pávamāna dʰiyā́ hitò'bʰí yóniṃ kánikradat |
dʰármaṇā vāyúmā́ viśa || 2||



2. Mit Andacht, rieselnder, entsandt,
    entgegenwiehernd deinem Sitz,
    Geh ein in Vaju nach dem Brauch.



sáṃ devaíḥ śobʰate vŕ̥ṣā kavíryónāvádʰi priyáḥ |
vr̥trahā́ devavī́tamaḥ || 3||



3. Mit allen Göttern glänzt der Stier,
    der liebe Seher auf dem Sitz,
    Der Feinde schlägt und Götter labt.



víśvā rūpā́ṇyāviśánpunānó yāti haryatáḥ |
yátrāmŕ̥tāsa ā́sate || 4||



4. Annehmend alle Formen geht
    sich klärend der willkommene
    Zum Sitze der Unsterblichen.



aruṣó janáyangíraḥ sómaḥ pavata āyuṣák |
índraṃ gácʰankavíkratuḥ || 5||



5. Gesang erzeugend rieselt er,
    der Soma flammend, kraftbegabt,
    Zu Indra gehend einsichtsvoll.



ā́ pavasva madintama pavítraṃ dʰā́rayā kave |
arkásya yónimāsádam || 6||



6. Hell riesle, o berauschendster,
    zur Seihe, weiser du, im Strom,
    Zu sitzen in des Glanzes Schooss.






Sūkta 9.26 

támamr̥kṣanta vājínamupástʰe áditerádʰi |
víprāso áṇvyā dʰiyā́ || 1||



1. Gestriegelt haben sie das Ross
    jetzt in dem Schooss der Aditi,
    Die Sänger mit gespanntem Geist.



táṃ gā́vo abʰyànūṣata sahásradʰāramákṣitam |
índuṃ dʰartā́ramā́ diváḥ || 2||



2. Die Kühe jubelten ihm nach,
    dem ew'gen, tausendströmigen,
    Dem Indu, der den Himmel, trägt.



táṃ vedʰā́ṃ medʰáyāhyanpávamānamádʰi dyávi |
dʰarṇasíṃ bʰū́ridʰāyasam || 3||



3. Den Ordner, der am Himmel flammt,
    ihn trieben sie mit Andacht an,
    Den starken, welcher viele, nährt.



támahyanbʰuríjordʰiyā́ saṃvásānaṃ vivásvataḥ |
pátiṃ vācó ádābʰyam || 4||



4. In ihren Armen trieben sie
    Vivasvats Hausgenossen an,
    Durch Lied den treuen Liedesherrn.



táṃ sā́nāvádʰi jāmáyo háriṃ hinvantyádribʰiḥ |
haryatáṃ bʰū́ricakṣasam || 5||



5. Den goldnen treibt der Schwestern Schar
    durch Steine auf die Seihe hin,
    Den lieben, vielbeschauenden.



táṃ tvā hinvanti vedʰásaḥ pávamāna girāvŕ̥dʰam |
índavíndrāya matsarám || 6||



6. So treiben dich, den Liederfreund,
    die Dichter an, o rieselnder,
    Der, Indu, Indra du berauschst.






Sūkta 9.27 

eṣá kavírabʰíṣṭutaḥ pavítre ádʰi tośate |
punānó gʰnánnápa srídʰaḥ || 1||



1. Der Seher, der gepriesene,
    er träufelt auf die Seihe hin,
    Der Feindverscheucher, hell und klar.



eṣá índrāya vāyáve svarjítpári ṣicyate |
pavítre dakṣasā́dʰanaḥ || 2||



2. Er strömet Glanz gewinnend rings
    und Kraft verleihend durch das Sieb
    Dem Indra und dem Vaju zu.



eṣá nŕ̥bʰirví nīyate divó mūrdʰā́ vŕ̥ṣā sutáḥ |
sómo váneṣu viśvavít || 3||



3. Er wird von Männern in das Holz
    geführt, der allbesitzende,
    Soma, der Stier, des Himmels Haupt.



eṣá gavyúracikradatpávamāno hiraṇyayúḥ |
índuḥ satrājídástr̥taḥ || 4||



4. Er brüllt verlangend nach der Kuh,
    der rieselnde, voll, Gier nach Gold,
    Der Indu, siegreich; unbesiegt.



eṣá sū́ryeṇa hāsate pávamāno ádʰi dyávi |
pavítre matsaró mádaḥ || 5||



5. Er läuft am Himmel rieselnd hin
    im Wettlauf mit dem Sonnengott,
    Ins Sieb der Saft, der Rausch erregt.



eṣá śuṣmyàsiṣyadadantárikṣe vŕ̥ṣā háriḥ |
punāná índuríndramā́ || 6||



6. Er ist geströmt, der kräftige,
    der goldne Stier zu Indra hin,
    Indu, der lautre, durch die Luft.






Sūkta 9.28 

eṣá vājī́ hitó nŕ̥bʰirviśvavínmánasaspátiḥ |
ávyo vā́raṃ ví dʰāvati || 1||



1. Dies Ross, von Männern ausgesandt,
    des Geistes Herr, der alles weiss,
    Er strömet durch die Wolle hin.



eṣá pavítre akṣaratsómo devébʰyaḥ sutáḥ |
víśvā dʰā́mānyāviśán || 2||



2. Er strömet zu der Seihe hin,
    der Soma, Göttern ausgepresst,
    Und geht in alle Stätten ein.



eṣá deváḥ śubʰāyaté'dʰi yónāvámartyaḥ |
vr̥trahā́ devavī́tamaḥ || 3||



3. Es glänzet der unsterbliche,
    auf seinem Sitze dieser Gott,
    Der Feinde schlägt und Götter labt.



eṣá vŕ̥ṣā kánikradaddaśábʰirjāmíbʰiryatáḥ |
abʰí dróṇāni dʰāvati || 4||



4. Er läuft, der Hengst, der wiehernde,
    gelenkt von zehn verschwisterten,
    Nun zu den Somakufen hin.



eṣá sū́ryamarocayatpávamāno vícarṣaṇiḥ |
víśvā dʰā́māni viśvavít || 5||



5. Er zündete die Sonne an,
    der flammende, bewegliche,
    Der aller Stätten kundig ist.



eṣá śuṣmyádābʰyaḥ sómaḥ punānó arṣati |
devāvī́ragʰaśaṃsahā́ || 6||



6. Der starke, unverletzliche,
    der Soma strömt geklärt dahin,
    Der Frevler schlägt und Götter labt.






Sūkta 9.29 

prā́sya dʰā́rā akṣaranvŕ̥ṣṇaḥ sutásyaújasā |
devā́m̐ ánu prabʰū́ṣataḥ || 1||



1. Es fliessen seine Ströme vor,
    des starken Saftes kräftiglich,
    Des Tranks, der sich den Göttern beut.



sáptiṃ mr̥janti vedʰáso gr̥ṇántaḥ kārávo girā́ |
jyótirjajñānámuktʰyàm || 2||



2. Die Ordner, reinigen das Ross,
    die Sänger preisend mit Gesang
    Der Menschen rühmenswerthes Licht.



suṣáhā soma tā́ni te punānā́ya prabʰūvaso |
várdʰā samudrámuktʰyàm || 3||



3. Leicht zu erringen ist dies Gut,
    geklärter, reicher Soma, dir,
    Lass schwellen das berühmte Meer.



víśvā vásūni saṃjáyanpávasva soma dʰā́rayā |
inú dvéṣāṃsi sadʰryàk || 4||



4. Erringend alle Güter dir,
    o Soma, riesle hell im Strom,
    Bezwing' die Feinde allesammt.



rákṣā sú no áraruṣaḥ svanā́tsamasya kásya cit |
nidó yátra mumucmáhe || 5||



5. Errett' uns von dem Geizigen,
    von jedes Menschen Wuth dahin,
    Wo wir von Hassern sind befreit.



éndo pā́rtʰivaṃ rayíṃ divyáṃ pavasva dʰā́rayā |
dyumántaṃ śúṣmamā́ bʰara || 6||



6. Im Strom, o Indu, riesle her
    des Himmels und der Erde Schatz,
    Bring her den starken, glänzenden.






Sūkta 9.30 

prá dʰā́rā asya śuṣmíṇo vŕ̥tʰā pavítre akṣaran |
punānó vā́camiṣyati || 1||



1. Es rinnen seine Ströme hin
    die starken lustig in das Sieb,
    Sich läuternd stimmt Gesang er an.



índurhiyānáḥ sotŕ̥bʰirmr̥jyámānaḥ kánikradat |
íyarti vagnúmindriyám || 2||



2. Gespornt, gestriegelt von der Schar
    der Presser, stimmet wiehernd an
    Indu den Ton, den Indra liebt.



ā́ naḥ śúṣmaṃ nr̥ṣā́hyaṃ vīrávantaṃ puruspŕ̥ham |
pávasva soma dʰā́rayā || 3||



3. O riesle, Soma, uns im Strom
    die Kraft zu, welche Männer zwingt,
    Und viel begehrt ist, heldenreich.



prá sómo áti dʰā́rayā pávamāno asiṣyadat |
abʰí dróṇānyāsádam || 4||



4. Im Strom ist Soma vorgeeilt,
    der durch die Seihe rieselnde,
    Zu setzen in die Kufen sich.



apsú tvā mádʰumattamaṃ háriṃ hinvantyádribʰiḥ |
índavíndrāya pītáye || 5||



5. Dich senden sie, den süssesten,
    das Ross durch Steine in die Flut,
    Dem Indra, Indu, dich zum Trunk.



sunótā mádʰumattamaṃ sómamíndrāya vajríṇe |
cā́ruṃ śárdʰāya matsarám || 6||



6. Dem blitzbewehrten Indra braut
    den Somatrank, den süssesten,
    Der lieb, berauschend ist der Schar.






Sūkta 9.31 

prá sómāsaḥ svādʰyàḥ pávamānāso akramuḥ |
rayíṃ kr̥ṇvanti cétanam || 1||



1. Die Somatränke schritten vor,
    mit Achtsamkeit die rieselnden,
    Sie schaffen Reichthum, herrlichen.



diváspr̥tʰivyā́ ádʰi bʰávendo dyumnavárdʰanaḥ |
bʰávā vā́jānāṃ pátiḥ || 2||



2. Vom Himmel, von der Erde her
    sei, Indu, Kraftvermehrer uns,
    Sei du der Herr der Labungen.



túbʰyaṃ vā́tā abʰipríyastúbʰyamarṣanti síndʰavaḥ |
sóma várdʰanti te máhaḥ || 3||



3. Die Flüsse strömen, Soma, dir
    und dir die Winde hold gesinnt,
    Sie mehren deine Herrlichkeit.



ā́ pyāyasva sámetu te viśvátaḥ soma vŕ̥ṣṇyam |
bʰávā vā́jasya saṃgatʰé || 4||



4. Schwill, Soma, an, es komme dir
    von allen Seiten Heldenkraft,
    Sei, wo die Kraft zusammenströmt.



túbʰyaṃ gā́vo gʰr̥táṃ páyo bábʰro duduhré ákṣitam |
várṣiṣṭʰe ádʰi sā́navi || 5||



5. Die Kühe strömen fette Milch,
    die nie versiegt, o rother, dir,
    Hin auf der Seihe höchsten Berg.



svāyudʰásya te sató bʰúvanasya pate vayám |
índo sakʰitvámuśmasi || 6||



6. Wir wünschen deine Freundschaft uns
    von dir, o Indu, Herr der Welt,
    Der du so schön bewaffnet bist.






Sūkta 9.32 

prá sómāso madacyútaḥ śrávase no magʰónaḥ |
sutā́ vidátʰe akramuḥ || 1||



1. Gepresste Soma's schritten jetzt
    zum Opferfest, berauschende,
    Zum Ruhme unsers Opferherrn.



ā́dīṃ tritásya yóṣaṇo háriṃ hinvantyádribʰiḥ |
índumíndrāya pītáye || 2||



2. Des Trita Jungfraun senden jetzt
    durch das Gestein das goldne Ross,
    Zum Trunk dem Indra Indu hin.



ā́dīṃ haṃsó yátʰā gaṇáṃ víśvasyāvīvaśanmatím |
átyo ná góbʰirajyate || 3||



3. Jetzt lockt er jedem Lieder ab
    wie seinem Volk der Gänserich.
    Man salbt mit Milch ihn wie ein Ross.



ubʰé somāvacā́kaśanmr̥gó ná taktó arṣasi |
sī́dannr̥tásya yónimā́ || 4||



4. Erblickend beide Welten, eilst
    du Soma wie ein schnelles Reh,
    Dich setzend auf des Opfers Schooss.



abʰí gā́vo anūṣata yóṣā jārámiva priyám |
ágannājíṃ yátʰā hitám || 5||



5. Die Kühe jubelten dir zu,
    wie eine Frau dem lieben Mann,
    Sie rannten wie zum Preisgewinn.



asmé dʰehi dyumádyáśo magʰávadbʰyaśca máhyaṃ ca |
saníṃ medʰā́mutá śrávaḥ || 6||



6. Verleih uns reiche Herrlichkeit,
    den Opferherren und mir selbst,
    Besitz und Weisheit, hohen Ruhm.






Sūkta 9.33 

prá sómāso vipaścíto'pā́ṃ ná yantyūrmáyaḥ |
vánāni mahiṣā́ iva || 1||



1. Wie Wasserwellen eilen vor
    die Soma's, die begeisterten,
    Wie Büffel in die Wälder gehn.



abʰí dróṇāni babʰrávaḥ śukrā́ r̥tásya dʰā́rayā |
vā́jaṃ gómantamakṣaran || 2||



2. Die rothen, hellen eilen zu
    den Kufen in des Opfers Strom,
    Zur milchversehnen Labung hin.



sutā́ índrāya vāyáve váruṇāya marúdbʰyaḥ |
sómā arṣanti víṣṇave || 3||



3. Die Soma's rinnen hin, gepresst
    dem Indra, Vaju, Varuna,
    Dem Vischnu und der Marutschar.



tisró vā́ca údīrate gā́vo mimanti dʰenávaḥ |
hárireti kánikradat || 4||



4. Drei Lieder werden angestimmt;
    die Kühe brüllen milchbegabt
    Und wiehernd geht das goldne Ross.



abʰí bráhmīranūṣata yahvī́rr̥tásya mātáraḥ |
marmr̥jyánte diváḥ śíśum || 5||



5. Ihm brüllten zu die heiligen
    und thät'gen Mutter, frommen Werks,
    Sie reinigen des Himmels Spross.



rāyáḥ samudrā́m̐ścatúro'smábʰyaṃ soma viśvátaḥ |
ā́ pavasva sahasríṇaḥ || 6||



6. Von allen Seiten riesele
    vier Meere uns des Reichthums her,
    O Soma, tausendfache uns.






Sūkta 9.34 

prá suvānó dʰā́rayā tánéndurhinvānó arṣati |
rujáddr̥ḷhā́ vyójasā || 1||



1. Im Strome rinnet fort und fort
    gebraut der Indu und entsandt,
    Das Feste brechend mit Gewalt.



sutá índrāya vāyáve váruṇāya marúdbʰyaḥ |
sómo arṣati víṣṇave || 2||



2. Der Soma rinnt dahin, gepresst
    dem Indra, Vaju, Varuna,
    Dem Vischnu und der Marutschar.



vŕ̥ṣāṇaṃ vŕ̥ṣabʰiryatáṃ sunvánti sómamádribʰiḥ |
duhánti śákmanā páyaḥ || 3||



3. Mit Steinen pressen Soma sie,
    und Stiere lenken ihn, den Stier,
    Sie melken kräftig seinen Saft.



bʰúvattritásya márjyo bʰúvadíndrāya matsaráḥ |
sáṃ rūpaírajyate háriḥ || 4||



4. Dem Trita sei zu läutern er,
    dem Indra sei berauschend er,
    Mit Schönheit wird das Ross geschmückt.



abʰī́mr̥tásya viṣṭápaṃ duhaté pŕ̥śnimātaraḥ |
cā́ru priyátamaṃ havíḥ || 5||



5. Die Priçnisohne melken ihn
    sich auf des Opfers Stätte hin,
    Den schönen, liebsten Opfertrank.



sámenamáhrutā imā́ gíro arṣanti sasrútaḥ |
dʰenū́rvāśró avīvaśat || 6||



6. Ihm eilen diese Lieder zu
    im Strom, nicht weichend; brüllend hat
    Der Kühe Brüllen er erregt.






Sūkta 9.35 

ā́ naḥ pavasva dʰā́rayā pávamāna rayíṃ pr̥tʰúm |
yáyā jyótirvidā́si naḥ || 1||



1. O riesle uns, du rieselnder,
    im Strome grossen Reichthum her,
    Durch den du Glanz uns geben sollst.



índo samudramīṅkʰaya pávasva viśvamejaya |
rāyó dʰartā́ na ójasā || 2||



2. O Indu, Meer-erregender,
    o riesle, allerschütternder,
    Als Reichthums Schützer, uns mit Macht.



tváyā vīréṇa vīravo'bʰí ṣyāma pr̥tanyatáḥ |
kṣárā ṇo abʰí vā́ryam || 3||



3. Lass du, o heldenreicher Held,
    die Feinde uns bewältigen
    Und ström uns schönes Gut herbei.



prá vā́jamínduriṣyati síṣāsanvājasā́ ŕ̥ṣiḥ |
vratā́ vidāná ā́yudʰā || 4||



4. Der Sänger Indu sendet Kraft,
    der gerne schenkt und Kraft verleiht,
    Der Thaten uns und Waffen schafft.



táṃ gīrbʰírvācamīṅkʰayáṃ punānáṃ vāsayāmasi |
sómaṃ jánasya gópatim || 5||



5. Mit Liedern schmücken wir ihn aus,
    der Sang erregt, den Flammenden,
    den Soma, ihn des Volkes Herrn.



víśvo yásya vraté jáno dādʰā́ra dʰármaṇaspáteḥ |
punānásya prabʰū́vasoḥ || 6||



6. Auf dessen Werk sich jeder Mann
    fest stützet, des Gesetzesherrn,
    Des güterreichen, flammenden.






Sūkta 9.36 

ásarji rátʰyo yatʰā pavítre camvòḥ sutáḥ |
kā́rṣmanvājī́ nyàkramīt || 1||



1. Schon eilt er wie ein Wagenross
    ins Sieb vom Bretterpaar gepresst,
    Der Renner läuft zum Ziele hin.



sá váhniḥ soma jā́gr̥viḥ pávasva devavī́ráti |
abʰí kóśaṃ madʰuścútam || 2||



2. So riesle Götter labend du,
    o Soma, munter fahrend, durch
    Zum Becher der von Honig trieft.



sá no jyótīṃṣi pūrvya pávamāna ví rocaya |
krátve dákṣāya no hinu || 3||



3. Entzünde du, o rieselnder,
    o alter, helle Lichter uns,
    Zu Kraft und Weisheit fördre uns.



śumbʰámāna r̥tāyúbʰirmr̥jyámāno gábʰastyoḥ |
pávate vā́re avyáye || 4||



4. Von frommen Männern ausgeschmückt,
    gereinigt durch der Arme Paar
    Strömt hell er durch des Widders Haar.



sá víśvā dāśúṣe vásu sómo divyā́ni pā́rtʰivā |
pávatāmā́ntárikṣyā || 5||



5. Er, Soma, riesle alles Gut,
    was auf der Erd', im Himmel ist
    Und in der Luft, dem Frommen zu.



ā́ diváspr̥ṣṭʰámaśvayúrgavyayúḥ soma rohasi |
vīrayúḥ śavasaspate || 6||



6. Du steigst empor zur Himmelshöh,
    nach Rossen, Rindern, Heldenschar
    Begierig, Soma, Herr der Kraft.






Sūkta 9.37 

sá sutáḥ pītáye vŕ̥ṣā sómaḥ pavítre arṣati |
vigʰnánrákṣāṃsi devayúḥ || 1||



1. Der Soma rinnt zum Trunk gepresst
    hin auf die Seihe, er der Stier,
    Gespenster tödtend, Göttern hold.



sá pavítre vicakṣaṇó hárirarṣati dʰarṇasíḥ |
abʰí yóniṃ kánikradat || 2||



2. Weitblickend rennt der goldne Hengst
    zur Seihe hin, der kräftige,
    Entgegenwiehernd seinem Sitz.



sá vājī́ rocanā́ diváḥ pávamāno ví dʰāvati |
rakṣohā́ vā́ramavyáyam || 3||



3. Der Renner eilt, der flammende,
    hin durch des Himmels Aetherraum,
    Feindtödtend durch das wollne Sieb.



sá tritásyā́dʰi sā́navi pávamāno arocayat |
jāmíbʰiḥ sū́ryaṃ sahá || 4||



4. Hoch auf des Trita Bergeshöh
    entzündete der flammende
    Die Sonne sammt der Schwesterschar.



sá vr̥trahā́ vŕ̥ṣā sutó varivovídádābʰyaḥ |
sómo vā́jamivāsarat || 5||



5. Der Vritratödter Soma lief
    heilspendend, der erzeugte Hengst,
    Untilgbar wie zur Beute hin.



sá deváḥ kavíneṣitò'bʰí dróṇāni dʰāvati |
índuríndrāya maṃhánā || 6||



6. Er strömt, vom Sänger ausgesandt,
    der Gott, zu den Gefässen hin,
    Zu Indra Indu voll Begier.






Sūkta 9.38 

eṣá u syá vŕ̥ṣā rátʰó'vyo vā́rebʰirarṣati |
gácʰanvā́jaṃ sahasríṇam || 1||



1. Er, dieser Stier, dem Wagen gleich
    rennt durch die Widderwolle hin,
    Er geht auf tausend Güter aus.



etáṃ tritásya yóṣaṇo háriṃ hinvantyádribʰiḥ |
índumíndrāya pītáye || 2||



2. Des Trita Jungfraun senden ihn,
    das goldne Ross, durch das Gestein,
    Zum Trunk, dem Indra Indu hin.



etáṃ tyáṃ haríto dáśa marmr̥jyánte apasyúvaḥ |
yā́bʰirmádāya śúmbʰate || 3||



3. Ja, eben diesen reinigen
    zehn Stuten, eifrig in dem Werk,
    Durch die er hell zum Bausch erglänzt.



eṣá syá mā́nuṣīṣvā́ śyenó ná vikṣú sīdati |
gácʰañjāró ná yoṣítam || 4||



4. Und er gleich einem Adler setzt
    sich auf der Menschen Häuser hin,
    geht wie der Bräutigam zur Braut.



eṣá syá mádyo rásó'va caṣṭe diváḥ śíśuḥ |
yá índurvā́ramā́viśat || 5||



5. Ja er, der Saft, der Rausch erregt,
    der Spross des Himmels blickt herab,
    Wenn Indu durch die Wolle drang.



eṣá syá pītáye sutó hárirarṣati dʰarṇasíḥ |
krándanyónimabʰí priyám || 6||



6. Und er zum Trunk erzeugt, der Hengst,
    der goldne, starke rennt dahin,
    Anwiehernd den geliebten Sitz.






Sūkta 9.39 

āśúrarṣa br̥hanmate pári priyéṇa dʰā́mnā |
yátra devā́ íti brávan || 1||



1. O hochgesinnter, ströme schnell
    durch den geliebten Ort dahin,
    »Wo Götter sind«, das ist dein Wort.



pariṣkr̥ṇvánnániṣkr̥taṃ jánāya yātáyanníṣaḥ |
vr̥ṣṭíṃ diváḥ pári srava || 2||



2. Das ungeschmückte schmückend schön,
    dem Menschen reichend Labetrunk,
    Ergiess des Himmels Regen uns.



sutá eti pavítra ā́ tvíṣiṃ dádʰāna ójasā |
vicákṣāṇo virocáyan || 3||



3. Gepresst geht er zur Seihe hin,
    mit Kraft erzeugend hellen Glanz,
    Weit schauend und erleuchtend weit.



ayáṃ sá yó diváspári ragʰuyā́mā pavítra ā́ |
síndʰorūrmā́ vyákṣarat || 4||



4. Er ist es, der in schnellem Lauf
    vom Himmel zu der Seihe hin
    In Stromes Welle niederrinnt.



āvívāsanparāváto átʰo arvāvátaḥ sutáḥ |
índrāya sicyate mádʰu || 5||



5. Ihn lockend aus der Ferne her
    und aus der Nähe her, ergiesst
    Der Saft dem Indra süssen Trank.



samīcīnā́ anūṣata háriṃ hinvantyádribʰiḥ |
yónāvr̥tásya sīdata || 6||



6. Vereinigt haben sie gejauchzt,
    durch Steine spornen sie das Ross;
    Nun setzt euch in des Opfers Schooss.






Sūkta 9.40 

punānó akramīdabʰí víśvā mŕ̥dʰo vícarṣaṇiḥ |
śumbʰánti vípraṃ dʰītíbʰiḥ || 1||



1. Gereinigt, hat der emsige
    bezwungen aller Feinde Schar,
    Den weisen schmücken sie mit Lied.



ā́ yónimaruṇó ruhadgámadíndraṃ vŕ̥ṣā sutáḥ |
dʰruvé sádasi sīdati || 2||



2. Der flammende bestieg den Schooss,
    zu Indra kam der Stier, erzeugt,
    Er setzt sich auf den festen Sitz.



nū́ no rayíṃ mahā́mindo'smábʰyaṃ soma viśvátaḥ |
ā́ pavasva sahasríṇam || 3||



3. Nun riesle grossen Schatz herbei
    von allen Seiten, Indu, uns,
    O Soma, tausendfaches Gut.



víśvā soma pavamāna dyumnā́nīndavā́ bʰara |
vidā́ḥ sahasríṇīríṣaḥ || 4||



4. O bringe alle Schätze her,
    o Soma, Indu, flammender,
    Verschaff uns tausendfaches Gut.



sá naḥ punāná ā́ bʰara rayíṃ stotré suvī́ryam |
jaritúrvardʰayā gíraḥ || 5||



5. Gereinigt bringe Reichthum du
    dem Sänger her und Heldenkraft,
    Des Dichters Lieder segne du.



punāná indavā́ bʰara sóma dvibárhasaṃ rayím |
vŕ̥ṣannindo na uktʰyàm || 6||



6. Gereinigt bringe, Indu, her
    o Soma, zwiefach reichen Schatz
    Uns rühmenswerthen, Indu, Stier!






Sūkta 9.41 

prá yé gā́vo ná bʰū́rṇayastveṣā́ ayā́so ákramuḥ |
gʰnántaḥ kr̥ṣṇā́mápa tvácam || 1||



1. Wie ungestüme Stiere sind
    die muntern, glänzenden genaht,
    Verjagend weit die schwarze Haut.



suvitásya manāmahé'ti sétuṃ durāvyàm |
sāhvā́ṃso dásyumavratám || 2||



2. Zu überschreiten streben wir
    den unwegsamen Steg des Heils,
    Gottlosen Feind bewältigend.



śr̥ṇvé vr̥ṣṭériva svanáḥ pávamānasya śuṣmíṇaḥ |
cáranti vidyúto diví || 3||



3. Wie Regens Rauschen wird gehört
    der Schall des starken, rieselnden,
    Am Himmel streichen Blitze hin.



ā́ pavasva mahī́míṣaṃ gómadindo híraṇyavat |
áśvāvadvā́javatsutáḥ || 4||



4. O riesle, Indu, grosses Gut
    herbei, das reich an Rind und Ross,
    An Gold und Nahrung, Soma, sei.



sá pavasva vicarṣaṇa ā́ mahī́ ródasī pr̥ṇa |
uṣā́ḥ sū́ryo ná raśmíbʰiḥ || 5||



5. So riesle hell, beweglicher,
    erfüll mit Licht die weite Welt,
    Wie Sonnenstrahl die Morgen färbt.



pári ṇaḥ śarmayántyā dʰā́rayā soma viśvátaḥ |
sárā raséva viṣṭápam || 6||



6. Von allen Seiten flamm' um uns
    im Strom, o Soma, der uns schützt,
    Und ström, wie Flut die Erd' umspült.






Sūkta 9.42 

janáyanrocanā́ divó janáyannapsú sū́ryam |
vásāno gā́ apó háriḥ || 1||



1. Erzeugend Licht des Himmelsraums
    in Nebelflut der Sonne Glanz,
    Ein Ross in Milch und Flut gehüllt,



eṣá pratnéna mánmanā devó devébʰyaspári |
dʰā́rayā pavate sutáḥ || 2||



2. Er rieselt hell im alten Geist,
    ein Gott er, von den Göttern her
    Im Strome flammt er ausgepresst.



vāvr̥dʰānā́ya tū́rvaye pávante vā́jasātaye |
sómāḥ sahásrapājasaḥ || 3||



3. Die Somatränke rieseln hell
    zur Kraft dem grossen mächtigen,
    Mit tausendfachem Glanz begabt.



duhānáḥ pratnámítpáyaḥ pavítre pári ṣicyate |
krándandevā́m̐ ajījanat || 4||



4. Ausströmend stets den alten Trank
    rinnt wiehernd durch die Seihe er,
    Die Götter hat er neu belebt.



abʰí víśvāni vā́ryābʰí devā́m̐ r̥tāvŕ̥dʰaḥ |
sómaḥ punānó arṣati || 5||



5. Und alle Güter strömt er zu
    den Göttern, die des Rechts sich freun,
    Der Soma, der gereinigte.



gómannaḥ soma vīrávadáśvāvadvā́javatsutáḥ |
pávasva br̥hatī́ríṣaḥ || 6||



6. O Soma, riesle Reichthum uns
    an Rind und Ross, an Helden zu,
    An Speis' und Trank, gepresster du.






Sūkta 9.43 

yó átya iva mr̥jyáte góbʰirmádāya haryatáḥ |
táṃ gīrbʰírvāsayāmasi || 1||



1. Der wie ein Ross gereinigt wird
    mit Milch zum Rausch, der liebliche,
    Ihn hüllen wir mit Liedern ein.



táṃ no víśvā avasyúvo gíraḥ śumbʰanti pūrvátʰā |
índumíndrāya pītáye || 2||



2. All unsre Lieder schmücken ihn,
    Huld suchend wie in alter Zeit,
    Zum Trunk dem Indra, Indu ihn.



punānó yāti haryatáḥ sómo gīrbʰíḥ páriṣkr̥taḥ |
víprasya médʰyātitʰeḥ || 3||



3. Gereinigt geht der liebliche,
    mit Liedern Soma ausgeschmückt
    Des Sängers Medhiatithi.



pávamāna vidā́ rayímasmábʰyaṃ soma suśríyam |
índo sahásravarcasam || 4||



4. O spende, Soma, flammender,
    uns Reichthum, welcher Glück verschafft,
    Und, Indu, tausendfach erglänzt.



índurátyo ná vājasŕ̥tkánikranti pavítra ā́ |
yádákṣāráti devayúḥ || 5||



5. Der Indu wiehert wie ein Ross,
    das Preis erstrebt, zur Seihe hin,
    Wenn er hindurchrinnt Göttern hold.



pávasva vā́jasātaye víprasya gr̥ṇató vr̥dʰé |
sóma rā́sva suvī́ryam || 6||



6. O riesle hin zur Kräftigung,
    zum Heil des Sängers, der dich preist,
    O Soma, spende Heldenkraft.






Sūkta 9.44 

prá ṇa indo mahé tána ūrmíṃ ná bíbʰradarṣasi |
abʰí devā́m̐ ayā́syaḥ || 1||



1. Zu langer Dauer strömst du uns,
    wie Wellen tragend, Indu, vor
    Hin zu den Göttern ohne Rast.



matī́ juṣṭó dʰiyā́ hitáḥ sómo hinve parāváti |
víprasya dʰā́rayā kavíḥ || 2||



2. Erfreut durch Lied, Gebet-gespornt
    wird Soma fernehin gesandt,
    Der Seher in des Sängers Strom.



ayáṃ devéṣu jā́gr̥viḥ sutá eti pavítra ā́ |
sómo yāti vícarṣaṇiḥ || 3||



3. Bei Göttern wachsam eilet er
    zur Seihe der gepresste hin,
    Der Soma schreitet rüstig vor.



sá naḥ pavasva vājayúścakrāṇáścā́rumadʰvarám |
barhíṣmām̐ ā́ vivāsati || 4||



4. So riesle Kraft verleihend uns,
    und mache schön das Opferfest,
    Der Streubereiter lockt dich her.



sá no bʰágāya vāyáve vípravīraḥ sadā́vr̥dʰaḥ |
sómo devéṣvā́ yamat || 5||



5. Er, Soma, lenke unser Lied,
    gerühmt von Sängern, stets voll Kraft
    Für Bhaga, Vaju götterwärts.



sá no adyá vásuttaye kratuvídgātuvíttamaḥ |
vā́jaṃ jeṣi śrávo br̥hát || 6||



6. Erringe zur Bereicherung,
    der Kraft du schenkst und höchstes Heil,
    Uns Labung heut und hohen Ruhm.






Sūkta 9.45 

sá pavasva mádāya káṃ nr̥cákṣā devávītaye |
índavíndrāya pītáye || 1||



1. Du riesle, Männerschauender,
    zum Rausche recht, zum Göttermahl,
    Zum Trunk dem Indra, Indu, hin.



sá no arṣābʰí dūtyàṃ tvámíndrāya tośase |
devā́nsákʰibʰya ā́ váram || 2||



2. So ströme uns zur Botschaft hin,
    dem Indra träufelst du und führst
    Die Götter hold den Freunden zu.



utá tvā́maruṇáṃ vayáṃ góbʰirañjmo mádāya kám |
ví no rāyé dúro vr̥dʰi || 3||



3. Und dich, den rothen, salben wir
    mit Milch zum Rausche, schliesse du
    Die Thore uns zum Reichthum auf.



átyū pavítramakramīdvājī́ dʰúraṃ ná yā́mani |
índurdevéṣu patyate || 4||



4. Schon drang er durch das Sieb hindurch,
    wie auf der Fahrt ein Ross durchs Joch,
    Der Indu ist der Götter Freund.



sámī sákʰāyo asvaranváne krī́ḷantamátyavim |
índuṃ nāvā́ anūṣata || 5||



5. Ihm jauchzten jetzt die Freunde zu,
    der durch die Wolle springt ins Holz,
    Den Indu pries der Lieder Schall.



táyā pavasva dʰā́rayā yáyā pītó vicákṣase |
índo stotré suvī́ryam || 6||



6. Mit solchem Strome riesle du,
    durch den, getrunken, Indu du
    Dem Sänger Heldenkraft ersiehst.






Sūkta 9.46 

ásr̥grandevávītayé'tyāsaḥ kŕ̥tvyā iva |
kṣárantaḥ parvatāvŕ̥dʰaḥ || 1||



1. Ergossen sind zum Göttermahl
    wie kraftbegabte Rosse sie,
    Die rinnend sich der Steine freun.



páriṣkr̥tāsa índavo yóṣeva pítryāvatī |
vāyúṃ sómā asr̥kṣata || 2||



2. Die Indutränke sind geschmückt
    wie eine Maid im Vatersitz,
    Zu Vaju sind sie hingeströmt.



eté sómāsa índavaḥ práyasvantaścamū́ sutā́ḥ |
índraṃ vardʰanti kármabʰiḥ || 3||



3. Den Indra stärken durch ihr Werk
    die labereichen Tropfen hier,
    Der ausgepresste Somatrunk.



ā́ dʰāvatā suhastyaḥ śukrā́ gr̥bʰṇīta mantʰínā |
góbʰiḥ śrīṇīta matsarám || 4||



4. Durchspült mit rüst'gen Händen ihn,
    ergreift das helle Trankgemisch,
    Und mischt mit Milch den Wonnetrank.



sá pavasva dʰanaṃjaya prayantā́ rā́dʰaso maháḥ |
asmábʰyaṃ soma gātuvít || 5||



5. O riesle hell, erbeutender,
    Darreicher grosser Gaben du,
    Und schaff uns, Soma, freie Bahn.



etáṃ mr̥janti márjyaṃ pávamānaṃ dáśa kṣípaḥ |
índrāya matsaráṃ mádam || 6||



6. Den läutrungswerthen läutern nun
    zehn Finger, ihn den rieselnden,
    Den Trank, der Indra'n Rausch erregt.






Sūkta 9.47 

ayā́ sómaḥ sukr̥tyáyā maháścidabʰyàvardʰata |
mandāná údvr̥ṣāyate || 1||



1. So gross er war, doch grösser noch
    ward Soma durch das fromme Werk,
    Erfreut geräth in Wallung er.



kr̥tā́nī́dasya kártvā cétante dasyutárhaṇā |
r̥ṇā́ ca dʰr̥ṣṇúścayate || 2||



2. Was ihm zu thun, hat er gethan,
    seht, wie er die Dämonen schlug,
    Und Sünden straft, der kühne Held.



ā́tsóma indriyó ráso vájraḥ sahasrasā́ bʰuvat |
uktʰáṃ yádasya jā́yate || 3||



3. Wenn ihm das Loblied wird erzeugt,
    dann wird des Indra Somatrank
    Ein Blitz, der tausend Güter schenkt.



svayáṃ kavírvidʰartári víprāya rátnamicʰati |
yádī marmr̥jyáte dʰíyaḥ || 4||



4. Er selbst, der weise, wünschet dann
    dem Sänger Schätze zu verleihn,
    Wenn dieser ihm Gebete schmückt.



siṣāsátū rayīṇā́ṃ vā́jeṣvárvatāmiva |
bʰáreṣu jigyúṣāmasi || 5||



5. Ein Preisverleiher bist du ja,
    wie für die Renner auf der Bahn,
    So für die Sieger in der Schlacht.






Sūkta 9.48 

táṃ tvā nr̥mṇā́ni bíbʰrataṃ sadʰástʰeṣu mahó diváḥ |
cā́ruṃ sukr̥tyáyemahe || 1||



1. Dich, der du Manneskräfte hegst
    in des erhabnen Himmeis Sitz,
    Den theuren flehn durch Opfer wir.



sáṃvr̥ktadʰr̥ṣṇumuktʰyàṃ mahā́mahivrataṃ mádam |
śatáṃ púro rurukṣáṇim || 2||



2. Den beutelust'gen, rühmlichen,
    den sehr gewalt'gen Somatrank,
    Der hundert Burgen leicht zerbricht.



átastvā rayímabʰí rā́jānaṃ sukrato diváḥ |
suparṇó avyatʰírbʰarat || 3||



3. Von dort her brachte dich, den Schatz,
    den Himmelskönig, mächtiger!
    Der Adler, der nicht wankt im Flug.



víśvasmā ítsvàrdr̥śé sā́dʰāraṇaṃ rajastúram |
gopā́mr̥tásya vírbʰarat || 4||



4. Dass jeder recht die Sonne schau,
    so bracht' der Aar den Schirm des Rechts,
    Der alles schützt, die Luft durchdringt.



ádʰā hinvāná indriyáṃ jyā́yo mahitvámānaśe |
abʰiṣṭikŕ̥dvícarṣaṇiḥ || 5||



5. Da hat, entsandt, noch herrlicher
    des Indra Grösse er erreicht,
    Der Hülfe schafft, der emsige.






Sūkta 9.49 

pávasva vr̥ṣṭímā́ sú no'pā́mūrmíṃ diváspári |
ayakṣmā́ br̥hatī́ríṣaḥ || 1||



1. O riesle Regen schnell herbei,
    vom Himmel uns des Wassers Flut,
    Heilsamen, reichen Labetrunk.



táyā pavasva dʰā́rayā yáyā gā́va ihā́gáman |
jányāsa úpa no gr̥hám || 2||



2. Mit solchem Strome riesle hell,
    durch welchen Rinder kommen her
    In unser Haus, vorzügliche.



gʰr̥táṃ pavasva dʰā́rayā yajñéṣu devavī́tamaḥ |
asmábʰyaṃ vr̥ṣṭímā́ pava || 3||



3. Im Strome riesle Butter her,
    bei Opfern Götter-labendster,
    Und ströme Regen uns herbei.



sá na ūrjé vyàvyáyaṃ pavítraṃ dʰāva dʰā́rayā |
devā́saḥ śr̥ṇávanhí kam || 4||



4. Zu unsrer Stärkung fliesse nun
    im Strome durch das wollne Sieb,
    Die Götter mögen hören uns.



pávamāno asiṣyadadrákṣāṃsyapajáṅgʰanat |
pratnavádrocáyanrúcaḥ || 5||



5. Er hat geströmt der rieselnde
    fortstossend die Gespensterschar
    Und Licht entflammend wie zuvor.






Sūkta 9.50 

útte śúṣmāsa īrate síndʰorūrmériva svanáḥ |
vāṇásya codayā pavím || 1||



1. Es regen deine Kräfte sich
    wie wenn des Meeres Welle braust;
    Des Pfeiles Spitze mache scharf.



prasavé ta údīrate tisró vā́co makʰasyúvaḥ |
yádávya éṣi sā́navi || 2||



2. Bei deinem Keltern steigen auf
    drei Lieder im Triumphgesang,
    Wenn du zum wollnen Gipfel gehst.



ávyo vā́re pári priyáṃ háriṃ hinvantyádribʰiḥ |
pávamānaṃ madʰuścútam || 3||



3. Durch Steine spornen sie das Ross,
    ringsum das liebe Widderhaar,
    Den flammenden, der trieft von Meth.



ā́ pavasva madintama pavítraṃ dʰā́rayā kave |
arkásya yónimāsádam || 4||



4. Hell riesle, o berauschendster,
    zur Seihe, weiser du, im Strom,
    Zu sitzen in des Glanzes Schooss.



sá pavasva madintama góbʰirañjānó aktúbʰiḥ |
índavíndrāya pītáye || 5||



5. Hell riesle, du berauschendster,
    gesalbt mit Milch und hellem Glanz
    Zum Trunk dem Indra, Indusaft!






Sūkta 9.51 

ádʰvaryo ádribʰiḥ sutáṃ sómaṃ pavítra ā́ sr̥ja |
punīhī́ndrāya pā́tave || 1||



1. Den steingepressten Soma lass,
    o Priester, durch die Seihe gehn,
    Dem Indra läutre ihn zum Trunk.



diváḥ pīyū́ṣamuttamáṃ sómamíndrāya vajríṇe |
sunótā mádʰumattamam || 2||



2. Des Himmels allerschönste Milch,
    den Soma braut, den süssesten,
    Dem Indra, ihm dem Blitzes Herrn.



táva tyá indo ándʰaso devā́ mádʰorvyàśnate |
pávamānasya marútaḥ || 3||



3. Von deinem süssen Trank geniesst,
    o Indu, hier die Götterschar,
    Die Maruts von dem rieselnden.



tváṃ hí soma vardʰáyansutó mádāya bʰū́rṇaye |
vŕ̥ṣanstotā́ramūtáye || 4||



4. Denn du, o Soma, bist gepresst
    zu kraftbegabten Rausch, o Stier,
    Den Sänger stärkend zum Genuss.



abʰyàrṣa vicakṣaṇa pavítraṃ dʰā́rayā sutáḥ |
abʰí vā́jamutá śrávaḥ || 5||



5. Zur Seihe rinne hin im Strom,
    gepresst, o weithinschauender,
    Zur Labung und zu hohem Ruhm.






Sūkta 9.52 

pári dyukṣáḥ sanádrayirbʰáradvā́jaṃ no ándʰasā |
suvānó arṣa pavítra ā́ || 1||



1. Der Reichthumspender bring' uns Kraft
    durch seinen Saft, der himmlische,
    Gepresst ergiess dich in das Sieb.



táva pratnébʰirádʰvabʰirávyo vā́re pári priyáḥ |
sahásradʰāro yāttánā || 2||



2. Auf seinen alten Wegen geh
    der liebe durch das Widderhaar
    In tausend Strömen fort und fort.



carúrná yástámīṅkʰayéndo ná dā́namīṅkʰaya |
vadʰaírvadʰasnavīṅkʰaya || 3||



3. Den schüttle, der dem Kessel gleicht,
    o Indu, schüttle Gaben her,
    Mit Schlägen, Schläger, schüttle ihn.



ní śúṣmamindaveṣāṃ púruhūta jánānām |
yó asmā́m̐ ādídeśati || 4||



4. O Indu, solches Menschen Kraft
    o vielgerufner, schütt' herab,
    Der wider uns auf Unheil sinnt.



śatáṃ na inda ūtíbʰiḥ sahásraṃ vā śúcīnām |
pávasva maṃhayádrayiḥ || 5||



5. Mit hundert Hülfen riesle hell,
    mit tausend glanzbegabten uns,
    O Indu, der du Schatz verleihst.






Sūkta 9.53 

útte śúṣmāso astʰū rákṣo bʰindánto adrivaḥ |
nudásva yā́ḥ parispŕ̥dʰaḥ || 1||



1. Erhoben hat sich deine Kraft,
    Gespenster spaltend, Schleuderer;
    Die uns bekämpfen, stosse fort.



ayā́ nijagʰnírójasā ratʰasaṃgé dʰáne hité |
stávā ábibʰyuṣā hr̥dā́ || 2||



2. So sing' ich nun mit muth'gem Sinn,
    den Feind erschlagend mit Gewalt,
    Im Wagenkampf, wenn Preis uns winkt.



ásya vratā́ni nā́dʰŕ̥ṣe pávamānasya dūḍʰyā̀ |
rujá yástvā pr̥tanyáti || 3||



3. Kein Bösewicht kann widerstehn
    den Werken dieses flammenden;
    Wer dich befeindet, den zerbrich.



táṃ hinvanti madacyútaṃ háriṃ nadī́ṣu vājínam |
índumíndrāya matsarám || 4||



4. Das goldne Ross, das Lust erregt,
    das spornen in den Strömen sie,
    Zum Rausch dem Indra, Indu ihn.






Sūkta 9.54 

asyá pratnā́mánu dyútaṃ śukráṃ duduhre áhrayaḥ |
páyaḥ sahasrasā́mŕ̥ṣim || 1||



1. Nachfolgend seinem alten Glanz,
    entziehn die Kecken hellen Trank
    Dem Sänger, der viel tausend schenkt.



ayáṃ sū́rya ivopadŕ̥gayáṃ sárāṃsi dʰāvati |
saptá praváta ā́ dívam || 2||



2. Er ist der Sonne gleich zu schaun,
    er strömet nach den Seen hin,
    Den sieben Himmelsströmen zu.



ayáṃ víśvāni tiṣṭʰati punānó bʰúvanopári |
sómo devó ná sū́ryaḥ || 3||



3. Hoch über alle Wesen steigt
    empor der Soma, hellentflammt,
    Gleichwie die Sonne dieser Gott.



pári ṇo devávītaye vā́jām̐ arṣasi gómataḥ |
punāná indavindrayúḥ || 4||



4. Du strömest rings zum Göttermahl
    uns rinderreiche Labung zu,
    Indu, entflammt, dem Indra hold.






Sūkta 9.55 

yávaṃyavaṃ no ándʰasā puṣṭámpuṣṭaṃ pári srava |
sóma víśvā ca saúbʰagā || 1||



1. O ströme rings durch deinen Saft
    uns Korn auf Korn und Gut auf Gut
    Und alles Glück, o Soma, zu.



índo yátʰā táva stávo yátʰā te jātámándʰasaḥ |
ní barhíṣi priyé sadaḥ || 2||



2. Da dein ist, Indu, alles Lob
    und dein was aus dem Kraut entquoll,
    So setz dich auf die liebe Streu,



utá no govídaśvavítpávasva somā́ndʰasā |
makṣū́tamebʰiráhabʰiḥ || 3||



3. Und riesle hell durch deinen Saft,
    o Soma, spendend Ross und Rind
    In allernächsten Tagen uns.



yó jinā́ti ná jī́yate hánti śátrumabʰī́tya |
sá pavasva sahasrajit || 4||



4. Der stets du siegst, nie unterliegst,
    den Feind erreichst und ihn erschlägst,
    Viel Gut erbeutend riesle hell.






Sūkta 9.56 

pári sóma r̥táṃ br̥hádāśúḥ pavítre arṣati |
vigʰnánrákṣāṃsi devayúḥ || 1||



1. Den hehren Opfertrank ergiesst
    der rasche Soma durch das Sieb,
    Gespenster schlagend, Göttern hold,



yátsómo vā́jamárṣati śatáṃ dʰā́rā apasyúvaḥ |
índrasya sakʰyámāviśán || 2||



2. Wenn Soma Labetrunk ergiesst
    geschäft'ge Ströme hundertfach,
    Wenn er in Indra's Freundschaft tritt.



abʰí tvā yóṣaṇo dáśa jāráṃ ná kanyā̀nūṣata |
mr̥jyáse soma sātáye || 3||



3. Zehn Jungfraun jauchzten jetzt dir zu,
    gleichwie dem Bräutigam die Braut,
    Sie läutern, Soma, dich um Gunst.



tvámíndrāya víṣṇave svādúrindo pári srava |
nŕ̥̄nstotŕ̥̄npāhyáṃhasaḥ || 4||



4. Dem Indra, Vischnu ströme du,
    o Indu, rings voll Süssigkeit;
    Die Männer, Sänger schütz' vor Noth.






Sūkta 9.57 

prá te dʰā́rā asaścáto divó ná yanti vr̥ṣṭáyaḥ |
ácʰā vā́jaṃ sahasríṇam || 1||



1. Es eilen deine Ströme vor
    wie Himmels Regen flutenreich
    Zu tausendfacher Labung her.



abʰí priyā́ṇi kā́vyā víśvā cákṣāṇo arṣati |
háristuñjāná ā́yudʰā || 2||



2. Er strömet liebe Dichterkraft
    herbei, der alles schauende,
    Der goldne, schleudernd sein Geschoss.



sá marmr̥jāná āyúbʰiríbʰo rā́jeva suvratáḥ |
śyenó ná váṃsu ṣīdati || 3||



3. Er sitzt, von Menschen ausgeschmückt,
    wie bei dem Volk der mächt'ge Fürst,
    Gleich wie ein Aar im Waldbezirk.



sá no víśvā divó vásūtó pr̥tʰivyā́ ádʰi |
punāná indavā́ bʰara || 4||



4. So bringe alle Güter uns
    vom Himmel und der Erde her,
    O Indu, hell erstrahlender!






Sūkta 9.58 

táratsá mandī́ dʰāvati dʰā́rā sutásyā́ndʰasaḥ |
táratsá mandī́ dʰāvati || 1||



1. 



usrā́ veda vásūnāṃ mártasya devyávasaḥ |
táratsá mandī́ dʰāvati || 2||



2. 



dʰvasráyoḥ puruṣántyorā́ sahásrāṇi dadmahe |
táratsá mandī́ dʰāvati || 3||



3. 



ā́ yáyostriṃśátaṃ tánā sahásrāṇi ca dádmahe |
táratsá mandī́ dʰāvati || 4||



4. 






Sūkta 9.59 

pávasva gojídaśvajídviśvajítsoma raṇyajít |
prajā́vadrátnamā́ bʰara || 1||



1. O Soma riesle, Rind und Ross
    gewinnend, alles, was erfreut,
    Bring kinderreichen Schatz herbei.



pávasvādbʰyó ádābʰyaḥ pávasvaúṣadʰībʰyaḥ |
pávasva dʰiṣáṇābʰyaḥ || 2||



2. Trugloser, riesle aus der Flut
    und riesle aus den Kräutern her
    Und aus den Schalen riesle hell.



tváṃ soma pávamāno víśvāni duritā́ tara |
kavíḥ sīda ní barhíṣi || 3||



3. O Soma, flammend rieselnder,
    dring siegreich hin durch alle Noth
    Und setz dich, weiser, auf die Streu.



pávamāna svàrvido jā́yamāno'bʰavo mahā́n |
índo víśvām̐ abʰī́dasi || 4||



4. Verleibe Glanz, o flammender,
    kaum erst geboren warst du gross,
    Ja, alle überragest du.






Sūkta 9.60 

prá gāyatréṇa gāyata pávamānaṃ vícarṣaṇim |
índuṃ sahásracakṣasam || 1||



1. Auf, singet nun mit eurem Sang
    dem flammenden, beweglichen,
    Indu, dem tausendäugigen.



táṃ tvā sahásracakṣasamátʰo sahásrabʰarṇasam |
áti vā́ramapāviṣuḥ || 2||



2. Jetzt liessen durch die Wolle sie
    dich, der du tausend Augen hast
    Und tausend Gaben, rieseln hin.



áti vā́rānpávamāno asiṣyadatkaláśām̐ abʰí dʰāvati |
índrasya hā́rdyāviśán || 3||



3. Schon hat die Wolle er durchströmt
    und eilet jetzt den Schalen zu;
    Er dringet ein in Indra's Bauch.



índrasya soma rā́dʰase śáṃ pavasva vicarṣaṇe |
prajā́vadréta ā́ bʰara || 4||



4. O thät'ger, riesle uns zum Heil,
    dem Indra, dass er Schatz verleih,
    Bring' Samen uns, der Kinder zeugt.






Sūkta 9.61 

ayā́ vītī́ pári srava yásta indo mádeṣvā́ |
avā́hannavatī́rnáva || 1||



1. So ströme nun zum Trunk für den,
    o Indu, der in deinem Rausch
    Die neunundneunzig niederschlug,



púraḥ sadyá ittʰā́dʰiye dívodāsāya śámbaram |
ádʰa tyáṃ turváśaṃ yádum || 2||



2. Die Burgen all' und Çambara,
    dem frommen Divodasa hold,
    Und auch den Turvaça Jadu.



pári ṇo áśvamaśvavídgómadindo híraṇyavat |
kṣárā sahasríṇīríṣaḥ || 3||



3. O ströme Rosse spendend du
    uns Gut an Ross und Rind und Gold,
    O Indu, tausend Tränke zu.



pávamānasya te vayáṃ pavítramabʰyundatáḥ |
sakʰitvámā́ vr̥ṇīmahe || 4||



4. Wir wünschen deine Freundschaft uns,
    der du in hellem Strome rinnst,
    Und durch die Seihe dich ergiesst.



yé te pavítramūrmáyo'bʰikṣáranti dʰā́rayā |
tébʰirnaḥ soma mr̥ḷaya || 5||



5. Mit deinen Wellen, die im Strom
    hinfliessen auf der Seihe Netz,
    Mit denen, Soma, sei uns hold,



sá naḥ punāná ā́ bʰara rayíṃ vīrávatīmíṣam |
ī́śānaḥ soma viśvátaḥ || 6||



6. So bring uns rieselnder herbei,
    o Soma, heldenreiches Gut
    Und Labung, herrschend überall.



etámu tyáṃ dáśa kṣípo mr̥jánti síndʰumātaram |
sámādityébʰirakʰyata || 7||



7. Zehn Finger läutern diesen nun,
    den aus dem Meer entsprungenen,
    Mit den Aditja's zeigt er sich.



sámíndreṇotá vāyúnā sutá eti pavítra ā́ |
sáṃ sū́ryasya raśmíbʰiḥ || 8||



8. Mit Indra und mit Vaju geht
    zur Seihe der gepresste hin
    Und mit der Sonne Strahlen er.



sá no bʰágāya vāyáve pūṣṇé pavasva mádʰumān |
cā́rurmitré váruṇe ca || 9||



9. So ströme unserm Bhaga nun,
    dem Vaju, Puschan honigreich,
    Dem Varuna und Mitra lieb.



uccā́ te jātámándʰaso diví ṣádbʰū́myā́ dade |
ugráṃ śárma máhi śrávaḥ || 10||



10. Was oben deinem Saft entsprang
    im Himmel, hat die Erd' erlangt,
    Gewalt'gen Schutz und hohen Ruhm.



enā́ víśvānyaryá ā́ dyumnā́ni mā́nuṣāṇām |
síṣāsanto vanāmahe || 11||



11. Hier wünschen wir ergebene der
    Menschen Güter alle uns,
    Sie zu erlangen streben wir.



sá na índrāya yájyave váruṇāya marúdbʰyaḥ |
varivovítpári srava || 12||



12. So ströme Segen spendend uns
    dem hochverehrten Indra nun,
    Dem Varuna, der Marutschar.



úpo ṣú jātámaptúraṃ góbʰirbʰaṅgáṃ páriṣkr̥tam |
índuṃ devā́ ayāsiṣuḥ || 13||



13. Dem schön gebornen, emsigen
    Durchbrecher Indu, der mit Milch
    Gemischt ist, nahn die Götter jetzt.



támídvardʰantu no gíro vatsáṃ saṃśíśvarīriva |
yá índrasya hr̥daṃsániḥ || 14||



14. Ihm bringe Stärkung unser Lied,
    wie Mutterkühe ihrem Kalb,
    Ihm, der des Indra Herz gewinnt.



árṣā ṇaḥ soma śáṃ gáve dʰukṣásva pipyúṣīmíṣam |
várdʰā samudrámuktʰyàm || 15||



15. Heil ström', o Soma, unserm Vieh,
    ergiesse deinen fetten Trank,
    Vergrössre das berühmte Meer.



pávamāno ajījanaddiváścitráṃ ná tanyatúm |
jyótirvaiśvānaráṃ br̥hát || 16||



16. Es hat erzeugt der flammende,
    des Himmels lautem Donner gleich,
    Das hehre Licht der Menschenwelt.



pávamānasya te ráso mádo rājannaducʰunáḥ |
ví vā́ramávyamarṣati || 17||



17. Dein Saft, dein segensreicher Trank,
    o König, der du hell erstrahlst,
    Ergiesst sich durch das Widderhaar.



pávamāna rásastáva dákṣo ví rājati dyumā́n |
jyótirvíśvaṃ svàrdr̥śé || 18||



18. Dein Saft, o hell erstrahlender,
    und deine schöne Kraft erglänzt,
    Ganz Licht, der Sonne gleich zu schaun.



yáste mádo váreṇyasténā pavasvā́ndʰasā |
devāvī́ragʰaśaṃsahā́ || 19||



19. Welch Rauschtrank dir der schönste ist,
    mit solchem Safte riesle hell,
    Die Bösen schlagend, Göttern lieb.



jágʰnirvr̥trámamitríyaṃ sásnirvā́jaṃ divédive |
goṣā́ u aśvasā́ asi || 20||



20. Erschlagend den verhassten Feind
    und Labung spendend Tag für Tag
    Verleihst du Rosse uns und Rind.



sámmiślo aruṣó bʰava sūpastʰā́bʰirná dʰenúbʰiḥ |
sī́dañcʰyenó ná yónimā́ || 21||



21. Mit Kühen misch, o rother, dich
    die gern dir öffnen ihren Schooss,
    Und setz' dich wie ein Aar ins Nest.



sá pavasva yá ā́vitʰéndraṃ vr̥trā́ya hántave |
vavrivā́ṃsaṃ mahī́rapáḥ || 22||



22. So riesle, der du Beistand gabst
    dem Indra, dass er Vritra schlug,
    Der fest die grossen Fluten hielt.



suvī́rāso vayáṃ dʰánā jáyema soma mīḍʰvaḥ |
punānó vardʰa no gíraḥ || 23||



23. Lass heldenreich erbeuten uns,
    o gnäd'ger Soma, Siegespreis,
    Gereinigt segne unser Lied.



tvótāsastávā́vasā syā́ma vanvánta āmúraḥ |
sóma vratéṣu jāgr̥hi || 24||



24. Durch deine Hülfe, deinen Schutz
    lass schlagen die Verderber uns,
    Bewach', o Soma, unser Werk.



apagʰnánpavate mŕ̥dʰó'pa sómo árāvṇaḥ |
gácʰanníndrasya niṣkr̥tám || 25||



25. Indem die bösen Feinde er
    verjaget, rieselt Soma hell,
    Hineilend, wo er Indra trifft.



mahó no rāyá ā́ bʰara pávamāna jahī́ mŕ̥dʰaḥ |
rā́svendo vīrávadyáśaḥ || 26||



26. Bring' grosse Schätze uns herbei,
    die Feinde schlag', o flammender,
    Gib, Indu, heldenreichen Glanz.



ná tvā śatáṃ caná hrúto rā́dʰo dítsantamā́ minan |
yátpunānó makʰasyáse || 27||



27. Selbst hundert Feinde hemmen nicht
    dich, wenn du Gaben schenken willst,
    Wenn flammend du den Kampf beginnst.



pávasvendo vŕ̥ṣā sutáḥ kr̥dʰī́ no yaśáso jáne |
víśvā ápa dvíṣo jahi || 28||



28. O Indu riesle, starker Saft,
    im Volke mache uns berühmt
    Und jage alle Hasser fort.



ásya te sakʰyé vayáṃ távendo dyumná uttamé |
sāsahyā́ma pr̥tanyatáḥ || 29||



29. In deinem Bunde mögen wir,
    Indu, in deinem höchsten Glanz
    Besiegen, die uns feindlich sind.



yā́ te bʰīmā́nyā́yudʰā tigmā́ni sánti dʰū́rvaṇe |
rákṣā samasya no nidáḥ || 30||



30. Mit deinen Waffen, welche scharf
    und furchtbar zum Verwunden sind,
    Beschütze uns vor jedem Feind.






Sūkta 9.62 

eté asr̥gramíndavastiráḥ pavítramāśávaḥ |
víśvānyabʰí saúbʰagā || 1||



1. Ergossen sind die Tropfen hier
    die schnellen durch das Somasieb
    Für uns zu allem hohen Glück,



vigʰnánto duritā́ purú sugā́ tokā́ya vājínaḥ |
tánā kr̥ṇvánto árvate || 2||



2. Verjagend vieles Ungemach,
    die raschen, schaffend freie Bahn
    Dem Stamm, den Rossen fort und fort.



kr̥ṇvánto várivo gáve'bʰyàrṣanti suṣṭutím |
íḷāmasmábʰyaṃ saṃyátam || 3||



3. Sie strömen zu dem Lobgesang
    dem Rinde schaffend freien Raum,
    Uns Labetrunk, der nie versiegt.



ásāvyaṃśúrmádāyāpsú dákṣo giriṣṭʰā́ḥ |
śyenó ná yónimā́sadat || 4||



4. Zum Rausche ist das Kraut gepresst,
    in Flut der starke Bergesfürst,
    Er setzt sich wie ein Aar ins Nest.



śubʰrámándʰo devávātamapsú dʰūtó nŕ̥bʰiḥ sutáḥ |
svádanti gā́vaḥ páyobʰiḥ || 5||



5. Den hellen gottbegehrten Trank,
    in Flut gespült, vom Volk gepresst,
    Versüssen Kühe durch die Milch.



ā́dīmáśvaṃ ná hétāró'śūśubʰannamŕ̥tāya |
mádʰvo rásaṃ sadʰamā́de || 6||



6. Jetzt schmückten sie des Methes Saft
    gleich wie ein Ross die Treiber aus,
    Zum Mahle dem Unsterblichen.



yā́ste dʰā́rā madʰuścútó'sr̥graminda ūtáye |
tā́bʰiḥ pavítramā́sadaḥ || 7||



7. Mit deinen Strömen, die zum Schutz
    an Honig reich ergossen sind,
    O Indu, fliesse in das Sieb.



só arṣéndrāya pītáye tiró rómāṇyavyáyā |
sī́danyónā váneṣvā́ || 8||



8. So fliess dem Indu denn zum Trunk
    durchs Widderhaar und setze dich
    Auf deinen Sitz, das Holzgefäss.



tvámindo pári srava svā́diṣṭʰo áṅgirobʰyaḥ |
varivovídgʰr̥táṃ páyaḥ || 9||



9. O Indu, ströme fette Milch
    ringsum, der Segen du verleihst,
    Du süssester, den Angiras.



ayáṃ vícarṣaṇirhitáḥ pávamānaḥ sá cetati |
hinvāná ā́pyaṃ br̥hát || 10||



10. Entsandt ist dieser thätige,
    und es erscheint der flammende,
    Der hold den hohen Freunden ist.



eṣá vŕ̥ṣā vŕ̥ṣavrataḥ pávamāno aśastihā́ |
káradvásūni dāśúṣe || 11||



11. Der Stier, der Stieres Werke thut,
    der flammende, der Flucher tilgt,
    Verschaffe dem Verehrer Gut.



ā́ pavasva sahasríṇaṃ rayíṃ gómantamaśvínam |
puruścandráṃ puruspŕ̥ham || 12||



12. O riesle tausendfachen Schatz
    herbei, der reich an Rind und Ross,
    Sehr glänzend ist und vielbegehrt.



eṣá syá pári ṣicyate marmr̥jyámāna āyúbʰiḥ |
urugāyáḥ kavíkratuḥ || 13||



13. Er ist es, der sich rings ergiesst,
    gereinigt von den eifrigen,
    Der weise, weithin schreitende.



sahásrotiḥ śatā́magʰo vimā́no rájasaḥ kavíḥ |
índrāya pavate mádaḥ || 14||



14. Der Trank, der tausend Hülfen beut
    und hundert Schätze, weisheitsvoll,
    Strömt hell dem Indra durch die Luft.



girā́ jātá ihá stutá índuríndrāya dʰīyate |
víryónā vasatā́viva || 15||



15. Durch Lied gezeugt, gepriesen hier,
    wird Indu Indra'n dargereicht,
    Ein Vogel in des Nestes Schooss.



pávamānaḥ sutó nŕ̥bʰiḥ sómo vā́jamivāsarat |
camū́ṣu śákmanāsádam || 16||



16. Gepresst von Männern, flammend hat
    der Soma Labung hergeströmt,
    Setzt kräftig in die Schalen sich.



táṃ tripr̥ṣṭʰé trivandʰuré rátʰe yuñjanti yā́tave |
ŕ̥ṣīṇāṃ saptá dʰītíbʰiḥ || 17||



17. Dem Wagen, der drei Rücken hat,
    drei Sitze, schirren sie ihn an
    Zur Fahrt durch sieben Sängerwerk.



táṃ sotāro dʰanaspŕ̥tamāśúṃ vā́jāya yā́tave |
háriṃ hinota vājínam || 18||



18. Ihr Sänger, spornt das schnelle Ross,
    das starke, schatzerbeutende,
    Zu eilen zu des Wettlaufs Preis.



āviśánkaláśaṃ sutó víśvā árṣannabʰí śríyaḥ |
śū́ro ná góṣu tiṣṭʰati || 19||



19. Der Saft, der in den Becher dringt,
    der alle Schätze uns ergiesst,
    Steht unter Kühen wie ein Held.



ā́ ta indo mádāya káṃ páyo duhantyāyávaḥ |
devā́ devébʰyo mádʰu || 20||



20. Es melken, Indu, deine Milch
    zum Rausche recht die eifrigen,
    Die Götter Göttern süssen Trank.



ā́ naḥ sómaṃ pavítra ā́ sr̥játā mádʰumattamam |
devébʰyo devaśrúttamam || 21||



21. Den gern die Götter hören, giesst
    den Göttern zu den süssesten,
    Den Soma in die Seihe ihr.



eté sómā asr̥kṣata gr̥ṇānā́ḥ śrávase mahé |
madíntamasya dʰā́rayā || 22||



22. Ergossen sind die Soma's hier
    gepriesen nun zu hohem Ruhm,
    Im Strome des berauschendsten.



abʰí gávyāni vītáye nr̥mṇā́ punānó arṣasi |
sanádvājaḥ pári srava || 23||



23. Du strömest flammend Rinderschar
    und Manneskraft zum Mahl herbei,
    Uns Kraft verleihend fliesse rings.



utá no gómatīríṣo víśvā arṣa pariṣṭúbʰaḥ |
gr̥ṇānó jamádagninā || 24||



24. Ergiesse alle Tränke uns,
    milchreiche, liedumjubelte,
    Von Dschamadagni du gerühmt.



pávasva vācó agriyáḥ sóma citrā́bʰirūtíbʰiḥ |
abʰí víśvāni kā́vyā || 25||



25. Mit reichen Hülfen riesle du,
    des Liedes Führer, Soma, uns
    Die Dichtergaben alle zu.



tváṃ samudríyā apò'griyó vā́ca īráyan |
pávasva viśvamejaya || 26||



26. Der du als Führer des Gesangs
    des Meeres Fluten strömen lässt,
    O riesle, allbelebender!



túbʰyemā́ bʰúvanā kave mahimné soma tastʰire |
túbʰyamarṣanti síndʰavaḥ || 27||



27. Es standen, weiser Soma, dir
    die Welten hier zur Macht bereit,
    Es rinnen dir die Ströme zu.



prá te divó ná vr̥ṣṭáyo dʰā́rā yantyasaścátaḥ |
abʰí śukrā́mupastíram || 28||



28. Es schreiten deine Strome vor
    wie Himmels Regen, flutenreich
    Zum hellen Ueberwurf der Streu.



índrāyénduṃ punītanográṃ dákṣāya sā́dʰanam |
īśānáṃ vītírādʰasam || 29||



29. Dem Indra macht den Indu hell,
    dem starken den, der kräftig hilft,
    Den Herrscher, der Genuss gewährt.



pávamāna r̥táḥ kavíḥ sómaḥ pavítramā́sadat |
dádʰatstotré suvī́ryam || 30||



30. Der heil'ge Seher, flammend hell,
    der Soma senkte sich ins Sieb,
    Dem Sänger schenk' er Heldenkraft.






Sūkta 9.63 

ā́ pavasva sahasríṇaṃ rayíṃ soma suvī́ryam |
asmé śrávāṃsi dʰāraya || 1||



1. O riesle tausendfaches Gut
    und Heldenkraft, o Soma, her,
    Uns reiche hohe Schätze dar.



íṣamū́rjaṃ ca pinvasa índrāya matsaríntamaḥ |
camū́ṣvā́ ní ṣīdasi || 2||



2. Du lässest schwellen Kraft und Saft
    dem Indra, o berauschendster,
    In Schalen lässt du nieder dich.



sutá índrāya víṣṇave sómaḥ kaláśe akṣarat |
mádʰumām̐ astu vāyáve || 3||



3. Gepresst für Indra, Vischnu fliesst
    der Soma nieder in den Krug,
    Er möge süss dem Vaju sein.



eté asr̥gramāśávó'ti hvárāṃsi babʰrávaḥ |
sómā r̥tásya dʰā́rayā || 4||



4. Im Strom des Opfers haben sich
    ergossen diese flammenden,
    Die raschen Soma's durch das Netz,



índraṃ várdʰanto aptúraḥ kr̥ṇvánto víśvamā́ryam |
apagʰnánto árāvṇaḥ || 5||



5. Den Indra stärkend, rasch im Werk,
    verschaffend, was der Arjer wünscht,
    Verjagend die gehässigen.



sutā́ ánu svámā́ rájo'bʰyàrṣanti babʰrávaḥ |
índraṃ gácʰanta índavaḥ || 6||



6. Die rothen Indu's ausgepresst,
    ergiessen durch den eignen Raum
    Der Luft zu Indra eilend sich.



ayā́ pavasva dʰā́rayā yáyā sū́ryamárocayaḥ |
hinvānó mā́nuṣīrapáḥ || 7||



7. Mit diesem Strome riesle hell,
    mit dem die Sonne du entflammt,
    Entsendend menschenholde Flut.



áyukta sū́ra étaśaṃ pávamāno manā́vádʰi |
antárikṣeṇa yā́tave || 8||



8. Die Sonne hat ihr Ross geschirrt
    hellflammend in des Menschen Sitz,
    Zu fahren durch den Raum der Luft.



utá tyā́ haríto dáśa sū́ro ayukta yā́tave |
índuríndra íti bruván || 9||



9. Die zehn Goldrosse hat sich schon
    der Sonnengott zur Fahrt geschirrt,
    Der Indu, der sich Indra nennt.



párītó vāyáve sutáṃ gíra índrāya matsarám |
ávyo vā́reṣu siñcata || 10||



10. Dem Vaju und dem Indra giesst
    von hier den Saft, der Rausch erregt,
    O Sänger, durch das Widderhaar.



pávamāna vidā́ rayímasmábʰyaṃ soma duṣṭáram |
yó dūṇā́śo vanuṣyatā́ || 11||



11. O schenk uns, Soma, flammender,
    den Schatz, der unentreissbar ist
    Und unerreichbar für den Feind.



abʰyàrṣa sahasríṇaṃ rayíṃ gómantamaśvínam |
abʰí vā́jamutá śrávaḥ || 12||



12. O ströme tausendfachen Schatz
    an Rindern, Rossen uns herbei
    Und Labetrunk und Ruhm uns zu.



sómo devó ná sū́ryó'dribʰiḥ pavate sutáḥ |
dádʰānaḥ kaláśe rásam || 13||



13. Gepresst von Steinen rieselt hell
    der Soma gleich dem Sonnengott
    Und führt zur Schale seinen Saft.



eté dʰā́mānyā́ryā śukrā́ r̥tásya dʰā́rayā |
vā́jaṃ gómantamakṣaran || 14||



14. Im Strom des Opfers gossen sie,
    die hellen, rinderreiches Gut
    Hin zu dem Sitz der Arier.



sutā́ índrāya vajríṇe sómāso dádʰyāśiraḥ |
pavítramátyakṣaran || 15||



15. Dem Blitzer Indra ausgepresst,
    ergiessen durch die Seihe sich
    Die Somatränke milchgemischt.



prá soma mádʰumattamo rāyé arṣa pavítra ā́ |
mádo yó devavī́tamaḥ || 16||



16. Zu Reichthum ströme in das Sieb,
    o Soma, als das süsseste
    Gebräu, das götterlabendste.



támī mr̥jantyāyávo háriṃ nadī́ṣu vājínam |
índumíndrāya matsarám || 17||



17. Es striegeln ihn die eifrigen,
    in Strömen ihn, das schnelle Ross,
    Den Indu, Indra's Wonnetrank.



ā́ pavasva híraṇyavadáśvāvatsoma vīrávat |
vā́jaṃ gómantamā́ bʰara || 18||



18. O Soma, riesle Schatz an Gold,
    an Rossen und an Helden her
    Und bring' uns rinderreiches Gut.



pári vā́je ná vājayúmávyo vā́reṣu siñcata |
índrāya mádʰumattamam || 19||



19. Ergiesset durch des Widders Haar
    dem Indra ihn, den süssesten,
    Der wie beim Wettlauf Preis erstrebt.



kavíṃ mr̥janti márjyaṃ dʰībʰírvíprā avasyávaḥ |
vŕ̥ṣā kánikradarṣati || 20||



20. Nach Gunst verlangend läutern ihn,
    den Läutrungswerthen, andachtsvoll
    Die Sänger, brüllend rinnt der Stier.



vŕ̥ṣaṇaṃ dʰībʰíraptúraṃ sómamr̥tásya dʰā́rayā |
matī́ víprāḥ sámasvaran || 21||



21. Mit Andacht und Gebet besang
    der Sänger Schar den thät'gen Stier,
    Den Soma in des Opfers Strom.



pávasva devāyuṣágíndraṃ gacʰatu te mádaḥ |
vāyúmā́ roha dʰármaṇā || 22||



22. O riesle, Gott, mit Kraft begabt,
    in Indra gehe ein dein Rausch,
    Zu Vaju steige nach dem Brauch.



pávamāna ní tośase rayíṃ soma śravā́yyam |
priyáḥ samudrámā́ viśa || 23||



23. Du träufelst rühmenswerthen Schatz
    herab, o Soma, flammender,
    Geh ein, du lieber, in das Meer.



apagʰnánpavase mŕ̥dʰaḥ kratuvítsoma matsaráḥ |
nudásvā́devayuṃ jánam || 24||



24. Den Feind verjagend rieselst du,
    berauschend, Soma, kräftigend,
    Verstoss die gottvergessne Schar.



pávamānā asr̥kṣata sómāḥ śukrā́sa índavaḥ |
abʰí víśvāni kā́vyā || 25||



25. Die Soma's haben, hell entflammt,
    als lichte Tropfen ausgeströmt
    Die Sehergaben allesammt.



pávamānāsa āśávaḥ śubʰrā́ asr̥gramíndavaḥ |
gʰnánto víśvā ápa dvíṣaḥ || 26||



26. Ergossen sind die flammenden,
    die schnellen Tropfen, licht und schön,
    Verjagend aller Feinde Schar.



pávamānā diváspáryantárikṣādasr̥kṣata |
pr̥tʰivyā́ ádʰi sā́navi || 27||



27. Ergossen sind vom Himmel her
    und aus der Luft die flammenden
    Nun auf der Erde Fläche hin.



punānáḥ soma dʰā́rayéndo víśvā ápa srídʰaḥ |
jahí rákṣāṃsi sukrato || 28||



28. Gereinigt, Soma, schlag' im Strom
    o Indu, alle Feinde fort,
    Und die Gespenster, kräftiger!



apagʰnánsoma rakṣáso'bʰyàrṣa kánikradat |
dyumántaṃ śúṣmamuttamám || 29||



29. Verjagend der Gespenster Schar,
    o Soma, ströme rauschend her
    Die höchste, glanzbegabte Kraft.



asmé vásūni dʰāraya sóma divyā́ni pā́rtʰivā |
índo víśvāni vā́ryā || 30||



30. O Soma, theil' die Güter uns
    des Himmels und der Erde zu,
    O Indu, alle Herrlichkeit.






Sūkta 9.64 

vŕ̥ṣā soma dyumā́m̐ asi vŕ̥ṣā deva vŕ̥ṣavrataḥ |
vŕ̥ṣā dʰármāṇi dadʰiṣe || 1||



1. Du, Soma, bist ein lichter Stier,
    ein Stier, o Gott, mit Stieres Werk,
    Als Stier empfängst du die Gebühr.



vŕ̥ṣṇaste vŕ̥ṣṇyaṃ śávo vŕ̥ṣā vánaṃ vŕ̥ṣā mádaḥ |
satyáṃ vr̥ṣanvŕ̥ṣédasi || 2||



2. Dir Stier ist eigen Stieres Kraft,
    ein Stier die Flut, ein Stier der Rausch,
    Ein rechter Stier bist du, o Stier.



áśvo ná cakrado vŕ̥ṣā sáṃ gā́ indo sámárvataḥ |
ví no rāyé dúro vr̥dʰi || 3||



3. O wiehere gleich wie ein Hengst
    uns Ross' und Rinder, Indu, her,
    Des Reichthums Thore öffne uns.



ásr̥kṣata prá vājíno gavyā́ sómāso aśvayā́ |
śukrā́so vīrayā́śávaḥ || 4||



4. Voll Gier nach Rind und Ross und Mann
    sind Somatränke ausgeströmt,
    Die raschen, starken, glänzenden.



śumbʰámānā r̥tāyúbʰirmr̥jyámānā gábʰastyoḥ |
pávante vā́re avyáye || 5||



5. Sie rieseln hin aufs Widderhaar,
    von frommen Männern ausgeschmückt,
    Mit beiden Armen schön geklärt.



té víśvā dāśúṣe vásu sómā divyā́ni pā́rtʰivā |
pávantāmā́ntárikṣyā || 6||



6. Die Soma's mögen alles Gut
    der Erd', des Himmels und der Luft
    Zurieseln dem Verehrenden.



pávamānasya viśvavitprá te sárgā asr̥kṣata |
sū́ryasyeva ná raśmáyaḥ || 7||



7. Allweiser, dein, des flammenden,
    Ergüsse sind hervorgeströmt
    Gleich wie der Sonne Strahlenschar.



ketúṃ kr̥ṇvándiváspári víśvā rūpā́bʰyarṣasi |
samudráḥ soma pinvase || 8||



8. Vom Himmel Licht erzeugend strömst
    du alle Herrlichkeit herbei,
    Du schwillst, o Soma, als ein Meer.



hinvānó vā́camiṣyasi pávamāna vídʰarmaṇi |
ákrāndevó ná sū́ryaḥ || 9||



9. Entsandt erhebst du den Gesang,
    o rieselnder, du wiehertest
    Am Himmel wie der Sonnengott.



índuḥ paviṣṭa cétanaḥ priyáḥ kavīnā́ṃ matī́ |
sr̥jádáśvaṃ ratʰī́riva || 10||



10. Der liebe Indu riesle hell
    erglänzend durch der Sänger Lied,
    rasch, wie das Ross der Lenker treibt.



ūrmíryáste pavítra ā́ devāvī́ḥ paryákṣarat |
sī́dannr̥tásya yónimā́ || 11||



11. Mit deiner Welle, die ins Sieb,
    die Götter speisend, niederrann,
    Sich setzend auf des Opfers Schooss,



sá no arṣa pavítra ā́ mádo yó devavī́tamaḥ |
índavíndrāya pītáye || 12||



12. O Indu, ström' in unser Sieb
    zum Trunk dem Indra, als der Trank,
    Der Göttern beste Labung bringt.



iṣé pavasva dʰā́rayā mr̥jyámāno manīṣíbʰiḥ |
índo rucā́bʰí gā́ ihi || 13||



13. Zur Labung riesle hell im Strom,
    gereinigt von den kundigen,
    Geh, Indu, glänzend zu der Milch.



punānó várivaskr̥dʰyū́rjaṃ jánāya girvaṇaḥ |
háre sr̥jāná āśíram || 14||



14. Gereinigt schaffe freien Raum
    und Kraft den Menschen, Liederfreund,
    Entsandt, o Ross, zum Milchgemisch.



punānó devávītaya índrasya yāhi niṣkr̥tám |
dyutānó vājíbʰiryatáḥ || 15||



15. Gereinigt geh zum Göttermahl
    dahin, wo du den Indra triffst,
    Gelenkt von Priestern, strahlender!



prá hinvānā́sa índavó'cʰā samudrámāśávaḥ |
dʰiyā́ jūtā́ asr̥kṣata || 16||



16. Die schnellen Rosse, angespornt,
    sind zu dem Meere vorgeströmt,
    Die Indu's, durch Gebet beeilt.



marmr̥jānā́sa āyávo vŕ̥tʰā samudrámíndavaḥ |
ágmannr̥tásya yónimā́ || 17||



17. Die Indu's, die gereinigten,
    die schnellen, sind voll Lust zum Meer
    Gegangen in des Opfers Schooss.



pári ṇo yāhyasmayúrvíśvā vásūnyójasā |
pāhí naḥ śárma vīrávat || 18||



18. Behütend geh, uns holdgesinnt,
    mit Kraft um alle Güter uns,
    Schirm unser männerreiches Haus.



mímāti váhnirétaśaḥ padáṃ yujāná ŕ̥kvabʰiḥ |
prá yátsamudrá ā́hitaḥ || 19||



19. Es brüllt das bunte Wagenross,
    von Sängern an den Platz geschirrt,
    Wenn es zum Meere ist entsandt.



ā́ yádyóniṃ hiraṇyáyamāśúrr̥tásya sī́dati |
jáhātyápracetasaḥ || 20||



20. Wenn in des Opfers goldnen Schooss
    sich niederlässt das schnelle Ross,
    So lässt die Thoren es im Stich.



abʰí venā́ anūṣatéyakṣanti prácetasaḥ |
májjantyávicetasaḥ || 21||



21. Die Freunde haben ihn gerühmt,
    die Weisen opfern ihm mit Lust,
    Zu Grunde geht der Thoren Schar.



índrāyendo marútvate pávasva mádʰumattamaḥ |
r̥tásya yónimāsádam || 22||



22. Dem Indra mit der Marutschar,
    o Indu, riesle, süssester!
    Zu setzen dich in Opfers Schooss.



táṃ tvā víprā vacovídaḥ pári ṣkr̥ṇvanti vedʰásaḥ |
sáṃ tvā mr̥jantyāyávaḥ || 23||



23. Rings schmücken die verehrenden,
    die liederkund'gen Sänger dich,
    Es läutern dich die eifrigen.



rásaṃ te mitró aryamā́ píbanti váruṇaḥ kave |
pávamānasya marútaḥ || 24||



24. Es trinken, Weiser, deinen Saft,
    des hellen, Mitra, Arjaman
    Und Varuna, die Marutschar.



tváṃ soma vipaścítaṃ punānó vā́camiṣyasi |
índo sahásrabʰarṇasam || 25||



25. Gereinigt lässt, o Soma, du
    erschallen dein begeistert Lied,
    Das, Indu, tausend Gaben beut.



utó sahásrabʰarṇasaṃ vā́caṃ soma makʰasyúvam |
punāná indavā́ bʰara || 26||



26. Das Lied, was tausend Gaben beut,
    o Soma, den Triumphgesang,
    Bring', Indu, her, gereinigter!



punāná indaveṣāṃ púruhūta jánānām |
priyáḥ samudrámā́ viśa || 27||



27. Gereinigt, Indu, und geliebt
    von diesen Männern viel gerühmt,
    So schreite zu dem Meere hin.



dávidyutatyā rucā́ pariṣṭóbʰantyā kr̥pā́ |
sómāḥ śukrā́ gávāśiraḥ || 28||



28. Die milchgemischten Soma's sind
    erhellt von lichtem Strahlenglanz,
    Versehn mit rauschender Gestalt.



hinvānó hetŕ̥bʰiryatá ā́ vā́jaṃ vājyàkramīt |
sī́danto vanúṣo yatʰā || 29||



29. Gespornt von Treibern und gelenkt
    hat nun der Renner Preis erlangt
    Wie Krieger sitzend nach dem Streit.



r̥dʰáksoma svastáye saṃjagmānó diváḥ kavíḥ |
pávasva sū́ryo dr̥śé || 30||



30. Gesondert, Soma, und vereint,
    du Himmels Sänger, ströme hell
    Zum Heil, der Sonne gleich zu schaun.






Sūkta 9.65 

hinvánti sū́ramúsrayaḥ svásāro jāmáyaspátim |
mahā́mínduṃ mahīyúvaḥ || 1||



1. Die Sonne senden morgenhell,
    den Gatten die verschwisterten,
    Den grossen Indu grossgesinnt.



pávamāna rucā́rucā devó devébʰyaspári |
víśvā vásūnyā́ viśa || 2||



2. O flammender, mit stetem Glanz,
    ein Gott du, von den Göttern her,
    In alle Güter dringe ein.



ā́ pavamāna suṣṭutíṃ vr̥ṣṭíṃ devébʰyo dúvaḥ |
iṣé pavasva saṃyátam || 3||



3. Den Göttern riesle, rieselnder,
    du Gaben zu und Lobgesang,
    Zum Trunk die Flut, die stetig strömt.



vŕ̥ṣā hyási bʰānúnā dyumántaṃ tvā havāmahe |
pávamāna svādʰyàḥ || 4||



4. Du bist an Strahlen ja ein Held,
    drum rufen wir dich glänzenden,
    O flammender, an Andacht reich.



ā́ pavasva suvī́ryaṃ mándamānaḥ svāyudʰa |
ihó ṣvindavā́ gahi || 5||



5. O riesle Heldenkraft herbei,
    erfreut, o schön bewaffneter,
    O Indu, komme schnell hieher.



yádadbʰíḥ pariṣicyáse mr̥jyámāno gábʰastyoḥ |
drúṇā sadʰástʰamaśnuṣe || 6||



6. Wenn du durch Flut ergossen wirst,
    gereinigt von den Armen du,
    Erreichst du auf dem Holz den Sitz.



prá sómāya vyaśvavátpávamānāya gāyata |
mahé sahásracakṣase || 7||



7. Auf, singet nach Viaçva's Art
    dem Soma, ihm, dem flammenden,
    Dem grossen, tausendäugigen.



yásya várṇaṃ madʰuścútaṃ háriṃ hinvántyádribʰiḥ |
índumíndrāya pītáye || 8||



8. Dess helle Flut von Honig trieft,
    dess Ross sie spornen durchs Gestein,
    Zum Trunk dem Indra, Indu ihn.



tásya te vājíno vayáṃ víśvā dʰánāni jigyúṣaḥ |
sakʰitvámā́ vr̥ṇīmahe || 9||



9. Der du als Streitross alles Gut
    erbeutet hast, dich wünschen wir
    Uns zur Genossenschaft herbei.



vŕ̥ṣā pavasva dʰā́rayā marútvate ca matsaráḥ |
víśvā dádʰāna ójasā || 10||



10. O riesle als ein Stier im Strom,
    berauschend für den Marutherrn,
    Erlangend alles durch Gewalt.



táṃ tvā dʰartā́ramoṇyòḥ pávamāna svardŕ̥śam |
hinvé vā́jeṣu vājínam || 11||



11. Der du die Weltenschalen trägst,
    o Flammender, der Sonne gleich,
    Dich sporn' ich wie ein Ross zum Lauf.



ayā́ cittó vipā́náyā háriḥ pavasva dʰā́rayā |
yújaṃ vā́jeṣu codaya || 12||



12. An diesem und an jenem Stab
    erscheinend riesle hell im Strom,
    Und treib dein Ross im Wettlauf an.



ā́ na indo mahī́míṣaṃ pávasva viśvádarśataḥ |
asmábʰyaṃ soma gātuvít || 13||



13. O Indu, riesle reichen Trunk
    uns zu, der du allsichtbar bist,
    O Soma, Wohlfahrt schaffend uns.



ā́ kaláśā anūṣaténdo dʰā́rābʰirójasā |
éndrasya pītáye viśa || 14||



14. Erklungen, Indu, sind mit Macht
    die Schüsseln hier von deinem Strom,
    Zum Trunk des Indra geh hinein.



yásya te mádyaṃ rásaṃ tīvráṃ duhántyádribʰiḥ |
sá pavasvābʰimātihā́ || 15||



15. Du, dessen starkes Rauschgebräu
    sie mit den Steinen melken aus,
    Die Feinde schlagend flammenhell.



rā́jā medʰā́bʰirīyate pávamāno manā́vádʰi |
antárikṣeṇa yā́tave || 16||



16. Durch Lieder wird der flammende,
    beim Menschen angefleht, der Fürst,
    Zu gehen durch den Raum der Luft.



ā́ na indo śatagvínaṃ gávāṃ póṣaṃ sváśvyam |
váhā bʰágattimūtáye || 17||



17. Fahr hundertfache Nahrung uns
    an Ross und Rind, o Indu, her,
    Und Gütergabe zum Genuss.



ā́ naḥ soma sáho júvo rūpáṃ ná várcase bʰara |
suṣvāṇó devávītaye || 18||



18. Gewandheit bringe her und Kraft
    wie Schönheit, Soma, uns zum Glanz
    Zum Göttermahle ausgepresst.



árṣā soma dyumáttamo'bʰí dróṇāni róruvat |
sī́dañcʰyenó ná yónimā́ || 19||



19. O Soma, ström' in hellstem Glanz
    laut rauschend auf die Kufen hin,
    Und setz dich wie ein Aar aufs Nest.



apsā́ índrāya vāyáve váruṇāya marúdbʰyaḥ |
sómo arṣati víṣṇave || 20||



20. Dem Indra, Vaju, Varuna,
    den Maruts und dem Vischnu strömt
    Der Soma Fluten spendend zu.



íṣaṃ tokā́ya no dádʰadasmábʰyaṃ soma viśvátaḥ |
ā́ pavasva sahasríṇam || 21||



21. Erquickung spendend unserm Stamm
    und uns, o Soma, überall
    Ström' her uns tausendfaches Gut.



yé sómāsaḥ parāváti yé arvāváti sunviré |
yé vādáḥ śaryaṇā́vati || 22||



22. Die Somatränke, welche fern
    gepresst sind, oder in der Näh
    Und dort auf somareicher Flur,



yá ārjīkéṣu kŕ̥tvasu yé mádʰye pastyā̀nām |
yé vā jáneṣu pañcásu || 23||



23. Die in Behältern voller Kraft,
    die mitten in dem Heimatsitz
    Und bei den fünf Geschlechtern sind,



té no vr̥ṣṭíṃ diváspári pávantāmā́ suvī́ryam |
suvānā́ devā́sa índavaḥ || 24||



24. Die mögen Regen strömen uns
    vom Himmel hell und Heldenkraft,
    Die Götter Indu's, ausgepresst.



pávate haryató hárirgr̥ṇānó jamádagninā |
hinvānó górádʰi tvací || 25||



25. Es flammt das holde goldne Ross,
    von Dschamadagni hochgerühmt,
    Hin auf das Rinderfell entsandt.



prá śukrā́so vayojúvo hinvānā́so ná sáptayaḥ |
śrīṇānā́ apsú mr̥ñjata || 26||



26. Die hellen Kraft erregenden,
    wie angespornte Rosse sind
    Mit Milch gemischt in Flut geklärt.



táṃ tvā sutéṣvābʰúvo hinviré devátātaye |
sá pavasvānáyā rucā́ || 27||



27. So trieben bei den Tränken dich
    die Diener hin zur Götterschar,
    So riesle nun mit deinem Glanz.



ā́ te dákṣaṃ mayobʰúvaṃ váhnimadyā́ vr̥ṇīmahe |
pā́ntamā́ puruspŕ̥ham || 28||



28. Wir wünschen heut uns deine Kraft,
    die schnell dahinfährt, Freude bringt,
    Die vielbegehrte, schützende,



ā́ mandrámā́ váreṇyamā́ vípramā́ manīṣíṇam |
pā́ntamā́ puruspŕ̥ham || 29||



29. Die Freude schafft, die herrliche,
    begeisterte, verständige,
    Die vielbegehrte, schützende,



ā́ rayímā́ sucetúnamā́ sukrato tanū́ṣvā́ |
pā́ntamā́ puruspŕ̥ham || 30||



30. Und Reichthum bringt nach deiner Gunst,
    schönwirkender, auch für uns selbst
    den vielbegehrten, schützenden.






Sūkta 9.66 

pávasva viśvacarṣaṇe'bʰí víśvāni kā́vyā |
sákʰā sákʰibʰya ī́ḍyaḥ || 1||



1. O riesle, aller Menschen Hort,
    uns alle Sehergaben her,
    Ein Freund den Freunden, preisenswerth.



tā́bʰyāṃ víśvasya rājasi yé pavamāna dʰā́manī |
pratīcī́ soma tastʰátuḥ || 2||



2. Du flammender beherrschst das All
    durch beide Weltenstätten, die,
    O Soma, sich einander schaun.



pári dʰā́māni yā́ni te tváṃ somāsi viśvátaḥ |
pávamāna r̥túbʰiḥ kave || 3||



3. Um alle Stätten, die du hast,
    o Soma, bist du überall,
    O Seher, hell zur Opferzeit.



pávasva janáyanníṣo'bʰí víśvāni vā́ryā |
sákʰā sákʰibʰya ūtáye || 4||



4. O riesle, zeugend Labetrunk,
    uns alle Herrlichkeiten her,
    Ein Freund den Freunden, zum Genuss.



táva śukrā́so arcáyo diváspr̥ṣṭʰé ví tanvate |
pavítraṃ soma dʰā́mabʰiḥ || 5||



5. Am Himmelsrücken breiten sich
    rings deine hellen Strahlen aus
    Zur Seihe, Soma, nach dem Brauch.



távemé saptá síndʰavaḥ praśíṣaṃ soma sisrate |
túbʰyaṃ dʰāvanti dʰenávaḥ || 6||



6. Die sieben Ströme rinnen hier
    auf dein Geheiss, o Soma, hin,
    Dir strömen milchversehen sie.



prá soma yāhi dʰā́rayā sutá índrāya matsaráḥ |
dádʰāno ákṣiti śrávaḥ || 7||



7. O Soma, schreite vor im Strom,
    zum Rausch für Indra ausgepresst,
    Erlangend Ruhm, der nie vergeht.



sámu tvā dʰībʰírasvaranhinvatī́ḥ saptá jāmáyaḥ |
vípramājā́ vivásvataḥ || 8||



8. Die sieben Schwestern rauschten dir
    entsandt mit den Gebeten zu,
    Dir Weisem auf Vivasvats Bahn.



mr̥jánti tvā sámagrúvó'vye jīrā́vádʰi ṣváṇi |
rebʰó yádajyáse váne || 9||



9. Es reinigt dich der Jungfraun Schar
    im Strom, der durch die Wolle rauscht,
    Wenn man ins Holz dich Sänger führt.



pávamānasya te kave vā́jinsárgā asr̥kṣata |
árvanto ná śravasyávaḥ || 10||



10. O Weiser, deine Ströme sind
    ergossen, rascher, flammender!
    Wie Renner strebend nach dem Preis,



ácʰā kóśaṃ madʰuścútamásr̥graṃ vā́re avyáye |
ávāvaśanta dʰītáyaḥ || 11||



11. Ergossen durch des Widders Haar
    zur honigreichen Kufe hin,
    Und die Gebete schollen laut.



ácʰā samudrámíndavó'staṃ gā́vo ná dʰenávaḥ |
ágmannr̥tásya yónimā́ || 12||



12. Die Indu's sind zum Meere hin
    wie Kühe heimwärts in den Stall,
    Gelaufen in des Opfers Schooss.



prá ṇa indo mahé ráṇa ā́po arṣanti síndʰavaḥ |
yádgóbʰirvāsayiṣyáse || 13||



13. Es eilt voran der Ströme Flut,
    o Indu, uns zu hoher Lust,
    Wenn du mit Milch dich kleiden willst.



ásya te sakʰyé vayámíyakṣantastvótayaḥ |
índo sakʰitvámuśmasi || 14||



14. Drum wünschen deine Freundschaft wir
    verlangend, Indu, unterstützt
    Von dir in deiner Brüderschaft.



ā́ pavasva gáviṣṭaye mahé soma nr̥cákṣase |
éndrasya jaṭʰáre viśa || 15||



15. Ström', Soma, dem begierigen,
    dem grossen, Männer schauenden,
    Und dringe ein in Indra's Bauch.



mahā́m̐ asi soma jyéṣṭʰa ugrā́ṇāminda ójiṣṭʰaḥ |
yúdʰvā sáñcʰáśvajjigetʰa || 16||



16. Gross bist, Soma, du, der beste,
    Indu, und der starken stärkster,
    Stets bist Sieger du im Kampfe.



yá ugrébʰyaścidójīyāñcʰū́rebʰyaścicʰū́rataraḥ |
bʰūridā́bʰyaścinmáṃhīyān || 17||



17. Der du stärker bist als starke,
    heldenmüth'ger auch als Helden,
    Mehr verleihst als gabenreiche,



tváṃ soma sū́ra éṣastokásya sātā́ tanū́nām |
vr̥ṇīmáhe sakʰyā́ya vr̥ṇīmáhe yújyāya || 18||



18. Soma, du bist Sonne, schenkest
    Labung uns und unsern Kindern,
    Dich begehren wir zum Bündniss.



ágna ā́yūṃṣi pavasa ā́ suvórjamíṣaṃ ca naḥ |
āré bādʰasva ducʰúnām || 19||



19. Du flammst, o Agni, Leben aus,
    erzeuge Trank und Speise uns,
    Das Unheil stosse weit hinweg.



agnírŕ̥ṣiḥ pávamānaḥ pā́ñcajanyaḥ puróhitaḥ |
támīmahe mahāgayám || 20||



20. Den Sänger Agni flehn wir an,
    der flammt, der viele Güter hat,
    Der fünf Geschlechter Priester ist.



ágne pávasva svápā asmé várcaḥ suvī́ryam |
dádʰadrayíṃ máyi póṣam || 21||



21. O Agni, flamme uns herbei
    schönwirkend Glanz und Heldenkraft;
    Er schenke Gut und Nahrung mir.



pávamāno áti srídʰo'bʰyàrṣati suṣṭutím |
sū́ro ná viśvádarśataḥ || 22||



22. Hinflammend durch der Feinde Schar,
    ergiesst er sich zum Lobgesang,
    Der Sonne gleichend, rings zu schaun,



sá marmr̥jāná āyúbʰiḥ práyasvānpráyase hitáḥ |
índurátyo vicakṣaṇáḥ || 23||



23. Gereinigt von den eifrigen,
    zur Labung labungsreich entsandt,
    Der weise Indu als ein Ross.



pávamāna r̥táṃ br̥hácʰukráṃ jyótirajījanat |
kr̥ṣṇā́ támāṃsi jáṅgʰanat || 24||



24. Erhabnes Werk hat er erzeugt
    und helles Licht der flammende,
    Verjagend schwarze Finsterniss.



pávamānasya jáṅgʰnato háreścandrā́ asr̥kṣata |
jīrā́ ajiráśociṣaḥ || 25||



25. Ergossen sind des flammenden,
    des goldnen Kämpfers Ströme schon,
    Die lichten Flammenfunkelnden.



pávamāno ratʰī́tamaḥ śubʰrébʰiḥ śubʰráśastamaḥ |
háriścandro marúdgaṇaḥ || 26||



26. Der flammende, bestfahrende,
    sehr glänzend mit den glänzenden,
    Marut-umschart, von goldnem Licht,



pávamāno vyàśnavadraśmíbʰirvājasā́tamaḥ |
dádʰatstotré suvī́ryam || 27||



27. Mit seinen Strahlen dringe durch
    der flammende, der Kraft verleiht,
    Dem Sänger schenk' er Heldenkraft.



prá suvāná índurakṣāḥ pavítramátyavyáyam |
punāná índuríndramā́ || 28||



28. Gepresst ist Indu vorgeströmt
    hin durch das wollne Läutrungsnetz,
    Geklärt zu Indra Indu hin.



eṣá sómo ádʰi tvací gávāṃ krīḷatyádribʰiḥ |
índraṃ mádāya jóhuvat || 29||



29. Der Soma hüpft durch Steine nun
    hernieder auf die Rinderhaut,
    Den Indra rufend zu dem Rausch.



yásya te dyumnávatpáyaḥ pávamānā́bʰr̥taṃ diváḥ |
téna no mr̥ḷa jīváse || 30||



30. Mit deiner Milch, die leuchtend dir,
    o flammender, vom Himmel kam,
    Mit der sei hold zum Leben uns.






Sūkta 9.67 

tváṃ somāsi dʰārayúrmandrá ójiṣṭʰo adʰvaré |
pávasva maṃhayádrayiḥ || 1||



1. Du Soma bist an Strömen reich,
    am Fest erfreuend reich an Kraft,
    O flamme Reichthum spendend uns.



tváṃ sutó nr̥mā́dano dadʰanvā́nmatsaríntamaḥ |
índrāya sūrírándʰasā || 2||



2. Du bist gepresst, der Männer Lust,
    mit Trank geströmt, berauschendster,
    Dem Indra du, der glänzende.



tváṃ suṣvāṇó ádribʰirabʰyàrṣa kánikradat |
dyumántaṃ śúṣmamuttamám || 3||



3. O ströme wiehernd uns herbei,
    von Somasteinen ausgepresst,
    Die höchste Kraft, die glänzende.



índurhinvānó arṣati tiró vā́rāṇyavyáyā |
hárirvā́jamacikradat || 4||



4. Getrieben rennt das goldne Ross,
    der Indu durch des Widders Haar,
    Schon wiehert nach dem Kampfpreis er.



índo vyávyamarṣasi ví śrávāṃsi ví saúbʰagā |
ví vā́jānsoma gómataḥ || 5||



5. O Indu, du durchströmst das Sieb,
    gibst rühmenswerthes Gut und Glück,
    Milchreiche Speisen, Soma du.



ā́ na indo śatagvínaṃ rayíṃ gómantamaśvínam |
bʰárā soma sahasríṇam || 6||



6. Bring', Indu, hundertfaches Gut
    an Rindern und an Rossen uns,
    O Soma, tausendfaches her.



pávamānāsa índavastiráḥ pavítramāśávaḥ |
índraṃ yā́mebʰirāśata || 7||



7. Die schnellen Indu's haben schon,
    hinrieselnd durch das Somasieb,
    Indra erreicht auf ihrer Bahn.



kakuháḥ somyó rása índuríndrāya pūrvyáḥ |
āyúḥ pavata āyáve || 8||



8. Es flammt der beste Somasaft,
    der Indu frische Lebenskraft
    Dem Indra und dem Menschen zu.



hinvánti sū́ramúsrayaḥ pávamānaṃ madʰuścútam |
abʰí girā́ sámasvaran || 9||



9. Die Sonne treiben strahlend sie
    die flammende, die Honig trieft,
    Und rauschen ihr mit Liedern zu.



avitā́ no ajā́śvaḥ pūṣā́ yā́maniyāmani |
ā́ bʰakṣatkanyā̀su naḥ || 10||



10. Ein Schützer sei auf jedem Weg
    uns Puschan, der mit Ziegen fährt;
    Er schenke holde Bräute uns.



ayáṃ sómaḥ kapardíne gʰr̥táṃ ná pavate mádʰu |
ā́ bʰakṣatkanyā̀su naḥ || 11||



11. Dem haargeflochtnen rieselt hier
    der Soma süsse Butter zu;
    Er schenke holde Bräute uns.



ayáṃ ta āgʰr̥ṇe sutó gʰr̥táṃ ná pavate śúci |
ā́ bʰakṣatkanyā̀su naḥ || 12||



12. Der ist, glutreicher, dir gepresst,
    er rieselt gleichsam helles Fett,
    Er schenke holde Bräute uns.



vācó jantúḥ kavīnā́ṃ pávasva soma dʰā́rayā |
devéṣu ratnadʰā́ asi || 13||



13. Entstammt dem Lied der Sänger du,
    o Soma, riesle hell im Strom,
    Den Göttern theilst du Schätze zu.



ā́ kaláśeṣu dʰāvati śyenó várma ví gāhate |
abʰí dróṇā kánikradat || 14||



14. Es eilt der Aar den Bechern zu,
    er taucht sich in sein schützend Nest,
    Und kreischet hell die Kufen an.



pári prá soma te rásó'sarji kaláśe sutáḥ |
śyenó ná taktó arṣati || 15||



15. Rings hat ergossen sich dein Saft
    gepresst, o Soma, in den Krug,
    Er strömet wie ein Aar im Flug.



pávasva soma mandáyanníndrāya mádʰumattamaḥ || 16||



16. Erfreuend riesle, Soma, du
    dem Indra als der süsseste.



ásr̥grandevávītaye vājayánto rátʰā iva || 17||



17. Wie Wagen sind die labenden
    zum Göttermahle hingesandt.



té sutā́so madíntamāḥ śukrā́ vāyúmasr̥kṣata || 18||



18. Zu Vaju sind die Tränk' entsandt
    die hellen, die berauschendsten.



grā́vṇā tunnó abʰíṣṭutaḥ pavítraṃ soma gacʰasi |
dádʰatstotré suvī́ryam || 19||



19. Vom Stein gestossen, Soma, gehst
    besungen du zur Seihe hin,
    Dem Sänger schenkend Heldenkraft.



eṣá tunnó abʰíṣṭutaḥ pavítramáti gāhate |
rakṣohā́ vā́ramavyáyam || 20||



20. Gestossen und besungen taucht
    sich dieser in der Seihe Netz,
    Der Bösen Feind ins Widderhaar.



yádánti yácca dūraké bʰayáṃ vindáti mā́mihá |
pávamāna ví tájjahi || 21||



21. Wenn in der Nähe hier Gefahr
    und in der Ferne mich erreicht,
    So schlage fort sie, flammender!



pávamānaḥ só adyá naḥ pavítreṇa vícarṣaṇiḥ |
yáḥ potā́ sá punātu naḥ || 22||



22. Es läutere, der Läuterer,
    der lauter strömt durchs Läutmngsnetz,
    Uns heute er, der emsige.



yátte pavítramarcíṣyágne vítatamantárā́ |
bráhma téna punīhi naḥ || 23||



23. Mit dem Gebet, dem Läutrungsnetz, was,
    Agni, durch dein Licht hindurch
    Gespannt ist, damit läutre uns.



yátte pavítramarcivádágne téna punīhi naḥ |
brahmasavaíḥ punīhi naḥ || 24||



24. Welch lichtes Läutrungsnetz du hast,
    mit dem, o Agni, läutre uns,
    Mit Andachtsströmen läutre uns.



ubʰā́bʰyāṃ deva savitaḥ pavítreṇa savéna ca |
mā́ṃ punīhi viśvátaḥ || 25||



25. Durch beides, o Gott Savitar,
    durch Antrieb und durch Läuterung
    Durchläutere mich überall.



tribʰíṣṭváṃ deva savitarvárṣiṣṭʰaiḥ soma dʰā́mabʰiḥ |
ágne dákṣaiḥ punīhi naḥ || 26||



26. Durch die drei höchsten Satzungen
    Gott Savitar, o Soma du,
    Durch Weisheit lautre, Agni, mich.



punántu mā́ṃ devajanā́ḥ punántu vásavo dʰiyā́ |
víśve devāḥ punītá mā jā́tavedaḥ punīhí mā || 27||



27. Mich läutere der Götter Schar,
    die Vasu's mich durch frommen Sinn;
    Ihr Götter alle läutert mich.



prá pyāyasva prá syandasva sóma víśvebʰiraṃśúbʰiḥ |
devébʰya uttamáṃ havíḥ || 28||



28. Schwill an in allen Fasern du,
    o Soma, eile vor im Strom,
    Den Göttern als der beste Guss.



úpa priyáṃ pánipnataṃ yúvānamāhutīvŕ̥dʰam |
áganma bíbʰrato námaḥ || 29||



29. Dem lieben, wunderherrlichen
    dem Jüngling, der am Guss sich freut
    Sind Ehr' erweisend wir genaht.



alā́yyasya paraśúrnanāśa támā́ pavasva deva soma |
ākʰúṃ cidevá deva soma || 30||



30. 



yáḥ pāvamānī́radʰyétyŕ̥ṣibʰiḥ sámbʰr̥taṃ rásam |
sárvaṃ sá pūtámaśnāti svaditáṃ mātaríśvanā || 31||



31. 



pāvamānī́ryó adʰyétyŕ̥ṣibʰiḥ sámbʰr̥taṃ rásam |
tásmai sárasvatī duhe kṣīráṃ sarpírmádʰūdakám || 32||



32. 






Sūkta 9.68 

prá devámácʰā mádʰumanta índavó'siṣyadanta gā́va ā́ ná dʰenávaḥ |
barhiṣádo vacanā́vanta ū́dʰabʰiḥ parisrútamusríyā nirṇíjaṃ dʰire || 1||



1. Die honigsüssen Indutränke sind geströmt
    zum Gotte hin wie Mutterkühe zu dem Kalb,
    Mit Eutern rauschend legten sitzend auf der Streu
    die Milch sie an als schönes wallendes Gewand.



sá róruvadabʰí pū́rvā acikradadupārúhaḥ śratʰáyansvādate háriḥ |
tiráḥ pavítraṃ pariyánnurú jráyo ní śáryāṇi dadʰate devá ā́ váram || 2||



2. Die frühern Stuten brüllt der goldne wiehernd an,
    des Stengels Sprossen lösend freuet sich der Hengst;
    Hineilend durch die Seihe in den weiten Raum,
    schiesst nieder seine Pfeile, wie er will, der Gott.



ví yó mamé yamyā̀ saṃyatī́ mádaḥ sākaṃvŕ̥dʰā páyasā pinvadákṣitā |
mahī́ apāré rájasī vivévidadabʰivrájannákṣitaṃ pā́ja ā́ dade || 3||



3. Der Trank, durchmessend das vereinte Weltenpaar,
    erfüllt mit Milch die gleicherwachsnen ewigen;
    Als er die grossen unbegrenzten Bäume fand,
    so nahm hineilend Glanz er an, der nie vergeht.



sá mātárā vicáranvājáyannapáḥ prá médʰiraḥ svadʰáyā pinvate padám |
aṃśúryávena pipiśe yató nŕ̥bʰiḥ sáṃ jāmíbʰirnásate rákṣate śíraḥ || 4||



4. Das Aelternpaar durchschreitend, Fluten sendend, tränkt
    der weise reichlich seinen Sitz aus eigner Lust;
    Mit Gerste schmückt, gelenkt von Männern, sich der Saft,
    vermählet sich den Schwestern und beschützt das Haupt.



sáṃ dákṣeṇa mánasā jāyate kavírr̥tásya gárbʰo níhito yamā́ paráḥ |
yū́nā ha sántā pratʰamáṃ ví jajñaturgúhā hitáṃ jánima némamúdyatam || 5||



5. Der weise ist durch starke Geisteskraft erzeugt,
    als Spross des Rechtes hinters Zwillingspaar versetzt;
    Sie beide, jung noch, sahen da zuerst den Spross,
    der im Verborgnen lag, noch nicht herausgeholt.



mandrásya rūpáṃ vividurmanīṣíṇaḥ śyenó yádándʰo ábʰaratparāvátaḥ |
táṃ marjayanta suvŕ̥dʰaṃ nadī́ṣvā́m̐ uśántamaṃśúṃ pariyántamr̥gmíyam || 6||



6. Die Weisen fanden des erfreuenden Gestalt,
    ferneher der Adler trug das Somakraut,
    Den segensreichen läuterten in Strömen sie,
    der gern herumströmt, den gerühmten Somatrank.



tvā́ṃ mr̥janti dáśa yóṣaṇaḥ sutáṃ sóma ŕ̥ṣibʰirmatíbʰirdʰītíbʰirhitám |
ávyo vā́rebʰirutá deváhūtibʰirnŕ̥bʰiryató vā́jamā́ darṣi sātáye || 7||



7. Zehn Jungfraun läutern, Soma, den gepressten dich,
    den Sänger sandten unter Liedern und Gebet;
    Gelenkt von Männern unter Götteranrufung
    durch Widderwolle schenk' uns Labung zum Empfang.



pariprayántaṃ vayyàṃ suṣaṃsádaṃ sómaṃ manīṣā́ abʰyànūṣata stúbʰaḥ |
yó dʰā́rayā mádʰumām̐ ūrmíṇā divá íyarti vā́caṃ rayiṣā́ḷámartyaḥ || 8||



8. Der ringsum schreitet schön umschart, an Labung reich,
    dem Soma haben Preisgesänge zugejauchzt,
    Der mit des Himmels Welle honigsüss im Strom
    die Stimm' erhebt, unsterblich er, der Schätze Herr.



ayáṃ divá iyarti víśvamā́ rájaḥ sómaḥ punānáḥ kaláśeṣu sīdati |
adbʰírgóbʰirmr̥jyate ádribʰiḥ sutáḥ punāná índurvárivo vidatpriyám || 9||



9. Den ganzen Luftkreis regt er auf vom Himmel her,
    gereinigt setzt der Soma in die Becher sich,
    Vom Stein gepresst, von Wasser und von Milch geklärt;
    gereinigt schenke Indu liebes Wohlergehn.



evā́ naḥ soma pariṣicyámāno váyo dádʰaccitrátamaṃ pavasva |
adveṣé dyā́vāpr̥tʰivī́ huvema dévā dʰattá rayímasmé suvī́ram || 10||



10. So riesle hell, o Soma, rings ergossen
    uns glanzbegabte Jugendkraft verleihend;
    Wir rufen nun die holden Erd' und Himmel,
    gebt, Götter alle, heldenreichen Schatz uns.






Sūkta 9.69 

íṣurná dʰánvanpráti dʰīyate matírvatsó ná mātúrúpa sarjyū́dʰani |
urúdʰāreva duhe ágra āyatyásya vratéṣvápi sóma iṣyate || 1||



1. Wie auf den Bogen wird Gebet als Pfeil gelegt,
    und schmiegt wie an der Mutter Euter sich das Kalb;
    Wie reichlich strömt die Kuh dem Kalbe, das sie führt,
    so strömt der Gott, und Soma folget seinem Dienst.



úpo matíḥ pr̥cyáte sicyáte mádʰu mandrā́janī codate antárāsáni |
pávamānaḥ saṃtaníḥ pragʰnatā́miva mádʰumāndrapsáḥ pári vā́ramarṣati || 2||



2. Der Meth ergiesst sich, das Gebet wird zugemischt
    und regt sich lieblich tönend in des Sängers Mund,
    Und wie der Lärm der Kämpfenden, so rauscht der Trank,
    der honigsüsse, flammende zur Wolle hin.



ávye vadʰūyúḥ pavate pári tvací śratʰnīté naptī́ráditerr̥táṃ yaté |
hárirakrānyajatáḥ saṃyató mádo nr̥mṇā́ śíśāno mahiṣó ná śobʰate || 3||



3. Die Braut begehrend strömt er zu dem Widderfell;
    Aditi's Tochter folgt ihm, wenn zum Ziel er geht,
    Der hehre Goldhengst wiehert, der gelenkte Trank,
    die Kräfte wetzend wie ein Büffel leuchtet er.



ukṣā́ mimāti práti yanti dʰenávo devásya devī́rúpa yanti niṣkr̥tám |
átyakramīdárjunaṃ vā́ramavyáyamátkaṃ ná niktáṃ pári sómo avyata || 4||



4. Es brüllt der Stier, die Kühe gehn entgegen ihm,
    zum Stelldichein des Gottes gehn die Göttinnen;
    Er schreitet durch des Widders weisse Wolle hin,
    wie mit gewaschnem Kleide hüllt sich Soma ein.



ámr̥ktena rúśatā vā́sasā hárirámartyo nirṇijānáḥ pári vyata |
diváspr̥ṣṭʰáṃ barháṇā nirṇíje kr̥topastáraṇaṃ camvòrnabʰasmáyam || 5||



5. Mit unversehrtem, glänzendem Gewand umhüllt
    sich schön geschmückt der goldene Unsterbliche;
    Macht prächtig sich des Himmels Höh zum Schmuckgewand,
    zur wasserreichen Decke in dem Schalenpaar.



sū́ryasyeva raśmáyo drāvayitnávo matsarā́saḥ prasúpaḥ sākámīrate |
tántuṃ tatáṃ pári sárgāsa āśávo néndrādr̥té pavate dʰā́ma kíṃ caná || 6||



6. So wie in schnellem Lauf der Sonne Strahlen, gehn
    zusammen die berauschenden, befruchtenden,
    Die schnellen Ströme durch das ausgespannte Netz;
    zu keiner andern Stätte als zu Indra rieselt er.



síndʰoriva pravaṇé nimná āśávo vŕ̥ṣacyutā mádāso gātúmāśata |
śáṃ no niveśé dvipáde cátuṣpade'smé vā́jāḥ soma tiṣṭʰantu kr̥ṣṭáyaḥ || 7||



7. Die schnellen Tränke haben wie in Stromes Sturz,
    die stiergepressten, ihren Lauf ins Thal vollbracht,
    Zum Heil den Menschen und dem Vieh in unserm Haus;
    lass Leut' und Nahrung, Soma, uns zu Diensten stehn.



ā́ naḥ pavasva vásumaddʰíraṇyavadáśvāvadgómadyávamatsuvī́ryam |
yūyáṃ hí soma pitáro máma stʰána divó mūrdʰā́naḥ prástʰitā vayaskŕ̥taḥ || 8||



8. O ströme hell uns Reichthum zu an Gut und Gold,
    an Ross und Rind, Getreidevorrath, Heldenkraft,
    Denn ihr, o Soma's, seid als Väter mir gesetzt,
    und als des Himmels Häupter, schaffend Jugendkraft.



eté sómāḥ pávamānāsa índraṃ rátʰā iva prá yayuḥ sātímácʰa |
sutā́ḥ pavítramáti yantyávyaṃ hitvī́ vavríṃ haríto vr̥ṣṭímácʰa || 9||



9. Zu Indra eilten diese Somatränke,
    die flammenden, wie Wagen hin zur Beute,
    Durchs wollne Sieb hin gehen die gepressten
    aufs Regnen aus, die goldnen aus der Decke.



índavíndrāya br̥haté pavasva sumr̥ḷīkó anavadyó riśā́dāḥ |
bʰárā candrā́ṇi gr̥ṇaté vásūni devaírdyāvāpr̥tʰivī prā́vataṃ naḥ || 10||



10. Dem grossen Indra flamme zu, o Indu,
    untadlig, gnädig und den Feind verzehrend,
    Dem Sänger bringe glanzbegabte Güter,
    seid mit den Göttern hold uns, Erd' und Himmel.






Sūkta 9.70 

trírasmai saptá dʰenávo duduhre satyā́māśíraṃ pūrvyé vyomani |
catvā́ryanyā́ bʰúvanāni nirṇíje cā́rūṇi cakre yádr̥taírávardʰata || 1||



1. Es liessen sieben Kühe dreimal strömen ihm
    den wahren Milchtrank in dem höchsten Himmelsraum,
    Vier andre theure Wesen legte er sich an
    zum Schmuck, als er durch heil'ges Werk gekräftigt war.



sá bʰíkṣamāṇo amŕ̥tasya cā́ruṇa ubʰé dyā́vā kā́vyenā ví śaśratʰe |
téjiṣṭʰā apó maṃhánā pári vyata yádī devásya śrávasā sádo vidúḥ || 2||



2. Verlangend nach des schönen Göttertranks Gemisch,
    erschloss er Erd' und Himmel sich durch Seherkraft,
    Er hüllt mit Lust sich in die liebsten Fluten ein,
    wenn sie mit Glanz verweilen in des Gottes Sitz.



té asya santu ketávó'mr̥tyavó'dābʰyāso janúṣī ubʰé ánu |
yébʰirnr̥mṇā́ ca devyā̀ ca punatá ā́dídrā́jānaṃ manánā agr̥bʰṇata || 3||



3. Es mögen seine Strahlen unvertilgbar sein,
    unsterblich in der Götter und der Menschen Stamm,
    Durch die erstrahlt, was menschlich und was göttlich ist;
    dann fassen ihn, den König, die verständigen.



sá mr̥jyámāno daśábʰiḥ sukármabʰiḥ prá madʰyamā́su mātŕ̥ṣu pramé sácā |
vratā́ni pānó amŕ̥tasya cā́ruṇa ubʰé nr̥cákṣā ánu paśyate víśau || 4||



4. Wenn er geklärt wird von den zehn geschäftigen,
    ist er zu bilden in der mittlern Mütter Schooss,
    Die Bräuche wahrend des geliebten Göttertranks,
    blickt Männer schauend er nach beiden Stämmen aus.



sá marmr̥jāná indriyā́ya dʰā́yasa óbʰé antā́ ródasī harṣate hitáḥ |
vŕ̥ṣā śúṣmeṇa bādʰate ví durmatī́rādédiśānaḥ śaryahéva śurúdʰaḥ || 5||



5. Wenn für den Indra er zum Trunk gereinigt ist,
    so jubelt zwischen Erd' und Himmel er gesandt,
    Es jagt der Stier mit Kraft die Bösgesinnten fort,
    hinzielend wie ein Schütze auf die Kriegerschar.



sá mātárā ná dádr̥śāna usríyo nā́nadadeti marútāmiva svanáḥ |
jānánnr̥táṃ pratʰamáṃ yátsvàrṇaraṃ práśastaye kámavr̥ṇīta sukrátuḥ || 6||



6. Dem Kalbe gleich, was seine Mütter hat erblickt,
    geht brüllend er gleich wie der Marutschar Getön,
    Den heil'gen Brauch zuerst erkennend wählte er
    den Herrn des Himmels weise zur Verherrlichung.



ruváti bʰīmó vr̥ṣabʰástaviṣyáyā śŕ̥ṅge śíśāno háriṇī vicakṣaṇáḥ |
ā́ yóniṃ sómaḥ súkr̥taṃ ní ṣīdati gavyáyī tvágbʰavati nirṇígavyáyī || 7||



7. Es brüllt der Stier, der schreckliche, mit Ungestüm,
    die goldnen Hörner wetzend schaut er weithin aus,
    Es setzt sich Soma auf den schöngeschmückten Schooss,
    sein Fell vom Rinde und vom Schafe sein Gewand.



śúciḥ punānástanvàmarepásamávye hárirnyàdʰāviṣṭa sā́navi |
júṣṭo mitrā́ya váruṇāya vāyáve tridʰā́tu mádʰu kriyate sukármabʰiḥ || 8||



8. Der hell entflammte hat gereinigt seinen Leib
    den fleckenlosen glänzend auf der Seihe Höh,
    Beliebt bei Vaju und bei Mitra, Varuna
    wird dreifach durch die eifrigen der Meth gebraut.



pávasva soma devávītaye vŕ̥ṣéndrasya hā́rdi somadʰā́namā́ viśa |
purā́ no bādʰā́dduritā́ti pāraya kṣetravíddʰí díśa ā́hā vipr̥cʰaté || 9||



9. Als Stier, o Soma, flamme hell zum Göttermahl,
    in Indra's Bauch, der Soma fassen kann, geh ein;
    Durch alle Leiden führ uns schirmend vor Gefahr;
    der kund'ge nannte mir die Wege als ich frug.



hitó ná sáptirabʰí vā́jamarṣéndrasyendo jaṭʰáramā́ pavasva |
nāvā́ ná síndʰumáti parṣi vidvā́ñcʰū́ro ná yúdʰyannáva no nidá spaḥ || 10||



10. Dem Renner gleich ereil entsandt den Kampfpreis,
    und ströme hell in Indra's Bauch, o Indu,
    Wie auf dem Schiff den Strom durchfahre kundig
    als Held verjage unsre Feinde kämpfend.






Sūkta 9.71 

ā́ dákṣiṇā sr̥jyate śuṣmyā̀sádaṃ véti druhó rakṣásaḥ pāti jā́gr̥viḥ |
háriropaśáṃ kr̥ṇute nábʰaspáya upastíre camvòrbráhma nirṇíje || 1||



1. Die Milch ergiesst sich, und zum Sitze geht der Held
    und schirmet wachsam vor dem Unhold und Gespenst,
    Den Nebel macht zur Mähne sich das Ross, die Milch
    im Krug zur Decke und zum Schmucke das Gebet.



prá kr̥ṣṭihéva śūṣá eti róruvadasuryàṃ varṇaṃ ní riṇīte asya tám |
jáhāti vavríṃ pitúreti niṣkr̥támupaprútaṃ kr̥ṇute nirṇíjaṃ tánā || 2||



2. Wie ein Erobrer dringt er schnaufend, brüllend vor,
    lässt niederrinnen diesen seinen Himmelsglanz,
    Wirft ab die Hülle, geht zu seines Vaters Ort,
    und legt im Lauf das wallende Gewand sich an.



ádribʰiḥ sutáḥ pavate gábʰastyorvr̥ṣāyáte nábʰasā vépate matī́ |
sá modate násate sā́dʰate girā́ nenikté apsú yájate párīmaṇi || 3||



3. Gepresst von Steinen rieselt aus den Armen er,
    mit Regen strömt er, ist begeistert durch Gebet,
    Er freut sich, eilt und kommt zum Ziele durch das Lied,
    er wäscht sich rein im Wasser, opfert gabenreich.



pári dyukṣáṃ sáhasaḥ parvatāvŕ̥dʰaṃ mádʰvaḥ siñcanti harmyásya sakṣáṇim |
ā́ yásmingā́vaḥ suhutā́da ū́dʰani mūrdʰáñcʰrīṇántyagriyáṃ várīmabʰiḥ || 4||



4. Sie giessen rings den himmlischen, der Berge liebt,
    den Freund der Kraft, der Süssigkeit, des Hauses aus;
    Wo an dem Euter Kühe rechte Opfer nehmend, ihn,
    den herrlichen, in Strömen salben an dem Haupt.



sámī rátʰaṃ ná bʰuríjoraheṣata dáśa svásāro áditerupástʰa ā́ |
jígādúpa jrayati górapīcyàṃ padáṃ yádasya matútʰā ájījanan || 5||



5. Zehn Schwestern haben in dem Schooss der Aditi
    wie Wagen in der Schnitzbank ihn zurecht gemacht,
    Er kam herbei und schreitet nach dem Ort der Kuh,
    dem heimlichen, den Priesterhand bereitet hat.



śyenó ná yóniṃ sádanaṃ dʰiyā́ kr̥táṃ hiraṇyáyamāsádaṃ devá éṣati |
é riṇanti barhíṣi priyáṃ girā́śvo ná devā́m̐ ápyeti yajñíyaḥ || 6||



6. Es eilt der Gott zu setzen sich auf goldnen Sitz,
    den Andacht ihm errichtet, wie aufs Nest der Aar;
    Sie senden ihn mit Liedern hin zur lieben Streu,
    der hehre eilet wie ein Ross den Göttern zu.



párā vyàkto aruṣó diváḥ kavírvŕ̥ṣā tripr̥ṣṭʰó anaviṣṭa gā́ abʰí |
sahásraṇītiryátiḥ parāyátī rebʰó ná pūrvī́ruṣáso ví rājati || 7||



7. Es eilt geschmückt der rothe Himmels-Seher fort,
    der Stier mit dreien Rücken jauchzt den Kühen zu;
    Auf tausend Wegen strebend hin und her bestrahlt
    die vielen Morgenröthen wie ein Sänger er.



tveṣáṃ rūpáṃ kr̥ṇute várṇo asya sá yátrā́śayatsámr̥tā sédʰati sridʰáḥ |
apsā́ yāti svadʰáyā daívyaṃ jánaṃ sáṃ suṣṭutī́ násate sáṃ góagrayā || 8||



8. Er schafft sich lichte Schönheit, das ist seine Art,
    wo er verweilt, vertreibt die Feinde er im Kampf,
    Trank spendend geht voll Lust er zu der Götter Stamm,
    vereint sich liebend mit Gesang und Milcherguss.



ukṣéva yūtʰā́ pariyánnarāvīdádʰi tvíṣīradʰita sū́ryasya |
divyáḥ suparṇó'va cakṣata kṣā́ṃ sómaḥ pári krátunā paśyate jā́ḥ || 9||



9. Die Heerden wie ein Bull durchschreitend brüllt er,
    er hat sich angelegt der Sonne Strahlen;
    Des Himmels Adler blickt herab zur Erde,
    Soma beschaut mit Weisheit alle Wesen.






Sūkta 9.72 

háriṃ mr̥jantyaruṣó ná yujyate sáṃ dʰenúbʰiḥ kaláśe sómo ajyate |
údvā́camīráyati hinváte matī́ puruṣṭutásya káti citparipríyaḥ || 1||



1. Gestriegelt wird der goldne, wie ein Ross geschirrt,
    mit Milch wird Soma in dem Trinkgefäss gesalbt;
    Wenn er die Stimm' erhebt, so eilen mit Gebet
    des vielgelobten Freunde allesammt heran.



sākáṃ vadanti bahávo manīṣíṇa índrasya sómaṃ jaṭʰáre yádāduhúḥ |
yádī mr̥jánti súgabʰastayo náraḥ sánīḷābʰirdaśábʰiḥ kā́myaṃ mádʰu || 2||



2. Zugleich erheben viele Weise den Gesang,
    wenn sie den Soma melken in des Indra Bauch,
    Wenn mit geschicktem Arm, mit zehn verschwisterten
    die Männer läutern den begehrten süssen Trank.



áramamāṇo átyeti gā́ abʰí sū́ryasya priyáṃ duhitústiró rávam |
ánvasmai jóṣamabʰaradvinaṃgr̥sáḥ sáṃ dvayī́bʰiḥ svásr̥bʰiḥ kṣeti jāmíbʰiḥ || 3||



3. Er schreitet rastlos zu der Milch der Kühe hin,
    vordringend durch der Sonnentochter lieben Schall,
    Der Diener brachte Wasser ihm nach seinem Wunsch,
    und mit gepaarten, lieben Schwestern wohnet er.



nŕ̥dʰūto ádriṣuto barhíṣi priyáḥ pátirgávāṃ pradíva índurr̥tvíyaḥ |
púraṃdʰivānmánuṣo yajñasā́dʰanaḥ śúcirdʰiyā́ pavate sóma indra te || 4||



4. Gespült von Männern, steingepresst, lieb auf der Streu,
    der Kühe Herr, der stets zur rechten Zeit erscheint,
    Der reiche Indu, der des Menschen Opfer pflegt,
    hell strömt der Soma, Indra, dir mit Andacht zu.



nŕ̥bāhúbʰyāṃ coditó dʰā́rayā sutò'nuṣvadʰáṃ pavate sóma indra te |
ā́prāḥ krátūnsámajairadʰvaré matī́rvérná druṣáccamvòrā́sadaddʰáriḥ || 5||



5. Von Männerarm geschüttelt und im Strom gebraut,
    o Indra, rieselt Soma nach dem Brauch dir zu;
    Erfüllt hat er den Wunsch, beim Fest Gebet erkämpft,
    wie auf dem Baum der Vogel sitzt im Trog das Ross.



aṃśúṃ duhanti stanáyantamákṣitaṃ kavíṃ kaváyo'páso manīṣíṇaḥ |
sámī gā́vo matáyo yanti saṃyáta r̥tásya yónā sádane punarbʰúvaḥ || 6||



6. Den Saft, der braust und nie versiegt, ihn melken sie,
    den weisen weise, thätige, verständige,
    Ununterbrochen einen Lieder sich und Milch
    im Schooss des Opfers, sich erneuend in dem Sitz.



nā́bʰā pr̥tʰivyā́ dʰarúṇo mahó divò'pā́mūrmaú síndʰuṣvantárukṣitáḥ |
índrasya vájro vr̥ṣabʰó vibʰū́vasuḥ sómo hr̥dé pavate cā́ru matsaráḥ || 7||



7. Des grossen Himmels Stütze in der Erde Schooss,
    in Wasserwogen, in den Strömen hochgestellt,
    Des Indra Blitz, der Stier, der reiche Güter hat,
    berauschend strömt der Soma hell, dem Herzen lieb.



sá tū́ pavasva pári pā́rtʰivaṃ rája stotré śíkṣannādʰūnvaté ca sukrato |
mā́ no nírbʰāgvásunaḥ sādanaspŕ̥śo rayíṃ piśáṅgaṃ bahuláṃ vasīmahi || 8||



8. So riesle denn hellflammend durch der Erde Luft
    dem Sänger spendend und dem Schüttler, weiser du;
    Entzieh uns nicht das Gut, das unser Haus erfüllt;
    wir mögen kleiden uns in reiches, goldnes Gut.



ā́ tū́ na indo śatádātváśvyaṃ sahásradātu paśumáddʰíraṇyavat |
úpa māsva br̥hatī́ revátīríṣó'dʰi stotrásya pavamāna no gahi || 9||



9. O Indu, hundertfaches, tausendfaches Gut,
    das reich an Rossen, reich an Heerden sei und Gold
    Und grosse reiche Labetränke miss uns zu,
    o flammender, beachte unsern Lobgesang.






Sūkta 9.73 

srákve drapsásya dʰámataḥ sámasvarannr̥tásya yónā sámaranta nā́bʰayaḥ |
trī́nsá mūrdʰnó ásuraścakra ārábʰe satyásya nā́vaḥ sukŕ̥tamapīparan || 1||



1. Im Schlund des Tropfens, welcher gärt, in Opfers Schooss
    vereinten strömend jetzt verwandte Tränke sich;
    Drei Häupter machte zum Ergreifen sich der Gott,
    hinüber fuhr der Wahrheit Schiff den emsigen.



samyáksamyáñco mahiṣā́ aheṣata síndʰorūrmā́vádʰi venā́ avīvipan |
mádʰordʰā́rābʰirjanáyanto arkámítpriyā́míndrasya tanvàmavīvr̥dʰan || 2||



2. Gemeinsam eilten jetzt die Büffel hin zum Ziel
    und tanzten liebreich auf des Stromes Welle hin,
    Erzeugend durch des Methes Strömen Lobgesang
    erquickten sie den lieben Leib des Indra schon.



pavítravantaḥ pári vā́camāsate pitaíṣāṃ pratnó abʰí rakṣati vratám |
maháḥ samudráṃ váruṇastiró dadʰe dʰī́rā ícʰekurdʰarúṇeṣvārábʰam || 3||



3. Sie lagern in der Seihe sich um das Getön,
    ihr alter Vater hütet des Gesetzes Brauch;
    Das Somameer verhüllt der grosse Varuna,
    die Weisen wissen ihn zu fassen im Gefäss.



sahásradʰāré'va té sámasvarandivó nā́ke mádʰujihvā asaścátaḥ |
ásya spáśo ná ní miṣanti bʰū́rṇayaḥ padépade pāśínaḥ santi sétavaḥ || 4||



4. In tausendström'ger Seihe rauschten sie zusammt,
    am Dom des Himmels lieblich murmelnd herrlich jetzt;
    Es schlummern seine muntern Späher nimmer ein,
    und seilbegabte Brücken sind an jedem Ort.



pitúrmātúrádʰyā́ yé samásvarannr̥cā́ śócantaḥ saṃdáhanto avratā́n |
índradviṣṭāmápa dʰamanti māyáyā tvácamásiknīṃ bʰū́mano diváspári || 5||



5. Sie, die mit Glanz vom Vater und der Mutter her
    erstrahlend rauschten, brennend weg der Frevler Schar,
    Sie blasen von der Erde und dem Himmel fort
    mit Zaubermacht die schwarze Haut, die Indra hasst.



pratnā́nmā́nādádʰyā́ yé samásvarañcʰlókayantrāso rabʰasásya mántavaḥ |
ápānakṣā́so badʰirā́ ahāsata r̥tásya pántʰāṃ ná taranti duṣkŕ̥taḥ || 6||



6. Die als des wilden Rosses Lenker liedgelockt
    zugleich geströmt sind von dem alten Sitze her,
    Die blinden und die tauben sind hinweggeilt,
    des Opfers Pfad durchkreuzet nicht der Bösen Schar.



sahásradʰāre vítate pavítra ā́ vā́caṃ punanti kaváyo manīṣíṇaḥ |
rudrā́sa eṣāmiṣirā́so adrúha spáśaḥ sváñcaḥ sudŕ̥śo nr̥cákṣasaḥ || 7||



7. Im tausendström'gen, ausgespannten Somanetz
    durchläutern sie, die weisen Seher, ihren Sang,
    Mit Glanz begabt sind ihre Späher, ohne Falsch
    gewandt und munter, männerschauend hellen Blicks.



r̥tásya gopā́ ná dábʰāya sukrátustrī́ ṣá pavítrā hr̥dyàntárā́ dadʰe |
vidvā́nsá víśvā bʰúvanābʰí paśyatyávā́juṣṭānvidʰyati karté avratā́n || 8||



8. Zu täuschen ist des Opfers weiser Hüter nicht,
    drei Läuterungen hat er in das Herz gesenkt;
    Er schauet kundig alle Wesen an und stösst
    die widerwärt'gen Frevler in die Gruft hinab.



r̥tásya tánturvítataḥ pavítra ā́ jihvā́yā ágre váruṇasya māyáyā |
dʰī́rāścittátsamínakṣanta āśatā́trā kartámáva padātyáprabʰuḥ || 9||



9. Des Opfers Netz ist in der Seihe ausgespannt
    beim Opferanfang durch die Macht des Varuna;
    Die weisen haben strebend jetzt ihr Ziel erreicht,
    so falle in die Grube denn, wer nichts vermag.






Sūkta 9.74 

śíśurná jātó'va cakradadváne svàryádvājyàruṣáḥ síṣāsati |
divó rétasā sacate payovŕ̥dʰā támīmahe sumatī́ śárma saprátʰaḥ || 1||



1. Im Wasser schreit er wie ein neugebornes Kind,
    wenn nach des Himmels Glanz der rothe Renner strebt;
    Dem Milch-durchtränkten Himmelssamen eint er sich;
    den flehn mit Andacht wir um ausgedehnten Schutz.



divó yá skambʰó dʰarúṇaḥ svā̀tata ā́pūrṇo aṃśúḥ paryéti viśvátaḥ |
sémé mahī́ ródasī yakṣadāvŕ̥tā samīcīné dādʰāra sámíṣaḥ kavíḥ || 2||



2. Der als des Himmels Strebepfeiler schön erhöht
    als reichgefüllter Soma rings das All umfängt,
    Den zwei vereinten hergewandten Welten soll
    der weise opfern, alle Tränke hegt er treu.



máhi psáraḥ súkr̥taṃ somyáṃ mádʰūrvī́ gávyūtiráditerr̥táṃ yaté |
ī́śe yó vr̥ṣṭéritá usríyo vŕ̥ṣāpā́ṃ netā́ yá itáūtirr̥gmíyaḥ || 3||



3. Ihm, der Aditi's Werk betreibt, ist gross das Mahl,
    die Weide weit, und schön gebraut der süsse Trank,
    Dem rothen Stier, der stets der Herr des Regens ist,
    der preisenswerth die Wasser führt und weiter hilft.



ātmanvánnábʰo duhyate gʰr̥táṃ páya r̥tásya nā́bʰiramŕ̥taṃ ví jāyate |
samīcīnā́ḥ sudā́navaḥ prīṇanti táṃ náro hitámáva mehanti péravaḥ || 4||



4. Belebter Wolke wird entzogen fette Milch,
    des Opfers Nabel wird erzeugt, der Göttertrank;
    Die gabenreichen im Verein erfreuen ihn,
    den lieben giessen Männer, die ihn brauten, aus.



árāvīdaṃśúḥ sácamāna ūrmíṇā devāvyàṃ manuṣe pinvati tvácam |
dádʰāti gárbʰamáditerupástʰa ā́ yéna tokáṃ ca tánayaṃ ca dʰā́mahe || 5||



5. Es braust der Saft, wenn er mit Wellen sich ergiesst,
    dem Menschen füllt den Schlauch er, der die Götter labt,
    Den Fruchtkeim legt er in den Schooss der Aditi,
    durch den wir Kinder und der Enkel Schar empfahn.



sahásradʰāré'va tā́ asaścátastr̥tī́ye santu rájasi prajā́vatīḥ |
cátasro nā́bʰo níhitā avó divó havírbʰarantyamŕ̥taṃ gʰr̥taścútaḥ || 6||



6. Die reichen Brunnen in dem tausendströmigen,
    dem dritten Luftraum, mögen Kinderschar verleihn,
    Vier Quellen sind vom Himmel nieder eingesetzt,
    Sie bringen buttertriefend her den Göttertrank.



śvetáṃ rūpáṃ kr̥ṇute yátsíṣāsati sómo mīḍʰvā́m̐ ásuro veda bʰū́manaḥ |
dʰiyā́ śámī sacate sémabʰí praváddiváskávandʰamáva darṣadudríṇam || 7||



7. Er macht sein Aussehn glänzend, wenn er spenden will,
    der Gaben Fülle kennt der gnadenreiche Gott;
    Lust und Arbeit strebt zu ihm der jähe Strom,
    die wasserreiche Himmelstonne spalte er.



ádʰa śvetáṃ kaláśaṃ góbʰiraktáṃ kā́rṣmannā́ vājyàkramītsasavā́n |
ā́ hinvire mánasā devayántaḥ kakṣī́vate śatáhimāya gónām || 8||



8. 



adbʰíḥ soma papr̥cānásya te rásó'vyo vā́raṃ ví pavamāna dʰāvati |
sá mr̥jyámānaḥ kavíbʰirmadintama svádasvéndrāya pavamāna pītáye || 9||



9. Dein Saft, o Soma, der mit Wasser ist vermischt,
    o flammender, durchströmt des Widders Wolle rings,
    So schmecke gut denn, flammender, berauschendster
    zum Trunk dem Indra, von den Priestern du geklärt!






Sūkta 9.75 

abʰí priyā́ṇi pavate cánohito nā́māni yahvó ádʰi yéṣu várdʰate |
ā́ sū́ryasya br̥ható br̥hánnádʰi rátʰaṃ víṣvañcamaruhadvicakṣaṇáḥ || 1||



1. Befriedigt rieselt zu den lieben Wesen er,
    an denen er, der rastlos strömende, sich labt;
    Bestiegen hat der hohen Sonne Wagen er,
    allschauender, der hohe, den der ringsum fährt.



r̥tásya jihvā́ pavate mádʰu priyáṃ vaktā́ pátirdʰiyó asyā́ ádābʰyaḥ |
dádʰāti putráḥ pitrórapīcyàṃ nāma tr̥tī́yamádʰi rocané diváḥ || 2||



2. Des Opfers Zunge rieselt liebe Süssigkeit,
    der starke Herr und Sprecher dieses frommen Worts,
    Es setzt der Sohn der Aeltern drittes Wesen hin,
    das tiefverborgne an des Himmels Aetherraum.



áva dyutānáḥ kaláśām̐ acikradannŕ̥bʰiryemānáḥ kóśa ā́ hiraṇyáye |
abʰī́mr̥tásya dohánā anūṣatā́dʰi tripr̥ṣṭʰá uṣáso ví rājati || 3||



3. Er rauscht hernieder auf die Schüsseln hell an Glanz,
    gelenkt von Männern zu dem goldenen Gefäss,
    Des Opfers Melker jauchzen ihm mit Liedern zu,
    dreifach bedeckt durchleuchtet er das Morgenroth.



ádribʰiḥ sutó matíbʰiścánohitaḥ prarocáyanródasī mātárā śúciḥ |
rómāṇyávyā samáyā ví dʰāvati mádʰordʰā́rā pínvamānā divédive || 4||



4. Gepresst von Steinen, durch Gebet geneigt gemach,
    durchleuchtend hell die Welten, seiner Aeltern Paar,
    So läuft er durch des Widders Haare quer hindurch,
    als süssen Trankes Strömung rieselnd Tag für Tag.



pári soma prá dʰanvā svastáye nŕ̥bʰiḥ punānó abʰí vāsayāśíram |
yé te mádā āhanáso víhāyasastébʰiríndraṃ codaya dā́tave magʰám || 5||



5. O Soma, ströme rings hervor zum Wohlergehn,
    geklärt von Männern hülle ein die warme Milch,
    Und welche Tränke kräftig dir und schwellend sind,
    mit denen treibe Schatz zu geben Indra an.






Sūkta 9.76 

dʰartā́ diváḥ pavate kŕ̥tvyo ráso dákṣo devā́nāmanumā́dyo nŕ̥bʰiḥ |
háriḥ sr̥jānó átyo ná sátvabʰirvŕ̥tʰā pā́jāṃsi kr̥ṇute nadī́ṣvā́ || 1||



1. Des Himmels Träger rieselt, der gewalt'ge Saft,
    der Götter Krafttrunk, von den Männern gern begrüsst,
    Gleich wie ein Ross gespornt von Streitern, zeigt mit Lust
    der goldne Renner in den Strömen seinen Glanz.



śū́ro ná dʰatta ā́yudʰā gábʰastyoḥ svàḥ síṣāsanratʰiró gáviṣṭiṣu |
índrasya śúṣmamīráyannapasyúbʰiríndurhinvānó ajyate manīṣíbʰiḥ || 2||



2. Er nimmt die Waffen in die Arme wie ein Held,
    den Glanz erstrebend, Wagen lenkend in dem Kampf,
    Des Indra Kraft erregend durch die thätigen,
    empfängt, gespornt von Sängern, Indu seinen Schmuck.



índrasya soma pávamāna ūrmíṇā taviṣyámāṇo jaṭʰáreṣvā́ viśa |
prá ṇaḥ pinva vidyúdabʰréva ródasī dʰiyā́ ná vā́jām̐ úpa māsi śáśvataḥ || 3||



3. In Indra's Bauch geh ein, o Soma, rieselnder!
    mit deiner Flut, erweisend deine grosse Kraft,
    Die Welten füll uns wie der Blitz die Wolke schwellt,
    und miss mit Eifer alle Labungen uns zu.



víśvasya rā́jā pavate svardŕ̥śa r̥tásya dʰītímr̥ṣiṣā́ḷavīvaśat |
yáḥ sū́ryasyā́sireṇa mr̥jyáte pitā́ matīnā́másamaṣṭakāvyaḥ || 4||



4. Der König aller sonnengleichen Götter flammt,
    der Sängerheld hat lautes Opferlied erregt,
    Der durch der Sonne Strahlgeschoss gereinigt wird,
    der Andacht Vater, unerreicht an Seherkraft.



vŕ̥ṣeva yūtʰā́ pári kóśamarṣasyapā́mupástʰe vr̥ṣabʰáḥ kánikradat |
sá índrāya pavase matsaríntamo yátʰā jéṣāma samitʰé tvótayaḥ || 5||



5. Du strömst ins Fass, wie auf die Heerde stürzt der Bull;
    im Schoosse der Gewässer brüllend als ein Stier;
    So riesle hell dem Indra als berauschendster,
    dass wir durch dich den Sieg gewinnen in der Schlacht.






Sūkta 9.77 

eṣá prá kóśe mádʰumām̐ acikradadíndrasya vájro vápuṣo vápuṣṭaraḥ |
abʰī́mr̥tásya sudúgʰā gʰr̥taścúto vāśrā́ arṣanti páyaseva dʰenávaḥ || 1||



1. Jetzt brüllte dieser honigsüsse in dem Fass
    wie Indra's Blitz, noch schöner als der Schönheit Glanz,
    Des Opfers Tränke rinnen buttertriefend hin
    in vollem Strom wie Kühe brüllend mit der Milch.



sá pūrvyáḥ pavate yáṃ diváspári śyenó matʰāyádiṣitástiró rájaḥ |
sá mádʰva ā́ yuvate vévijāna ítkr̥śā́norásturmánasā́ha bibʰyúṣā || 2||



2. Es rieselt hell der alte, den vom Himmel her
    der Adler holte, schiessend durch den Raum der Luft;
    Er hält ihn fest, den süssen Trank, ob zitternd auch,
    im Herzen bebend vor des Bogenspanners Schuss.



té naḥ pū́rvāsa úparāsa índavo mahé vā́jāya dʰanvantu gómate |
īkṣeṇyā̀so ahyò ná cā́ravo bráhmabrahma yé jujuṣúrhavírhaviḥ || 3||



3. Die früheren, die spätern Tropfen mögen uns
    zu rinderreicher grosser Gabe strömen stets,
    Sie, die wie schöne Schlangen herrlich sind zu schaun,
    die jedes Opfer und Gebet mit Huld empfahn.



ayáṃ no vidvā́nvanavadvanuṣyatá índuḥ satrā́cā mánasā puruṣṭutáḥ |
inásya yáḥ sádane gárbʰamādadʰé gávāmurubjámabʰyárṣati vrajám || 4||



4. Der viel gerühmte Indu überwältige
    uns alle Feinde mit gespannter Geisteskraft,
    Der Leibesfrucht gelegt hat in des starken Sitz,
    und hin zum weiten Stall der Kühe sich ergiesst.



cákrirdiváḥ pavate kŕ̥tvyo ráso mahā́m̐ ádabdʰo váruṇo hurúgyaté |
ásāvi mitró vr̥jáneṣu yajñíyó'tyo ná yūtʰé vr̥ṣayúḥ kánikradat || 5||



5. Vom Himmel rieselt hell der starke thät'ge Saft,
    dem irrenden ein Führer, gross als Varuna;
    Erzeugt ist Mitra, in den Stätten Opfers werth,
    er, brünstig wiehernd in der Heerde wie ein Hengst.






Sūkta 9.78 

prá rā́jā vā́caṃ janáyannasiṣyadadapó vásāno abʰí gā́ iyakṣati |
gr̥bʰṇā́ti riprámávirasya tā́nvā śuddʰó devā́nāmúpa yāti niṣkr̥tám || 1||



1. Gesang erzeugend ist der König vorgeströmt;
    gehüllt in Wasser strebt er nach den Kühen hin;
    Die ausgespannte Wolle fasst, was unrein ist,
    und hell gereinigt geht er zu der Götter Ort.



índrāya soma pári ṣicyase nŕ̥bʰirnr̥cákṣā ūrmíḥ kavírajyase váne |
pūrvī́rhí te srutáyaḥ sánti yā́tave sahásramáśvā hárayaścamūṣádaḥ || 2||



2. Dem Indra wirst von Männern, Soma, du, gereicht,
    ins Holz geführt, ein weiser, männerschaunder Strom;
    Denn viele Bahnen sind zum Fahren dir bereit
    und tausend goldne Rosse eilend in den Trog.



samudríyā apsaráso manīṣíṇamā́sīnā antárabʰí sómamakṣaran |
tā́ īṃ hinvanti harmyásya sakṣáṇiṃ yā́cante sumnáṃ pávamānamákṣitam || 3||



3. Des Meeres holde Nixen strömten zu ihm hin,
    zum weisen Soma, setzend sich in seinen Schooss;
    Sie schmeicheln hold als ihrem Hausgenossen ihm,
    und flehn um Gunst den rieselnden, der nie versiegt.



gojínnaḥ sómo ratʰajíddʰiraṇyajítsvarjídabjítpavate sahasrajít |
yáṃ devā́saścakriré pītáye mádaṃ svā́diṣṭʰaṃ drapsámaruṇáṃ mayobʰúvam || 4||



4. Erbeutend Rinder, Wagen, Gold, des Himmels Glanz,
    Gewässer, tausend Güter, rieselt Soma uns,
    Den sich die Götter als den süssesten ersahn,
    zum Trunk den rothen Tropfen, welcher Lust gewährt.



etā́ni soma pávamāno asmayúḥ satyā́ni kr̥ṇvándráviṇānyarṣasi |
jahí śátrumantiké dūraké ca yá urvī́ṃ gávyūtimábʰayaṃ ca naskr̥dʰi || 5||



5. Dies alles, Soma, uns zu Liebe, flammender,
    erfüllend, strömest du uns reiche Schätze zu;
    Den Feind erschlage, sei er nahe, sei er fern,
    und mache weit und sicher unser Weideland.






Sūkta 9.79 

acodáso no dʰanvantvíndavaḥ prá suvānā́so br̥háddiveṣu hárayaḥ |
ví ca náśanna iṣó árātayo'ryó naśanta sániṣanta no dʰíyaḥ || 1||



1. Es mögen eilen unsre Indu's ausgepresst,
    die goldnen Rosse götterwärts unangespornt,
    Die Frevler mögen nicht erlangen unser Gut,
    vergehn die Feinde, unser Bitten sei erhört.



prá ṇo dʰanvantvíndavo madacyúto dʰánā vā yébʰirárvato junīmási |
tiró mártasya kásya citpárihvr̥tiṃ vayáṃ dʰánāni viśvádʰā bʰaremahi || 2||



2. Vor mögen unsre Indu's Rausch-erregend gehn,
    durch die wir Rosse schnell uns schaffen oder Gut,
    Wir mögen über jedes Menschen Ränke hin
    die reiche Beute sicher tragen allezeit.



utá svásyā árātyā arírhí ṣá utā́nyásyā árātyā vŕ̥ko hí ṣáḥ |
dʰánvanná tŕ̥ṣṇā sámarīta tā́m̐ abʰí sóma jahí pavamāna durādʰyàḥ || 3||



3. Denn auch des eignen Leids Erreger ist der Feind,
    wie auch des fremden Leids der böse Wolf;
    Es treffe diese Durst wie in der Wüstenei,
    o Soma, tödte, flammender, der Bösen Schar.



diví te nā́bʰā paramó yá ādadé pr̥tʰivyā́ste ruruhuḥ sā́navi kṣípaḥ |
ádrayastvā bapsati górádʰi tvacyàpsú tvā hástairduduhurmanīṣíṇaḥ || 4||



4. Zum Himmel, der zuhöchst an deinem Nabel steht,
    zu deiner Erde Gipfel stieg der Finger Schar,
    Es kauen dich die Steine auf der Rinderhaut,
    im Wasser molken Weise mit den Händen dich.



evā́ ta indo subʰvàṃ supéśasaṃ rásaṃ tuñjanti pratʰamā́ abʰiśríyaḥ |
nídaṃnidaṃ pavamāna ní tāriṣa āvíste śúṣmo bʰavatu priyó mádaḥ || 5||



5. So fördern dir, o Indu, deinen kräftigen
    und schönen Saft die ersten Ströme warmer Milch,
    Zu Boden schmettre, Flammender, jedweden Feind,
    der liebe Rauschtrank zeige sich als deine Kraft.






Sūkta 9.80 

sómasya dʰā́rā pavate nr̥cákṣasa r̥téna devā́nhavate diváspári |
bŕ̥haspáte ravátʰenā ví didyute samudrā́so ná sávanāni vivyacuḥ || 1||



1. Es rieselt hell des männerschaunden Soma Strom;
    die Götter ruft durch heil'ges Werk vom Himmel er;
    Er blitzet auf mit des Gebetsherrn Donnerton,
    die Meeresbecken fassen seine Säfte nicht.



yáṃ tvā vājinnagʰnyā́ abʰyánūṣatā́yohataṃ yónimā́ rohasi dyumā́n |
magʰónāmā́yuḥ pratiránmáhi śráva índrāya soma pavase vŕ̥ṣā mádaḥ || 2||



2. Du rascher, dem die Kühe jetzt entgegenschrien,
    steigst glänzend nieder in den erzbesehlagnen Schooss,
    Den Fürsten schenkend langes Alter, hohen Ruhm,
    du starker Trank, o Soma, strömst dem Indra zu.



éndrasya kukṣā́ pavate madíntama ū́rjaṃ vásānaḥ śrávase sumaṅgálaḥ |
pratyáṅsá víśvā bʰúvanābʰí papratʰe krī́ḷanhárirátyaḥ syandate vŕ̥ṣā || 3||



3. In Indra's Magen rieselt der berauschendste,
    in Kraft gekleidet, segensreich zu hohem Ruhm;
    Er dehnt sich weit, zu allen Wesen hingewandt,
    und hüpfend eilt der goldne Hengst, der kräftige.



táṃ tvā devébʰyo mádʰumattamaṃ náraḥ sahásradʰāraṃ duhate dáśa kṣípaḥ |
nŕ̥bʰiḥ soma prácyuto grā́vabʰiḥ sutó víśvāndevā́m̐ ā́ pavasvā sahasrajit || 4||



4. Dich tausendström'gen melken nun die Männer aus,
    zehn Finger dich, den süssesten, der Götterschar;
    Bewegt von Männern, Soma, vom Gestein gepresst,
    viel Gut erbeutend riesle alle Götter her.



táṃ tvā hastíno mádʰumantamádribʰirduhántyapsú vr̥ṣabʰáṃ dáśa kṣípaḥ |
índraṃ soma mādáyandaívyaṃ jánaṃ síndʰorivormíḥ pávamāno arṣasi || 5||



5. Mit Steinen melken sie geschickt dich süssesten,
    und die zehn Finger in den Wassern dich den Stier;
    Berauschend, Soma, Indra und den Götterstamm,
    hellflammend fliessest wie des Stromes Welle du.






Sūkta 9.81 

prá sómasya pávamānasyormáya índrasya yanti jaṭʰáraṃ supéśasaḥ |
dadʰnā́ yádīmúnnītā yaśásā gávāṃ dānā́ya śū́ramudámandiṣuḥ sutā́ḥ || 1||



1. Die glänzendschönen Wellen des hell flammenden,
    des Soma, dringen in den Bauch des Indra vor,
    Da stets die Säfte mit der Kühe schöner Milch
    gebracht, den Helden zum Geschenk begeisterten.



ácʰā hí sómaḥ kaláśām̐ ásiṣyadadátyo ná vóḷhā ragʰúvartanirvŕ̥ṣā |
átʰā devā́nāmubʰáyasya jánmano vidvā́m̐ aśnotyamúta itáśca yát || 2||



2. Denn zu den Kufen ist der Soma hingeeilt,
    gleich wie ein starkes Wagenross mit schnellem Lauf,
    Und kennend dann der Götter beiderlei Geschlecht,
    erreicht er das, was hier und was dort oben ist.



ā́ naḥ soma pávamānaḥ kirā vásvíndo bʰáva magʰávā rā́dʰaso maháḥ |
śíkṣā vayodʰo vásave sú cetúnā mā́ no gáyamāré asmátpárā sicaḥ || 3||



3. O streue, Soma, rieselnder, uns Schätze zu,
    sei, Indu, uns ein reicher Geber grossen Guts;
    Dem Guten spende, o Erquicker, holdgesinnt,
    und unsern Hausrath giesse nicht von uns hinweg.



ā́ naḥ pūṣā́ pávamānaḥ surātáyo mitró gacʰantu váruṇaḥ sajóṣasaḥ |
bŕ̥haspátirmarúto vāyúraśvínā tváṣṭā savitā́ suyámā sárasvatī || 4||



4. Es komme flammend Puschan, Mitra, Varuna,
    an Gaben reich und gleichen Sinnes her zu uns,
    Der Wind, die Ritter, Maruts, der Gebetesherr
    Sarasvati die holde, Tvaschtar, Savitar.



ubʰé dyā́vāpr̥tʰivī́ viśvaminvé aryamā́ devó áditirvidʰātā́ |
bʰágo nŕ̥śáṃsa urvàntárikṣaṃ víśve devā́ḥ pávamānaṃ juṣanta || 5||



5. Es mögen Erd' und Himmel alldurchdringend,
    Gott Arjaman und Aditi, Vidhatar,
    Bhaga und Çansa und der weite Luftraum,
    die Götter alle den geklärten trinken.






Sūkta 9.82 

ásāvi sómo aruṣó vŕ̥ṣā hárī rā́jeva dasmó abʰí gā́ acikradat |
punānó vā́raṃ páryetyavyáyaṃ śyenó ná yóniṃ gʰr̥távantamāsádam || 1||



1. Erzeugt ist Soma, er, der rothe, goldne Hengst
    gleich kräft'gem König schrie er jetzt die Kühe an,
    Sich klärend geht er durch die Widderwolle hin,
    zu setzen sich dem Adler gleich aufs reiche Nest.



kavírvedʰasyā́ páryeṣi mā́hinamátyo ná mr̥ṣṭó abʰí vā́jamarṣasi |
apasédʰanduritā́ soma mr̥ḷaya gʰr̥táṃ vásānaḥ pári yāsi nirṇíjam || 2||



2. Du weiser gehst mit Eifer durch das weite Netz,
    gestriegelt wie ein Renner eilst du zu dem Preis;
    Verjagend, Soma, die Gefahren, sei uns hold,
    in Fett gekleidet gehst du durch dein Schmuckgewand.



parjányaḥ pitā́ mahiṣásya parṇíno nā́bʰā pr̥tʰivyā́ giríṣu kṣáyaṃ dadʰe |
svásāra ā́po abʰí gā́ utā́saransáṃ grā́vabʰirnasate vīté adʰvaré || 3||



3. Des grossen Adlers Vater ist das Blitzgewölk;
    im Schooss der Erde, auf den Bergen nahm er Platz,
    Die Wasser, seine Schwestern, rannen hin zur Milch,
    und mit den Steinen buhlt er bei dem Opferwerk.



jāyéva pátyāvádʰi śéva maṃhase pájrāyā garbʰa śr̥ṇuhí brávīmi te |
antárvā́ṇīṣu prá carā sú jīváse'nindyó vr̥jáne soma jāgr̥hi || 4||



4. Wie beim Gemahl die Gattin bist du froh, o lieblicher,
    o Sohn der feisten, höre, denn ich sprech' zu dir,
    Zum Leben schreite unter Klängen munter vor,
    sei wach, o Soma, hier beim Feste tadellos.



yátʰā pū́rvebʰyaḥ śatasā́ ámr̥dʰraḥ sahasrasā́ḥ paryáyā vā́jamindo |
evā́ pavasva suvitā́ya návyase táva vratámánvā́paḥ sacante || 5||



5. Wie hundertfach und tausendfach den Vätern
    du Labung schafftest, Indu, unermüdlich,
    So riesle nun zu neuem Wohlergehen,
    auch die Gewässer folgen deinem Willen.






Sūkta 9.83 

pavítraṃ te vítataṃ brahmaṇaspate prabʰúrgā́trāṇi páryeṣi viśvátaḥ |
átaptatanūrná tádāmó aśnute śr̥tā́sa ídváhantastátsámāśata || 1||



1. Dein Läutrungsnetz, Gebetes Herr, ist ausgespannt,
    durch seine Glieder gehst du starker überall,
    Nichts ungekochtes und nichts rohes dringt hinein,
    gekochtes nur ist fahrend zu ihm hingelangt.



tápoṣpavítraṃ vítataṃ diváspadé śócanto asya tántavo vyàstʰiran |
ávantyasya pavītā́ramāśávo diváspr̥ṣṭʰámádʰi tiṣṭʰanti cétasā || 2||



2. Am Himmel ist des heissen Trankes Netz gespannt,
    und seine lichten Fäden haben sich vertheilt;
    Die schnellen Tropfen helfen seinem Läuterer
    und steigen auf des Himmels Rücken mit Bedacht.



árūrucaduṣásaḥ pŕ̥śniragriyá ukṣā́ bibʰarti bʰúvanāni vājayúḥ |
māyāvíno mamire asya māyáyā nr̥cákṣasaḥ pitáro gárbʰamā́ dadʰuḥ || 3||



3. Die Morgen hat der bunte Stier zuerst erhellt,
    und reich an Labung nähret alle Wesen er;
    Durch seine Weisheit ward der Weisen Schar geformt,
    die männerschaunden Väter setzten Frucht hinein.



gandʰarvá ittʰā́ padámasya rakṣati pā́ti devā́nāṃ jánimānyádbʰutaḥ |
gr̥bʰṇā́ti ripúṃ nidʰáyā nidʰā́patiḥ sukŕ̥ttamā mádʰuno bʰakṣámāśata || 4||



4. Gandharva ist es, der des Soma Ort bewacht,
    und unsichtbar der Götter Stämme hütend schützt,
    Der Herr des Netzes fängt mit seinem Netz den Feind;
    die frommsten sind zum Trunk des süssen Safts gelangt.



havírhaviṣmo máhi sádma daívyaṃ nábʰo vásānaḥ pári yāsyadʰvarám |
rā́jā pavítraratʰo vā́jamā́ruhaḥ sahásrabʰr̥ṣṭirjayasi śrávo br̥hát || 5||



5. Du, reich an Tränken, gehst in Flut gekleidet rings
    zum grossen Sitz der Götter um das Opfer her,
    Als Fürst erlangst du Beute, fahrend auf dem Sieb,
    gewinnst bewehrt mit tausend Dolchen grossen Ruhm.






Sūkta 9.84 

pávasva devamā́dano vícarṣaṇirapsā́ índrāya váruṇāya vāyáve |
kr̥dʰī́ no adyá várivaḥ svastimádurukṣitaú gr̥ṇīhi daívyaṃ jánam || 1||



1. Geschäftig riesle, der die Götter du berauschst,
    und Trunk gewährst dem Indra, Vaju, Varuna,
    Verschaff uns heute segensreiches Wohlergehn,
    erfreu im weiten, sichern Sitz der Götter Stamm.



ā́ yástastʰaú bʰúvanānyámartyo víśvāni sómaḥ pári tā́nyarṣati |
kr̥ṇvánsaṃcŕ̥taṃ vicŕ̥tamabʰíṣṭaya índuḥ siṣaktyuṣásaṃ ná sū́ryaḥ || 2||



2. Er, welcher zu den Wesen hingedrungen ist,
    umströmt sie alle, Soma, der unsterbliche,
    Zum Heile schaffend Einigung und Sonderung,
    folgt wie die Sonne Indu nach dem Morgenroth.



ā́ yó góbʰiḥ sr̥jyáta óṣadʰīṣvā́ devā́nāṃ sumná iṣáyannúpāvasuḥ |
ā́ vidyútā pavate dʰā́rayā sutá índraṃ sómo mādáyandaívyaṃ jánam || 3||



3. Der mit der Milch sich von den Pflanzen her ergiesst,
    hinstrebend nach der Götter Huld mit Gut versehn,
    Mit lichtem Strome rieselt Soma ausgepresst,
    berauschend Indra und das göttliche Geschlecht.



eṣá syá sómaḥ pavate sahasrajíddʰinvānó vā́camiṣirā́muṣarbúdʰam |
índuḥ samudrámúdiyarti vāyúbʰiréndrasya hā́rdi kaláśeṣu sīdati || 4||



4. Erbeutend tausend Güter rieselt Soma hier,
    die muntre Stimm erhebend, welche frühe wacht,
    Des Meeres Flut regt Indu durch die Stürme auf,
    und setzet in die Schüsseln sich für Indra's Bauch.



abʰí tyáṃ gā́vaḥ páyasā payovŕ̥dʰaṃ sómaṃ śrīṇanti matíbʰiḥ svarvídam |
dʰanaṃjayáḥ pavate kŕ̥tvyo ráso vípraḥ kavíḥ kā́vyenā svàrcanāḥ || 5||



5. Den Soma, der der Milch sich freut und Glanz verleiht,
    versehn mit warmer Milch die Kühe andachtsvoll;
    Es rieselt Schatz erbeutend, wirkungsreich der Saft,
    der Sänger weis' an Weisheit, schön wie Himmelsglanz.






Sūkta 9.85 

índrāya soma súṣutaḥ pári sravā́pā́mīvā bʰavatu rákṣasā sahá |
mā́ te rásasya matsata dvayāvíno dráviṇasvanta ihá santvíndavaḥ || 1||



1. Dem Indra ströme schön gepresst, o Soma, durch,
    es bleibe fern Bedrängniss sammt dem Nachtgespenst,
    Nicht mögen Lügner sich an deinem Saft erfreun,
    begabt mit Schätzen mögen hier die Tropfen sein.



asmā́nsamaryé pavamāna codaya dákṣo devā́nāmási hí priyó mádaḥ |
jahí śátrūm̐rabʰyā́ bʰandanāyatáḥ píbendra sómamáva no mŕ̥dʰo jahi || 2||



2. Gib Muth und Kraft uns in der Schlacht, o flammender;
    denn du bist Kraft der Götter, du ihr Heber Trank;
    Die Feinde tödte, die nach Gut begierig sind,
    Trink Soma, Indra, jage unsre Hasser fort.



ádabdʰa indo pavase madíntama ātméndrasya bʰavasi dʰāsíruttamáḥ |
abʰí svaranti bahávo manīṣíṇo rā́jānamasyá bʰúvanasya niṃsate || 3||



3. Du rieselst lauter, Indu, o berauschendster,
    des Indra Hauch und beste Labung bist du ja;
    Dir stimmen viele Sänger ihre Lieder an,
    begrüssen freudig dich als König dieser Welt.



sahásraṇītʰaḥ śatádʰāro ádbʰuta índrāyénduḥ pavate kā́myaṃ mádʰu |
jáyankṣétramabʰyàrṣā jáyannapá urúṃ no gātúṃ kr̥ṇu soma mīḍʰvaḥ || 4||



4. Auf tausend Wegen, hundert Strömen wunderbar
    ergiesst sich hell dem Indra der willkommne Meth,
    O ströme, Feld und Wasser uns gewinnend, her,
    huldvoller Soma, schaffe du uns weite Bahn.



kánikradatkaláśe góbʰirajyase vyàvyáyaṃ samáyā vā́ramarṣasi |
marmr̥jyámāno átyo ná sānasíríndrasya soma jaṭʰáre sámakṣaraḥ || 5||



5. Mit Milch der Kuh wirst wiehernd du im Krug gesalbt
    und mitten durch die Widderwolle strömest du;
    Gestriegelt wie ein Renner, der den Preis erstrebt,
    bist, Soma, du geflossen in des Indra Bauch.



svādúḥ pavasva divyā́ya jánmane svādúríndrāya suhávītunāmne |
svādúrmitrā́ya váruṇāya vāyáve bŕ̥haspátaye mádʰumām̐ ádābʰyaḥ || 6||



6. O riesle hell und süss dem himmlischen Geschlecht,
    und süss dem Indra, dessen Namen gern man ruft,
    Und süss dem Vaju, Mitra und dem Varuna,
    an Honig reich, untilgbar dem Brihaspati.



átyaṃ mr̥janti kaláśe dáśa kṣípaḥ prá víprāṇāṃ matáyo vā́ca īrate |
pávamānā abʰyàrṣanti suṣṭutíméndraṃ viśanti madirā́sa índavaḥ || 7||



7. Zehn Finger striegeln in dem Krug das schnelle Ross;
    der Sänger Lieder und Gebete dringen vor;
    Dem Lobgesang entgegen gehn die rieselnden,
    in Indra's Bauch die Indu's, die berauschenden.



pávamāno abʰyàrṣā suvī́ryamurvī́ṃ gávyūtiṃ máhi śárma saprátʰaḥ |
mā́kirno asyá páriṣūtirīśaténdo jáyema tváyā dʰánaṃdʰanam || 8||



8. Hellflammend ströme du uns Heldenkraft herbei,
    geräum'ge Weide, grossen ausgedehnten Schutz;
    Es möge kein Bedränger unser mächtig sein,
    lass, Indu, uns durch dich gewinnen Sieg für Sieg.



ádʰi dyā́mastʰādvr̥ṣabʰó vicakṣaṇó'rūrucadví divó rocanā́ kavíḥ |
rā́jā pavítramátyeti róruvaddiváḥ pīyū́ṣaṃ duhate nr̥cákṣasaḥ || 9||



9. Zum Himmel stieg weitschauend jetzt der Stier empor,
    der weise hat das Licht des Himmels angesteckt;
    Der König schreitet durch die Seihe brüllend hin,
    des Männer schaunden Himmels Milchtrunk melkt er sich.



divó nā́ke mádʰujihvā asaścáto venā́ duhantyukṣáṇaṃ giriṣṭʰā́m |
apsú drapsáṃ vāvr̥dʰānáṃ samudrá ā́ síndʰorūrmā́ mádʰumantaṃ pavítra ā́ || 10||



10. Den Stier der Berge melken lieblich redende
    verlangend rastlos an des Himmels Wölbung aus,
    Den Tropfen, der in Wassern schwillt, zum Meere hin
    den honigsüssen in der Woge hin zum Sieb.



nā́ke suparṇámupapaptivā́ṃsaṃ gíro venā́nāmakr̥panta pūrvī́ḥ |
śíśuṃ rihanti matáyaḥ pánipnataṃ hiraṇyáyaṃ śakunáṃ kṣā́maṇi stʰā́m || 11||



11. Den Adler, der zur Himmelskuppel hinfliegt,
    erflehen viele Lieder der begier'gen;
    Den schönen Sprössling küssen die Gebete,
    den goldnen Aar, der auf der Erde Grund steht.



ūrdʰvó gandʰarvó ádʰi nā́ke astʰādvíśvā rūpā́ praticákṣāṇo asya |
bʰānúḥ śukréṇa śocíṣā vyàdyautprā́rūrucadródasī mātárā śúciḥ || 12||



12. Gaudharva hat des Himmels Höh erstiegen,
    betrachtend jede Glanzgestalt des Soma's,
    Mit hellem Lichte hat sein Glanz gestrahlet,
    die Welten-Aeltern hat erhellt der lichte.






Sūkta 9.86 

prá ta āśávaḥ pavamāna dʰījávo mádā arṣanti ragʰujā́ iva tmánā |
divyā́ḥ suparṇā́ mádʰumanta índavo madíntamāsaḥ pári kóśamāsate || 1||



1. Vor strömen deine raschen Säfte, Flammender,
    gedankenschnell, wie von dem flücht'gen Aar erzeugt,
    Die honigsüssen Indu's, die berauschendsten,
    des Himmels Vögel sitzen auf der Kufe rings.



prá te mádāso madirā́sa āśávó'sr̥kṣata rátʰyāso yátʰā pŕ̥tʰak |
dʰenúrná vatsáṃ páyasābʰí vajríṇamíndramíndavo mádʰumanta ūrmáyaḥ || 2||



2. Ergossen haben deine raschen Säfte sich,
    die lustigen wie Wagenrosse weit und breit,
    Des Indutrankes honigsüsse Wellen hin
    zum Blitzer Indra, wie zum Kalb mit Milch die Kuh.



átyo ná hiyānó abʰí vā́jamarṣa svarvítkóśaṃ divó ádrimātaram |
vŕ̥ṣā pavítre ádʰi sā́no avyáye sómaḥ punāná indriyā́ya dʰā́yase || 3||



3. Gespornt wie zu dem Preis der Renner ströme hin
    zum felsentsprossnen Himmelskrug, gewinnend Glanz,
    Ein Hengst zur Seihe auf den wollnen Gipfel hin,
    gereinigt Soma zu des Indra Sättigung.



prá ta ā́śvinīḥ pavamāna dʰījúvo divyā́ asr̥granpáyasā dʰárīmaṇi |
prā́ntárŕ̥ṣaya stʰā́virīrasr̥kṣata yé tvā mr̥jántyr̥ṣiṣāṇa vedʰásaḥ || 4||



4. Ergossen sind mit Milch wie Rosse geistesschnell
    nach deiner Art die himmlischen, o Flammender;
    Dazwischen haben Seher fette Milch gemischt,
    die Priester, die, o Seherfreund, dich reinigen.



víśvā dʰā́māni viśvacakṣa ŕ̥bʰvasaḥ prabʰóste satáḥ pári yanti ketávaḥ |
vyānaśíḥ pavase soma dʰármabʰiḥ pátirvíśvasya bʰúvanasya rājasi || 5||



5. Allsehender, es dringen deine Strahlen rings
    um alle Stätten, der du kühn und kräftig bist,
    Durchdringend rieselst, Soma, du nach deinem Brauch,
    als König herrschst du über diese ganze Welt.



ubʰayátaḥ pávamānasya raśmáyo dʰruvásya satáḥ pári yanti ketávaḥ |
yádī pavítre ádʰi mr̥jyáte háriḥ sáttā ní yónā kaláśeṣu sīdati || 6||



6. Nach beiden Seiten dringen seine Strahlen durch,
    der flammend rieselt, fest und treu in seinem Sinn,
    Wenn in dem Sieb das goldne Ross gestriegelt wird,
    so setzt es in die Kufen sich auf seinen Sitz.



yajñásya ketúḥ pavate svadʰvaráḥ sómo devā́nāmúpa yāti niṣkr̥tám |
sahásradʰāraḥ pári kóśamarṣati vŕ̥ṣā pavítramátyeti róruvat || 7||



7. Schön feiernd wallt des Opfers Fahne flammenreich,
    und Soma geht zum Ort, wo er die Götter trifft;
    In tausend Strömen rieselt um die Kufe er,
    laut brüllend eilet durch das Somasieb der Stier.



rā́jā samudráṃ nadyò ví gāhate'pā́mūrmíṃ sacate síndʰuṣu śritáḥ |
ádʰyastʰātsā́nu pávamāno avyáyaṃ nā́bʰā pr̥tʰivyā́ dʰarúṇo mahó diváḥ || 8||



8. Der König taucht sich in die Ströme, in das Meer,
    in Flüssen schwimmend geht er mit der Wasser Flut;
    Jetzt stieg er rieselnd auf der Wolle Rücken hin,
    des hohen Himmels Träger auf der Erde Schooss.



divó ná sā́nu stanáyannacikradaddyaúśca yásya pr̥tʰivī́ ca dʰármabʰiḥ |
índrasya sakʰyáṃ pavate vivévidatsómaḥ punānáḥ kaláśeṣu sīdati || 9||



9. Jetzt brüllte donnernd wie des Himmels Gipfel er,
    in dessen Ordnung Himmel sich und Erde fügt;
    Des Indra Freundschaft sich gewinnend rieselt er,
    gereinigt setzet Soma in die Kufen sich.



jyótiryajñásya pavate mádʰu priyáṃ pitā́ devā́nāṃ janitā́ vibʰū́vasuḥ |
dádʰāti rátnaṃ svadʰáyorapīcyàṃ madíntamo matsará indriyó rásaḥ || 10||



10. Der liebe Meth, des Opfers Leuchte, rieselt hell
    der Götter Vater und Erzeuger, reich an Gut;
    Verborgne Schätze legt in beide Welten er,
    des Indra Trank, der Freude schafft und schönsten Rausch.



abʰikrándankaláśaṃ vājyàrṣati pátirdiváḥ śatádʰāro vicakṣaṇáḥ |
hárirmitrásya sádaneṣu sīdati marmr̥jānó'vibʰiḥ síndʰubʰirvŕ̥ṣā || 11||



11. Dem Trog entgegenwiehernd eilt das schnelle Ross
    in hundert Strömen leuchtend rings des Himmels Herr,
    In Mitra's Sitzen setzet sich das goldne Ross,
    der Hengst gereinigt von der Wolle und dem Strom.



ágre síndʰūnāṃ pávamāno arṣatyágre vācó agriyó góṣu gacʰati |
ágre vā́jasya bʰajate mahādʰanáṃ svāyudʰáḥ sotŕ̥bʰiḥ pūyate vŕ̥ṣā || 12||



12. Voran den Strömen fliesset hell der rieselnde,
    voran dem Liede geht den Kühen er voraus,
    Voran der Beute theilt er grosse Schätze aus,
    von Pressern wird der schönbewehrte Held geklärt.



ayáṃ matávāñcʰakunó yátʰā hitó'vye sasāra pávamāna ūrmíṇā |
táva krátvā ródasī antarā́ kave śúcirdʰiyā́ pavate sóma indra te || 13||



13. Sein Ziel verfolgend, wie ein Falke ausgesandt
    ergoss er rieselnd auf die Wolle wogend sich;
    Durch deinen Antrieb, weiser Indra, rieselt hell
    mit Einsicht Soma zwischen Erd' und Himmel dir.



drāpíṃ vásāno yajató divispŕ̥śamantarikṣaprā́ bʰúvaneṣvárpitaḥ |
svàrjajñānó nábʰasābʰyàkramītpratnámasya pitáramā́ vivāsati || 14||



14. Ins Kleid gehüllt, der hehre, das zum Himmel reicht,
    die Luft erfüllend, in die Wesen eingefügt,
    Erzeugt durch Fluten, schritt er jetzt zum Himmel hin,
    erfreuet seinen urgebornen Vater nun.



só asya viśé máhi śárma yacʰati yó asya dʰā́ma pratʰamáṃ vyānaśé |
padáṃ yádasya paramé vyomanyáto víśvā abʰí sáṃ yāti saṃyátaḥ || 15||



15. Dem Stamme dessen reichet grossen Schatz er dar,
    der hin zu seiner ersten Opferstätte drang;
    Von seinem Ort, der in dem höchsten Himmel ist,
    geht er zu allen Stätten der Versammlung ein.



pró ayāsīdínduríndrasya niṣkr̥táṃ sákʰā sákʰyurná prá mināti saṃgíram |
márya iva yuvatíbʰiḥ sámarṣati sómaḥ kaláśe śatáyāmnā patʰā́ || 16||



16. Zum Ort des Indra ist der Indu vorgeeilt,
    der Freund verschmähet seines Freundes Beifall nicht;
    So wie der Jüngling zu den jungen Mädchen, eilt
    zum Kelch der Soma hin auf tausendfachem Pfad.



prá vo dʰíyo mandrayúvo vipanyúvaḥ panasyúvaḥ saṃvásaneṣvakramuḥ |
sómaṃ manīṣā́ abʰyànūṣata stúbʰo'bʰí dʰenávaḥ páyasemaśiśrayuḥ || 17||



17. Jetzt schritten eure frommen Andachtswerke vor,
    erfreuend, rühmend und bewundernd bei dem Fest,
    Dem Soma tönten rauschend eure Lieder zu,
    und Kühe haben ihn mit ihrer Milch gewärmt.



ā́ naḥ soma saṃyátaṃ pipyúṣīmíṣamíndo pávasva pávamāno asrídʰam |
yā́ no dóhate tríráhannásaścuṣī kṣumádvā́javanmádʰumatsuvī́ryam || 18||



18. O riesle flammend, Soma, ohne Unterlass
    uns fette Labung, Indu, zu, die heilsam sei,
    Die dreimal uns des Tages unversieglich strömt,
    und Heldenkraft mit Stärkung, Speis' und süssem Trank.



vŕ̥ṣā matīnā́ṃ pavate vicakṣaṇáḥ sómo áhnaḥ pratarītóṣáso diváḥ |
krāṇā́ síndʰūnāṃ kaláśām̐ avīvaśadíndrasya hā́rdyāviśánmanīṣíbʰiḥ || 19||



19. Weitschauend rieselt Soma, der Gebete Herr,
    des Tags, des Morgens und des Himmels Förderer;
    Er liess der Krüge Ströme rauschen eifrig jetzt,
    in Indra's Bauch eindringend durch der Priester Werk.



manīṣíbʰiḥ pavate pūrvyáḥ kavírnŕ̥bʰiryatáḥ pári kóśām̐ acikradat |
tritásya nā́ma janáyanmádʰu kṣaradíndrasya vāyóḥ sakʰyā́ya kártave || 20||



20. Der alte Seher rieselt durch der Priester Werk,
    gelenkt von Männern schrie er um die Kufen jetzt,
    Des Trita Wesen zeugend ström' er süssen Trank
    dem Indra, Vaju zu erweisen Freundesdienst.



ayáṃ punāná uṣáso ví rocayadayáṃ síndʰubʰyo abʰavadu lokakŕ̥t |
ayáṃ tríḥ saptá duduhāná āśíraṃ sómo hr̥dé pavate cā́ru matsaráḥ || 21||



21. Gereinigt hat die Morgenröthen er erhellt,
    er war es, der den Strömen freie Bahnen schuf,
    Der aus den dreimal sieben Kühen Milchtrank sog,
    dem Herzen lieb, berauschend rieselt Soma hell.



pávasva soma divyéṣu dʰā́masu sr̥jāná indo kaláśe pavítra ā́ |
sī́danníndrasya jaṭʰáre kánikradannŕ̥bʰiryatáḥ sū́ryamā́rohayo diví || 22||



22. O riesle, Soma, in den Himmelsstätten hell,
    entsandt, o Indu, in die Seihe zu dem Kelch;
    Laut wiehernd setzend dich in Indra's Bauch,
    gelenkt von Männern hobst die Sonn' zum Himmel du.



ádribʰiḥ sutáḥ pavase pavítra ā́m̐ índavíndrasya jaṭʰáreṣvāviśán |
tváṃ nr̥cákṣā abʰavo vicakṣaṇa sóma gotrámáṅgirobʰyo'vr̥ṇorápa || 23||



23. Gepresst von Steinen rieselst du zur Seihe hin,
    um einzugehn, o Indu, in des Indra Bauch,
    Der Männer Leuchte wurdest weithinschauend du,
    den Angirasen schlossest du den Kuhstall auf.



tvā́ṃ soma pávamānaṃ svādʰyó'nu víprāso amadannavasyávaḥ |
tvā́ṃ suparṇá ā́bʰaraddiváspárī́ndo víśvābʰirmatíbʰiḥ páriṣkr̥tam || 24||



24. Dir, Soma, jauchzten andachtsvoll die Sänger zu,
    nach deiner Gunst verlangend, dir, dem flammenden,
    Dich, Indu, trug der Adler von dem Himmel her,
    dich, der durch alle Lieder du verherrlicht wirst.



ávye punānáṃ pári vā́ra ūrmíṇā háriṃ navante abʰí saptá dʰenávaḥ |
apā́mupástʰe ádʰyāyávaḥ kavímr̥tásya yónā mahiṣā́ aheṣata || 25||



25. Dem goldnen Rosse jauchzen sieben Kühe zu,
    wenn er sich klärt in Widders Wolle durch die Flut,
    Im Schooss der Wasser eilten ihm voll Eifer jetzt
    dem Seher in des Opfers Sitz die Büffel zu.



índuḥ punānó áti gāhate mŕ̥dʰo víśvāni kr̥ṇvánsupátʰāni yájyave |
gā́ḥ kr̥ṇvānó nirṇíjaṃ haryatáḥ kavírátyo ná krī́ḷanpári vā́ramarṣati || 26||



26. Geklärt taucht Indu über alle Feind' empor,
    die Pfade alle bahnt er schön dem Opferer,
    Der holde Seher nimmt die Milch als Schmuckgewand,
    und eilet hin zur Wolle, springend wie ein Ross.



asaścátaḥ śatádʰārā abʰiśríyo háriṃ navanté'va tā́ udanyúvaḥ |
kṣípo mr̥janti pári góbʰirā́vr̥taṃ tr̥tī́ye pr̥ṣṭʰé ádʰi rocané diváḥ || 27||



27. In hundert Strömen unversieglich rauschten hin
    die warmen Tränke wellenreich zum goldnen Ross;
    Die Finger streicheln den von Milch umfluteten
    auf drittem Rücken in des Himmels lichter Höh.



távemā́ḥ prajā́ divyásya rétasastváṃ víśvasya bʰúvanasya rājasi |
átʰedáṃ víśvaṃ pavamāna te váśe tvámindo pratʰamó dʰāmadʰā́ asi || 28||



28. Dein sind, die hier dem Himmelssamen sind entstammt,
    und du gebietest über diese ganze Welt,
    Ja, alles dies ist, rieselnder, in deiner Macht,
    der Häuser erster Gründer bist, o Soma, du.



tváṃ samudró asi viśvavítkave távemā́ḥ páñca pradíśo vídʰarmaṇi |
tváṃ dyā́ṃ ca pr̥tʰivī́ṃ cā́ti jabʰriṣe táva jyótīṃṣi pavamāna sū́ryaḥ || 29||



29. Ein Meer bist du, o weiser, der du alles hast,
    in deinem Schütze stehn die fünf Weltgegenden,
    Du ragest über Erd' und Himmel weit hinaus,
    und Sonne ist, o heller, deiner Lichter Schein.



tváṃ pavítre rájaso vídʰarmaṇi devébʰyaḥ soma pavamāna pūyase |
tvā́muśíjaḥ pratʰamā́ agr̥bʰṇata túbʰyemā́ víśvā bʰúvanāni yemire || 30||



30. Gereinigt wirst den Göttern du, o flammender,
    o Soma, in der Seihe in der Lüfte Raum,
    Zuerst ergriffen, Indu, dich die heischenden,
    und alle diese Wesen streben hin zu dir.



prá rebʰá etyáti vā́ramavyáyaṃ vŕ̥ṣā váneṣváva cakradaddʰáriḥ |
sáṃ dʰītáyo vāvaśānā́ anūṣata śíśuṃ rihanti matáyaḥ pánipnatam || 31||



31. Der Sänger schreitet durch die Widder wolle vor,
    und nach den Fluten wiehert laut der goldne Hengst;
    Gebete laut ertönend stimmen mit ihm ein,
    und Lieder küssen den bewundrungswerthen Spross.



sá sū́ryasya raśmíbʰiḥ pári vyata tántuṃ tanvānástrivŕ̥taṃ yátʰā vidé |
náyannr̥tásya praśíṣo návīyasīḥ pátirjánīnāmúpa yāti niṣkr̥tám || 32||



32. Er hat sich mit der Sonne Strahlen rings umhüllt,
    den dreigetheilten Faden webend, wie gewohnt;
    Des Opfers neuste Ordnung leitend eilet er
    als Gatte hin zu seiner Frauen Brautgemach.



rā́jā síndʰūnāṃ pavate pátirdivá r̥tásya yāti patʰíbʰiḥ kánikradat |
sahásradʰāraḥ pári ṣicyate háriḥ punānó vā́caṃ janáyannúpāvasuḥ || 33||



33. Der Ströme König rieselt hell, des Himmels Herr,
    und schreitet wiehernd auf des Opfers Pfaden hin;
    In tausend Strömen fliesset hin der goldene,
    Gesang erzeugend, flammend, reich mit Gut versehn.



pávamāna máhyárṇo ví dʰāvasi sū́ro ná citró ávyayāni pávyayā |
gábʰastipūto nŕ̥bʰirádribʰiḥ sutó mahé vā́jāya dʰányāya dʰanvasi || 34||



34. Im Flammenstrom durchrieselst du das grosse Meer,
    wie Sonnenglanz im hellen Strome durch das Sieb,
    Geklärt vom Arm der Männer und vom Stein gepresst,
    ergiesst du dich zu grossem, beutereichem Gut.



íṣamū́rjaṃ pavamānābʰyàrṣasi śyenó ná váṃsu kaláśeṣu sīdasi |
índrāya mádvā mádyo mádaḥ sutó divó viṣṭambʰá upamó vicakṣaṇáḥ || 35||



35. Hell flammend strömest Speise du und Trank herbei,
    und setzt dich in die Kufen wie ins Laub der Aar,
    Zur Lust gepresst dem Indra und zu kräft'gem Rausch,
    des Himmels höchste Stütze, weithinschauender!



saptá svásāro abʰí mātáraḥ śíśuṃ návaṃ jajñānáṃ jényaṃ vipaścítam |
apā́ṃ gandʰarváṃ divyáṃ nr̥cákṣasaṃ sómaṃ víśvasya bʰúvanasya rājáse || 36||



36. Die Mütter, sieben Schwestern eilen hin zum Spross,
    dem neugebornen, herrlichen, begeisterten,
    Dem männerschaunden, himmlischen, der Fluten Herrn,
    dem Soma, dass er herrsche über alle Welt.



īśāná imā́ bʰúvanāni vī́yase yujāná indo harítaḥ suparṇyàḥ |
tā́ste kṣarantu mádʰumadgʰr̥táṃ páyastáva vraté soma tiṣṭʰantu kr̥ṣṭáyaḥ || 37||



37. Als Herrscher dringst durch alle diese Wesen du,
    die schönbeschwingten, goldnen Stuten schirrend dir,
    Sie mögen, Indu, strömen süsse, fette Milch;
    in deinem Dienst, o Soma, möge stehn der Menschen Schar.



tváṃ nr̥cákṣā asi soma viśvátaḥ pávamāna vr̥ṣabʰa tā́ ví dʰāvasi |
sá naḥ pavasva vásumaddʰíraṇyavadvayáṃ syāma bʰúvaneṣu jīváse || 38||



38. Du bist, o Soma, männerschauend überall,
    du Stier durchströmst hellleuchtend diese ganze Welt;
    So riesle du uns reiches Gut und Gold herbei,
    und langes Leben werd' uns in der Welt zu Theil.



govítpavasva vasuvíddʰiraṇyavídretodʰā́ indo bʰúvaneṣvárpitaḥ |
tváṃ suvī́ro asi soma viśvavíttáṃ tvā víprā úpa girémá āsate || 39||



39. O riesle, Indu, spendend Rinder, Güter, Gold,
    und Samen schaffend, in die Wesen eingefügt;
    Du bist, o Soma, allbesitzend, heldenreich,
    drum ehren hier die Sänger dich mit Lobgesang.



únmádʰva ūrmírvanánā atiṣṭʰipadapó vásāno mahiṣó ví gāhate |
rā́jā pavítraratʰo vā́jamā́ruhatsahásrabʰr̥ṣṭirjayati śrávo br̥hát || 40||



40. Des Methes Welle hat erhoben ihr Begehr,
    in Flut gekleidet taucht der Büffel sich hinein;
    Der König fahrend auf der Seihe drang zum Preis,
    gewinnt, bewehrt mit tausend Dolchen, hohen Ruhm.



sá bʰandánā údiyarti prajā́vatīrviśvā́yurvíśvāḥ subʰárā áhardivi |
bráhma prajā́vadrayímáśvapastyaṃ pītá indavíndramasmábʰyaṃ yācatāt || 41||



41. Er lässt erstehen kinderreiche Segnungen,
    die alle stark sind, allbelebend Tag für Tag,
    Geschlürft, o Indu, geh den Indra für uns an
    um kinderreich Gebet und rossereichen Stall.



só ágre áhnāṃ hárirharyató mádaḥ prá cétasā cetayate ánu dyúbʰiḥ |
dvā́ jánā yātáyannantárīyate nárā ca śáṃsaṃ daívyaṃ ca dʰartári || 42||



42. Er zeigt bei Tages Anbruch sich in schönem Glanz
    der goldne Trank, der holde sich in hellem Licht;
    Die beiden einend geht er zwischen beiden hin,
    dem Preis der Menschen, und der Götter ew'gem Halt.



añjáte vyàñjate sámañjate krátuṃ rihanti mádʰunābʰyàñjate |
síndʰorucʰvāsé patáyantamukṣáṇaṃ hiraṇyapāvā́ḥ paśúmāsu gr̥bʰṇate || 43||



43. Sie salben ihn, durchsalben und umsalben ihn,
    den starken streicheln, salben sie mit süssem Trank;
    Den Stier, der in den Strudel sich des Stromes stürzt,
    das Thier ergreifen goldumglänzte in der Flut.



vipaścíte pávamānāya gāyata mahī́ ná dʰā́rā́tyándʰo arṣati |
áhirná jūrṇā́máti sarpati tvácamátyo ná krī́ḷannasaradvŕ̥ṣā háriḥ || 44||



44. Dem rieselnden, begeisterten singt Lobgesang,
    dem grossen Strome gleichend rinnt er durch das Kraut,
    Der Schlange gleichend schlüpft er durch die alte Haut,
    wie Renner hüpfend eilt dahin der goldne Hengst.



agregó rā́jā́pyastaviṣyate vimā́no áhnāṃ bʰúvaneṣvárpitaḥ |
hárirgʰr̥tásnuḥ sudŕ̥śīko arṇavó jyotī́ratʰaḥ pavate rāyá okyàḥ || 45||



45. Der Fluten König, führend sie, erweist sich stark,
    die Tage messend, in die Wesen eingefügt;
    Das schöne Ross, das wallende mit Fett bedeckt,
    den Lichtschein fahrend, strömt als Hausherr reiches Gut.



ásarji skambʰó divá údyato mádaḥ pári tridʰā́turbʰúvanānyarṣati |
aṃśúṃ rihanti matáyaḥ pánipnataṃ girā́ yádi nirṇíjamr̥gmíṇo yayúḥ || 46||



46. Ergossen ist als Himmels Stütze jetzt der Trank,
    dreitheilig strömt der dargereichte durch die Welt;
    Gebete küssen den bewundernswerthen Saft,
    wenn zu dem Prächt'gen Sänger eilen mit dem Lied.



prá te dʰā́rā átyáṇvāni meṣyàḥ punānásya saṃyáto yanti ráṃhayaḥ |
yádgóbʰirindo camvòḥ samajyása ā́ suvānáḥ soma kaláśeṣu sīdasi || 47||



47. Ununterbrochen eilen deine Ströme vor,
    des Flammers Fluten durch der Wolle Rinnen hin;
    Wenn du mit Milch gesalbt wirst in dem Becherpaar,
    nimmst Soma du gepresst, in Kufen deinen Sitz.



pávasva soma kratuvínna uktʰyó'vyo vā́re pári dʰāva mádʰu priyám |
jahí víśvānrakṣása indo atríṇo br̥hádvadema vidátʰe suvī́rāḥ || 48||



48. O Soma, riesle Kraft uns zu, gepriesener!
    und ströme durch die Widderwolle, lieber Meth!
    Die Fresser und Gespenster alle, Indu, triff,
    wir mögen laut beim Feste singen heldenreich.






Sūkta 9.87 

prá tú drava pári kóśaṃ ní ṣīda nŕ̥bʰiḥ punānó abʰí vā́jamarṣa |
áśvaṃ ná tvā vājínaṃ marjáyantó'cʰā barhī́ raśanā́bʰirnayanti || 1||



1. Auf, ströme vor und setze in den Krug dich,
    geklärt von Männern renne zu dem Ziel hin;
    Sie führen, striegelnd wie ein schnelles Ross dich,
    hin zu der Streu dich, wie mit Zügeln lenkend.



svāyudʰáḥ pavate devá índuraśastihā́ vr̥jánaṃ rákṣamāṇaḥ |
pitā́ devā́nāṃ janitā́ sudákṣo viṣṭambʰó divó dʰarúṇaḥ pr̥tʰivyā́ḥ || 2||



2. Gott Indu flammt, bewehrt mit guten Waffen,
    den Bösen tödtend, die Gemeinde schützend,
    Der Götter starker Vater und Erzeuger,
    des Himmels Pfeiler und der Erde Stütze.



ŕ̥ṣirvípraḥ puraetā́ jánānāmr̥bʰúrdʰī́ra uśánā kā́vyena |
sá cidviveda níhitaṃ yádāsāmapīcyàṃ guhyaṃ nā́ma gónām || 3||



3. Der weise Sänger und der Menschen Führer,
    der kluge Künstler, Uçana an Weisheit;
    Er fand der Kühe tiefverborgnes Wesen,
    das einst in sie geheimnissvoll gelegt war.



eṣá syá te mádʰumām̐ indra sómo vŕ̥ṣā vŕ̥ṣṇe pári pavítre akṣāḥ |
sahasrasā́ḥ śatasā́ bʰūridā́vā śaśvattamáṃ barhírā́ vājyàstʰāt || 4||



4. Schon rann, o Indra, dieser süsse Soma,
    dem Stiere dir, der Stier hin durch die Seihe;
    Der hundert, tausend, viele Güter schenket,
    ist hingeeilt zum stets erneuten Streusitz.



eté sómā abʰí gavyā́ sahásrā mahé vā́jāyāmŕ̥tāya śrávāṃsi |
pavítrebʰiḥ pávamānā asr̥grañcʰravasyávo ná pr̥tanā́jo átyāḥ || 5||



5. Zu tausend Kühen sind entsandt die Soma's,
    zum Ruhm, zu grosser unerschöpfter Labung,
    Hinrieselnd durch die Seihen wie ein Renner,
    der preisbegierig zu dem Wettkampf eilet.



pári hí ṣmā puruhūtó jánānāṃ víśvā́saradbʰójanā pūyámānaḥ |
átʰā́ bʰara śyenabʰr̥ta práyāṃsi rayíṃ túñjāno abʰí vā́jamarṣa || 6||



6. Denn viel gerufen von den Menschen rann er
    um alle Nahrung rings der hell geklärte;
    So bring' uns nun, vom Aar getragner! Wonne,
    und ströme eilend Reichthum her und Nahrung.



eṣá suvānáḥ pári sómaḥ pavítre sárgo ná sr̥ṣṭó adadʰāvadárvā |
tigmé śíśāno mahiṣó ná śŕ̥ṅge gā́ gavyánnabʰí śū́ro ná sátvā || 7||



7. Schon lief gepresst der Soma durch die Seihe,
    gleichwie entsandte Wagenschar, wie Renner,
    Gleich einem Büffel scharf die Hörner wetzend,
    um Kühe kampfend wie ein tapfrer Kriegsheld.



eṣā́ yayau paramā́dantárádreḥ kū́citsatī́rūrvé gā́ viveda |
divó ná vidyútstanáyantyabʰraíḥ sómasya te pavata indra dʰā́rā || 8||



8. Er ist entsprungen aus dem höchsten Pressstein;
    im Stall die Kühe fand er überall auf,
    Wie Blitz des Himmels donnernd mit den Wolken,
    so flammt dir hell des Soma Strom, o Indra.



utá sma rāśíṃ pári yāsi gónāmíndreṇa soma sarátʰaṃ punānáḥ |
pūrvī́ríṣo br̥hatī́rjīradāno śíkṣā śacīvastáva tā́ upaṣṭút || 9||



9. Und, Soma, du durchfährst die Schar der Kühe
    mit Indra du auf gleichem Wagen, strahlend,
    O starker, spende viele grosse Schätze
    in reichem Strome, dir sind sie zur Hand ja.






Sūkta 9.88 

ayáṃ sóma indra túbʰyaṃ sunve túbʰyaṃ pavate tvámasya pāhi |
tváṃ ha yáṃ cakr̥ṣé tváṃ vavr̥ṣá índuṃ mádāya yújyāya sómam || 1||



1. Gepresst ist dieser Soma dir, o Indra,
    er rieselt hell dir, trinke du von diesem;
    Von ihm, den du geschaffen und erwählt hast,
    vom Somasafte dir zu tücht'gem Rausche.



sá īṃ rátʰo ná bʰuriṣā́ḷayoji maháḥ purū́ṇi sātáye vásūni |
ā́dīṃ víśvā nahuṣyā̀ṇi jātā́ svàrṣātā vána ūrdʰvā́ navanta || 2||



2. Vielfassend wie ein Wagen ist geschirrt er,
    der grosse, viele Güter zu gewinnen,
    Nun mögen zu ihm aller Menschen Stämme
    zur Glückserlangung nahn wie Bäume ragend.



vāyúrná yó niyútvām̐ iṣṭáyāmā nā́satyeva háva ā́ śámbʰaviṣṭʰaḥ |
viśvávāro draviṇodā́ iva tmánpūṣéva dʰījávano'si soma || 3||



3. Wie Vaju, der mit Vielgespann nach Wunsch fährt,
    wie's Ritterpaar, beim Ruf zum Heile eilend,
    Wie Schätzespender, reich an allen Gütern,
    wie Puschan bist du, Soma, Andacht weckend.



índro ná yó mahā́ kármāṇi cákrirhantā́ vr̥trā́ṇāmasi soma pūrbʰít |
paidvó ná hí tvámáhināmnāṃ hantā́ víśvasyāsi soma dásyoḥ || 4||



4. Dem Indra gleich, der grosse Thaten ausführt,
    zerschlägst die Feinde, Soma, du und Burgen;
    Die Schlangenbrut wie Pedu's Ross vertilgst du,
    und jeden Bösen tödtest du, o Soma.



agnírná yó vána ā́ sr̥jyámāno vŕ̥tʰā pā́jāṃsi kr̥ṇute nadī́ṣu |
jáno ná yúdʰvā mahatá upabdíríyarti sómaḥ pávamāna ūrmím || 5||



5. Wie Agni, welcher auf das Holz sich stürzet,
    erregt er rasch in Strömen seinen Schimmer,
    Wie eines Kriegers ist des grossen Toben,
    die Welle hebt empor der Soma flammend.



eté sómā áti vā́rāṇyávyā divyā́ ná kóśāso abʰrávarṣāḥ |
vŕ̥tʰā samudráṃ síndʰavo ná nī́cīḥ sutā́so abʰí kaláśām̐ asr̥gran || 6||



6. Ergossen sind die Soma's durch die Wolle,
    wie Himmels Eimer, die aus Wolken regnen,
    Wie Ströme, die zum Meere lustig rinnen,
    die Somasäfte in die Trinkgefässe.



śuṣmī́ śárdʰo ná mā́rutaṃ pavasvā́nabʰiśastā divyā́ yátʰā víṭ |
ā́po ná makṣū́ sumatírbʰavā naḥ sahásrāpsāḥ pr̥tanāṣā́ṇná yajñáḥ || 7||



7. O riesle feurig, wie die Schar der Maruts,
    unangefochten wie das Heer des Himmels
    Und wie Gewässer sei uns schnell gewogen,
    wie's Opfer, tausend nährend, Schlacht gewinnend.



rā́jño nú te váruṇasya vratā́ni br̥hádgabʰīráṃ táva soma dʰā́ma |
śúciṣṭvámasi priyó ná mitró dakṣā́yyo aryamévāsi soma || 8||



8. 






Sūkta 9.89 

pró syá váhniḥ patʰyā̀bʰirasyāndivó ná vr̥ṣṭíḥ pávamāno akṣāḥ |
sahásradʰāro asadannyàsmé mātúrupástʰe vána ā́ ca sómaḥ || 1||



1. Schon floss er her auf seinen Bahnen fahrend,
    und strömte flammend wie des Himmels Regen,
    In tausend Strömen liess er hier sich nieder
    im Schooss der Mutter, in dem Holze, Soma.



rā́jā síndʰūnāmavasiṣṭa vā́sa r̥tásya nā́vamā́ruhadrájiṣṭʰām |
apsú drapsó vāvr̥dʰe śyenájūto duhá īṃ pitā́ duhá īṃ pitúrjā́m || 2||



2. Der Flüsse König legte sein Gewand an,
    des Opfers Schiff, das grade fährt, bestieg er;
    Im Wasser wächst der Aar-getragne Tropfen,
    der Vater tränkt ihn, er den Spross des Vaters.



siṃháṃ nasanta mádʰvo ayā́saṃ hárimaruṣáṃ divó asyá pátim |
śū́ro yutsú pratʰamáḥ pr̥cʰate gā́ ásya cákṣasā pári pātyukṣā́ || 3||



3. Dem raschen Löwen nahten süsse Tränke,
    dem rothen Hengst, dem Herrscher dieses Himmels,
    Der Held verlangt im Kampf zuerst nach Kühen;
    der Stier bewacht das All mit seinem Blicke.



mádʰupr̥ṣṭʰaṃ gʰorámayā́samáśvaṃ rátʰe yuñjantyurucakrá r̥ṣvám |
svásāra īṃ jāmáyo marjayanti sánābʰayo vājínamūrjayanti || 4||



4. Sie schirren an den Wagen, breit an Rädern,
    den hohen, hehren, milchbedeckten Renner,
    Es striegeln ihn die blutsverwandten Schwestern,
    die gleichentstammten kräftigen, den schnellen.



cátasra īṃ gʰr̥tadúhaḥ sacante samāné antárdʰarúṇe níṣattāḥ |
tā́ īmarṣanti námasā punānā́stā́ īṃ viśvátaḥ pári ṣanti pūrvī́ḥ || 5||



5. Vier milchversehne Kühe gehen mit ihm,
    sich niederlassend in das gleiche Becken,
    Sie strömen ihm, gereinigt mit Verehrung,
    und sind um ihn, die vielen, allenthalben.



viṣṭambʰó divó dʰarúṇaḥ pr̥tʰivyā́ víśvā utá kṣitáyo háste asya |
ásatta útso gr̥ṇaté niyútvānmádʰvo aṃśúḥ pavata indriyā́ya || 6||



6. Des Himmels Pfeiler und der Erde Stütze
    ist er, in seiner Hand sind alle Völker;
    Dem Sänger fliesse immer deine Quelle;
    für Indra's Grösse strömt des Methes Welle.



vanvánnávāto abʰí devávītimíndrāya soma vr̥trahā́ pavasva |
śagdʰí maháḥ puruścandrásya rāyáḥ suvī́ryasya pátayaḥ syāma || 7||



7. Unangefochten, siegreich riesle, Soma,
    zum Göttermahl dem Indra, Feinde tödtend,
    Verleih uns grossen, glanzbegabten Reichthum;
    wir seien Herrn von starken Heldenscharen.






Sūkta 9.90 

prá hinvānó janitā́ ródasyo rátʰo ná vā́jaṃ saniṣyánnayāsīt |
índraṃ gácʰannā́yudʰā saṃśíśāno víśvā vásu hástayorādádʰānaḥ || 1||



1. Schon naht entsandt der Zeuger beider Welten
    gleich einem Wagen, der den Preis erstrebet;
    Zu Indra gehend, seine Waffen wetzend
    und in den Händen alle Güter haltend.



abʰí tripr̥ṣṭʰáṃ vŕ̥ṣaṇaṃ vayodʰā́māṅgūṣā́ṇāmavāvaśanta vā́ṇīḥ |
vánā vásāno váruṇo ná síndʰūnví ratnadʰā́ dayate vā́ryāṇi || 2||



2. Dem Stier mit dreien Rücken, welcher Lust gibt,
    ihm jauchzten zu der Preisgesänge Chöre,
    In Flut gehüllt, wie Varuna die Ströme,
    vertheilt viel schönes Gut der Schätzespender.



śū́ragrāmaḥ sárvavīraḥ sáhāvāñjétā pavasva sánitā dʰánāni |
tigmā́yudʰaḥ kṣiprádʰanvā samátsváṣāḷhaḥ sāhvā́npŕ̥tanāsu śátrūn || 3||



3. Umschart von Helden, alle Männer führend,
    ström hell, ein mächt'ger Sieger, Gut erbeutend,
    Im Kampf mit scharfen Waffen, schnellem Bogen,
    in Schlachten schlagend unbesiegt die Feinde.



urúgavyūtirábʰayāni kr̥ṇvánsamīcīné ā́ pavasvā púraṃdʰī |
apáḥ síṣāsannuṣásaḥ svàrgā́ḥ sáṃ cikrado mahó asmábʰyaṃ vā́jān || 4||



4. Geräum'ge Flur und sichern Sitz gewährend,
    ström her des Himmels und der Erde Fülle;
    Gern spendend Wasser, Morgen, Sonne, Kühe,
    bring rauschend uns zusammen grosse Schätze.



mátsi soma váruṇaṃ mátsi mitráṃ mátsī́ndramindo pavamāna víṣṇum |
mátsi śárdʰo mā́rutaṃ mátsi devā́nmátsi mahā́míndramindo mádāya || 5||



5. Berausch, o Soma, Varuna und Mitra,
    den Indra, Indu, rieselnder, den Vischnu,
    Berausch der Maruts Schar, berausch die Gotter,
    berausch zum Rausch den grossen Indra, Indu!



evā́ rā́jeva krátumām̐ ámena víśvā gʰánigʰnadduritā́ pavasva |
índo sūktā́ya vácase váyo dʰā yūyáṃ pāta svastíbʰiḥ sádā naḥ || 6||



6. So ströme hell gleich einem mächt'gen König,
    durch deinen Andrang alle Noth verjagend,
    Verleihe, Indu, Kraft dem schönen Liede,
    beschirmet ihr uns stets mit eurem Segen.






Sūkta 9.91 

ásarji vákvā rátʰye yátʰājaú dʰiyā́ manótā pratʰamó manīṣī́ |
dáśa svásāro ádʰi sā́no ávyé'janti váhniṃ sádanānyácʰa || 1||



1. Es eilt der Tummler wie beim Wagenrennen,
    mit Kunst der weise, erste Liederfinder;
    Zehn Schwestern treiben auf der Wolle Gipfel
    das Wagenross heran zu seinen Sitzen.



vītī́ jánasya divyásya kavyaírádʰi suvānó nahuṣyèbʰirínduḥ |
prá yó nŕ̥bʰiramŕ̥to mártyebʰirmarmr̥jānó'vibʰirgóbʰiradbʰíḥ || 2||



2. Gepresst zum Mahl des himmlischen Geschlechtes
    ist Indu von der Menschen Priesterscharen,
    Unsterblich er, von Sterblichen gereinigt
    durch Widderwolle, Milch und Wasserfluten.



vŕ̥ṣā vŕ̥ṣṇe róruvadaṃśúrasmai pávamāno rúśadīrte páyo góḥ |
sahásramŕ̥kvā patʰíbʰirvacovídadʰvasmábʰiḥ sū́ro áṇvaṃ ví yāti || 3||



3. Der Stier dem Stier zubrüllend, ihm der Rauschtrank,
    dringt flammend, leuchtend er zur Milch der Kuh hin,
    Auf unbestäubten Pfaden geht er jubelnd
    der Lieder kundig durch das Sieb als Sonne.



rujā́ dr̥ḷhā́ cidrakṣásaḥ sádāṃsi punāná inda ūrṇuhi ví vā́jān |
vr̥ścópáriṣṭāttujatā́ vadʰéna yé ánti dūrā́dupanāyámeṣām || 4||



4. Zerbrich auch der Gespenster feste Sitze,
    eröffne Güter, Indu, hell erstrahlend;
    Von oben her zerspalt mit schnellem Hiebe
    der Feinde Führer in der Näh und Ferne.



sá pratnavánnávyase viśvavāra sūktā́ya patʰáḥ kr̥ṇuhi prā́caḥ |
yé duḥṣáhāso vanúṣā br̥hántastā́m̐ste aśyāma purukr̥tpurukṣo || 5||



5. So bahne du nach alter Art dem neuen
    Gesang die Wege vor uns, güterreicher!
    Die unbezwinglich für den Feind und stark sind,
    die lass uns finden, reich an That und Gut du.



evā́ punānó apáḥ svàrgā́ asmábʰyaṃ tokā́ tánayāni bʰū́ri |
śáṃ naḥ kṣétramurú jyótīṃṣi soma jyóṅnaḥ sū́ryaṃ dr̥śáye rirīhi || 6||



6. So schenke du, hell leuchtender, uns Wasser,
    uns Glanz und Kühe, Kinder viel und Enkel,
    Uns weites Feld, uns Segen, hellen Lichtschein,
    dass lange wir die Sonne sehn, o Soma!






Sūkta 9.92 

pári suvānó háriraṃśúḥ pavítre rátʰo ná sarji sanáye hiyānáḥ |
ā́pacʰlókamindriyáṃ pūyámānaḥ práti devā́m̐ ajuṣata práyobʰiḥ || 1||



1. Ergossen ist der goldne Saft zur Seihe,
    gepresst, getrieben wie zum Preis der Wagen;
    Geklärt hat er des Indra Ton gefunden
    und hat erfreut die Götter durch Genüsse.



ácʰā nr̥cákṣā asaratpavítre nā́ma dádʰānaḥ kavírasya yónau |
sī́danhóteva sádane camū́ṣū́pemagmannŕ̥ṣayaḥ saptá víprāḥ || 2||



2. Zur Seihe eilte jetzt er Männer-schauend,
    als Seher sich in seinem Schoosse zeigend,
    Als Priester sitzend in dem Platz der Becher;
    ihm sind genaht die sieben weisen Sänger.



prá sumedʰā́ gātuvídviśvádevaḥ sómaḥ punānáḥ sáda eti nítyam |
bʰúvadvíśveṣu kā́vyeṣu rántā́nu jánānyatate páñca dʰī́raḥ || 3||



3. Zum eignen Sitz geht flammend, vorwärtsdringend
    der weise Soma, allen Göttern eigen,
    Er weile gern bei allen Priesterwerken;
    den fünf Geschlechtern strebet zu der Weise.



táva tyé soma pavamāna niṇyé víśve devā́stráya ekādaśā́saḥ |
dáśa svadʰā́bʰirádʰi sā́no ávye mr̥jánti tvā nadyàḥ saptá yahvī́ḥ || 4||



4. An deinem heil'gen Ort, o lichter Soma,
    sind alle diese dreiunddreissig Götter;
    Zehn Finger klären dich auf wollnem Gipfel
    aus eigner Lust und sieben schnelle Ströme.



tánnú satyáṃ pávamānasyāstu yátra víśve kārávaḥ saṃnásanta |
jyótiryádáhne ákr̥ṇodu lokáṃ prā́vanmánuṃ dásyave karabʰī́kam || 5||



5. Das sei uns nun der wahre Ort des Flammers,
    an dem die Sänger alle sich vereinen;
    Der Lichtschein, welcher Raum dem Tage schaffte,
    der half dem Manu, wehrte ab den Dämon.



pári sádmeva paśumā́nti hótā rā́jā ná satyáḥ sámitīriyānáḥ |
sómaḥ punānáḥ kaláśām̐ ayāsītsī́danmr̥gó ná mahiṣó váneṣu || 6||



6. Wie um den vieh-versehnen Sitz der Priester,
    wie zur Versammlung geht der gute König,
    So ging jetzt Soma flammend zu den Kufen,
    sich setzend wie im Wald der wilde Büffel.






Sūkta 9.93 

sākamúkṣo marjayanta svásāro dáśa dʰī́rasya dʰītáyo dʰánutrīḥ |
háriḥ páryadravajjā́ḥ sū́ryasya dróṇaṃ nanakṣe átyo ná vājī́ || 1||



1. Ihn streicheln zehn zugleich erwachsne Schwestern
    und auch des Sehers strömende Gesänge,
    Das Goldross lief hindurch, das Kind der Sonne,
    und drang zur Kufe wie ein schneller Renner.



sáṃ mātŕ̥bʰirná śíśurvāvaśānó vŕ̥ṣā dadʰanve puruvā́ro adbʰíḥ |
máryo ná yóṣāmabʰí niṣkr̥táṃ yánsáṃ gacʰate kaláśa usríyābʰiḥ || 2||



2. Gleich wie ein schreiend Kind zu seinen Müttern,
    so läuft zur Flut der Hengst mit busch'gem Schweife,
    Wie zu der Braut der Bräut'gam in die Kammer
    so geht er zu den Kühen in die Kufe.



utá prá pipya ū́dʰarágʰnyāyā índurdʰā́rābʰiḥ sacate sumedʰā́ḥ |
mūrdʰā́naṃ gā́vaḥ páyasā camū́ṣvabʰí śrīṇanti vásubʰirná niktaíḥ || 3||



3. Geschwollen ist das Euter schon der Milchkuh,
    der weise Indu geht mit ihr in Strömen;
    Sein Haupt bedecken Kühe in den Bechern
    mit warmer Milch wie mit gewaschnen Kleidern.



sá no devébʰiḥ pavamāna radéndo rayímaśvínaṃ vāvaśānáḥ |
ratʰirāyátāmuśatī́ púraṃdʰirasmadryàgā́ dāváne vásūnām || 4||



4. Du flammender, erschliesse durch die Götter,
    o Indu, willig Reichthum uns an Rossen,
    Und freundlich komm zu uns die Reichthumsgöttin,
    zu schenken Güter, die den Wagen füllen.



nū́ no rayímúpa māsva nr̥vántaṃ punānó vātā́pyaṃ viśváścandram |
prá vanditúrindo tāryā́yuḥ prātármakṣū́ dʰiyā́vasurjagamyāt || 5||



5. Nun miss uns Schätze zu, o hell entflammter,
    gewalt'ge, glänzende, an Männern reiche,
    Verlängre du des Sängers Leben, Indu;
    der huldvoll sorget komme früh am Morgen.






Sūkta 9.94 

ádʰi yádasminvājínīva śúbʰa spárdʰante dʰíyaḥ sū́rye ná víśaḥ |
apó vr̥ṇānáḥ pavate kavīyánvrajáṃ ná paśuvárdʰanāya mánma || 1||



1. Gebete eifern um ihn wie ums Streitross
    die schmückenden, wie Menschen um die Sonne;
    In Flut gekleidet strömt er hell, ein weiser,
    zum Lied wie in den Stall zur Heerden-Mehrung.



dvitā́ vyūrṇvánnamŕ̥tasya dʰā́ma svarvíde bʰúvanāni pratʰanta |
dʰíyaḥ pinvānā́ḥ svásare ná gā́va r̥tāyántīrabʰí vāvaśra índum || 2||



2. Des Göttertrankes Sitz enthüllt er zwiefach;
    dem Glanzerringer öffnen sich die Welten;
    Gebete, schwellend wie im Stall die Kühe,
    dem Indu rauschten heilig sie entgegen,



pári yátkavíḥ kā́vyā bʰárate śū́ro ná rátʰo bʰúvanāni víśvā |
devéṣu yáśo mártāya bʰū́ṣandákṣāya rāyáḥ purubʰū́ṣu návyaḥ || 3||



3. Wenn er, der Seher, rings die Seherkräfte
    und alle Wesen trägt gleich starkem Wagen,
    Dem Menschen Glanz verleihend bei den Göttern,
    zur Reichthums Mehrung preislich bei den Frommen.



śriyé jātáḥ śriyá ā́ níriyāya śríyaṃ váyo jaritŕ̥bʰyo dadʰāti |
śríyaṃ vásānā amr̥tatvámāyanbʰávanti satyā́ samitʰā́ mitádrau || 4||



4. Zum Glanz geboren ging hervor zum Glanz er
    und Glanz und Jugend schenket er den Sängern;
    In Glanz gekleidet wurden sie unsterblich,
    zum Heile ist des schnellen Stroms Begegnung.



íṣamū́rjamabʰyàrṣā́śvaṃ gā́murú jyótiḥ kr̥ṇuhi mátsi devā́n |
víśvāni hí suṣáhā tā́ni túbʰyaṃ pávamāna bā́dʰase soma śátrūn || 5||



5. Ergiess uns Speis' und Trank und Ross' und Rinder,
    schaff weiten Lichtglanz und berausch die Götter;
    Denn alles dies ist leicht dir zu vollenden;
    o Soma, treibe flammend fort die Feinde.






Sūkta 9.95 

kánikranti hárirā́ sr̥jyámānaḥ sī́danvánasya jaṭʰáre punānáḥ |
nŕ̥bʰiryatáḥ kr̥ṇute nirṇíjaṃ gā́ áto matī́rjanayata svadʰā́bʰiḥ || 1||



1. Der Goldhengst wiehert, wenn er ausgesandt wird,
    er setzt sich flammend in den Bauch des Fasses,
    Gelenkt von Männern legt er Milch als Schmuck an,
    dann zeuge er aus eigner Kraft Gebete.



háriḥ sr̥jānáḥ patʰyā̀mr̥tásyéyarti vā́camaritéva nā́vam |
devó devā́nāṃ gúhyāni nā́māvíṣkr̥ṇoti barhíṣi pravā́ce || 2||



2. Der Goldhengst, auf des Opfers Pfad entlassen,
    bewegt die Stimme, wie das Schiff der Rudrer;
    Der Götterschar geheimnissvolle Namen
    macht kund der Gott, zu nennen auf der Streu sie.



apā́mivédūrmáyastárturāṇāḥ prá manīṣā́ īrate sómamácʰa |
namasyántīrúpa ca yánti sáṃ cā́ ca viśantyuśatī́ruśántam || 3||



3. Gleichwie der Wasser wildbewegte Wellen,
    so eilen vor zu Soma die Gebete,
    Anbetend gehn sie zu ihm, gehen mit ihm
    und dringen ein zum liebenden ihn liebend.



táṃ marmr̥jānáṃ mahiṣáṃ ná sā́nāvaṃśúṃ duhantyukṣáṇaṃ giriṣṭʰā́m |
táṃ vāvaśānáṃ matáyaḥ sacante tritó bibʰarti váruṇaṃ samudré || 4||



4. Ihn, welcher prangt wie auf dem Berg der Büffel,
    ihn melken sie, den Saft, den Stier der Höhen,
    Ihn, wenn er brüllt, geleiten die Gebete,
    und Trita bringt den Varuna zum Meere.



íṣyanvā́camupavaktéva hótuḥ punāná indo ví ṣyā manīṣā́m |
índraśca yátkṣáyatʰaḥ saúbʰagāya suvī́ryasya pátayaḥ syāma || 5||



5. Die Stimm erhebend wie des Priesters Mahner
    mach flammend, Indu, frei des Herzens Andacht,
    Wenn du und Indra herrscht zu hohem Glücke,
    so lasst uns Herren sein von Heldenscharen.






Sūkta 9.96 

prá senānī́ḥ śū́ro ágre rátʰānāṃ gavyánneti hárṣate asya sénā |
bʰadrā́nkr̥ṇvánnindrahavā́nsákʰibʰya ā́ sómo vástrā rabʰasā́ni datte || 1||



1. Voran den Wagen geht des Heeres Führer,
    der Held voll Kampflust und es freut sein Heer sich;
    Den Freunden segnend ihren Indra-Anruf
    legt Soma an die glänzenden Gewänder.



sámasya háriṃ hárayo mr̥jantyaśvahayaírániśitaṃ námobʰiḥ |
ā́ tiṣṭʰati rátʰamíndrasya sákʰā vidvā́m̐ enā sumatíṃ yātyácʰa || 2||



2. Die goldnen Finger streicheln seinen Goldhengst
    mit Ehrfurcht ihn, den keine Treiber spornen;
    Als Indra's Freund besteigt er seinen Wagen
    und kommt dadurch in seine Gunst, der Kluge.



sá no deva devátāte pavasva mahé soma psárasa indrapā́naḥ |
kr̥ṇvánnapó varṣáyandyā́mutémā́murórā́ no varivasyā punānáḥ || 3||



3. So ström' uns hell, o Gott, zum Götterfeste,
    zum grossen Mahl geschlürft von Indra, Soma!
    Uns Wasser schaffend und des Himmels Regen,
    schaff uns von weither weiten Raum; entflammter!



ájītayé'hataye pavasva svastáye sarvátātaye br̥haté |
táduśanti víśva imé sákʰāyastádaháṃ vaśmi pavamāna soma || 4||



4. Zum Wohlgedeihn zur Unversehrtheit riesle
    zum Heile und zu hoher Segensfülle,
    Das wünschen alle diese meine Freunde,
    das wünsch' auch ich, o Soma, hellentflammter!



sómaḥ pavate janitā́ matīnā́ṃ janitā́ divó janitā́ pr̥tʰivyā́ḥ |
janitā́gnérjanitā́ sū́ryasya janiténdrasya janitótá víṣṇoḥ || 5||



5. Es rieselt Soma, der Gebete Zeuger
    des Himmels Zeuger und der Erde Zeuger,
    Des Agni Zeuger und der Sonne Zeuger,
    des Indra Zeuger und der Zeuger Vischnu's.



brahmā́ devā́nāṃ padavī́ḥ kavīnā́mŕ̥ṣirvíprāṇāṃ mahiṣó mr̥gā́ṇām |
śyenó gŕ̥dʰrāṇāṃ svádʰitirvánānāṃ sómaḥ pavítramátyeti rébʰan || 6||



6. Der Götter Beter und der Priester Führer,
    der Sänger Dichter und der Stier der Thiere,
    Der Geier Adler und die Axt der Wälder,
    der Soma wandert singend durch die Seihe.



prā́vīvipadvācá ūrmíṃ ná síndʰurgíraḥ sómaḥ pávamāno manīṣā́ḥ |
antáḥ páśyanvr̥jánemā́varāṇyā́ tiṣṭʰati vr̥ṣabʰó góṣu jānán || 7||



7. Das Lied erregt er, wie der Strom die Welle,
    Gesänge Soma rieselnd und Gebete,
    Hinein auch schauend in die tiefsten Klüfte,
    besteigt der Stier die Kühe, der vertraute.



sá matsaráḥ pr̥tsú vanvánnávātaḥ sahásraretā abʰí vā́jamarṣa |
índrāyendo pávamāno manīṣyàṃśorūrmímīraya gā́ iṣaṇyán || 8||



8. So ström' berauschend, siegreich in den Schlachten
    zum Kampfpreis sicher, tausend Samen hegend,
    Zu Indra, weiser Indu, sende rieselnd,
    die Kühe treibend, deines Saftes Welle.



pári priyáḥ kaláśe devávāta índrāya sómo ráṇyo mádāya |
sahásradʰāraḥ śatávāja índurvājī́ ná sáptiḥ sámanā jigāti || 9||



9. Es geht der liebe, gottbegehrte Soma
    zum Rausch dem Indra freudenreich ins Trinkfass;
    Mit tausend Strömen, hundert Speisen eilet
    gleich schnellem Rosse Indu auf den Kampfplatz.



sá pūrvyó vasuvíjjā́yamāno mr̥jānó apsú duduhānó ádrau |
abʰiśastipā́ bʰúvanasya rā́jā vidádgātúṃ bráhmaṇe pūyámānaḥ || 10||



10. Geboren ist er als der erste Spender,
    vom Stein gepresst und in der Flut gereinigt,
    Der Fluchabwehrer und der Weltbeherrscher,
    verleihe strahlend dem Gebete Fortgang.



tváyā hí naḥ pitáraḥ soma pū́rve kármāṇi cakrúḥ pavamāna dʰī́rāḥ |
vanvánnávātaḥ paridʰī́m̐ráporṇu vīrébʰiráśvairmagʰávā bʰavā naḥ || 11||



11. Denn unsre alten weisen Väter thaten
    durch dich, o heller Soma, ihre Werke,
    Die Wehren brich unangefochten, siegreich,
    sei mächtig uns durch Helden und durch Rosse.



yátʰā́pavatʰā mánave vayodʰā́ amitrahā́ varivovíddʰavíṣmān |
evā́ pavasva dráviṇaṃ dádʰāna índre sáṃ tiṣṭʰa janáyā́yudʰāni || 12||



12. Wie du dem Manu strömtest, Kraft verleihend,
    die Feinde schlagend, Segen spendend, trunkreich,
    So riesle jetzt auch, reiche Schätze schenkend,
    mit Indra steh und schaffe ihm die Waffen.



pávasva soma mádʰumām̐ r̥tā́vāpó vásāno ádʰi sā́no ávye |
áva dróṇāni gʰr̥távānti sīda madíntamo matsará indrapā́naḥ || 13||



13. O riesle, Soma, süss nach heil'ger Ordnung
    in Flut gekleidet auf der Wolle Gipfel;
    Setz nieder dich auf butterreiche Kufen,
    berauschendster, geschlürft von Indra, lust'ger!



vr̥ṣṭíṃ diváḥ śatádʰāraḥ pavasva sahasrasā́ vājayúrdevávītau |
sáṃ síndʰubʰiḥ kaláśe vāvaśānáḥ sámusríyābʰiḥ pratiránna ā́yuḥ || 14||



14. Des Himmels Regen riesle hundertströmig,
    beim Göttermahl erlabend tausendspendend,
    Vereint mit Strömen rauschend zu der Kufe,
    mit Milch vereint verlängernd unser Leben.



eṣá syá sómo matíbʰiḥ punānó'tyo ná vājī́ táratī́dárātīḥ |
páyo ná dugdʰámáditeriṣirámurvìva gātúḥ suyámo ná vóḷhā || 15||



15. Ja, dieser Soma, durch Gebet gereinigt,
    besiegt die Frevler wie ein schnelles Streitross,
    Gleichwie gemolkne frische Milch der Milchkuh,
    wie freie Bahn, wie leicht gelenktes Zugthier.



svāyudʰáḥ sotŕ̥bʰiḥ pūyámāno'bʰyàrṣa gúhyaṃ cā́ru nā́ma |
abʰí vā́jaṃ sáptiriva śravasyā́bʰí vāyúmabʰí gā́ deva soma || 16||



16. Gereinigt von den Pressern, schönbewaffnet
    lass strömen dein verborgnes, theures Wesen,
    Lauf wie ein Ross zum Kampfpreis ruhmbegierig,
    zu Vaju hin, o Gott, zur Milch, o Soma.



śíśuṃ jajñānáṃ haryatáṃ mr̥janti śumbʰánti váhniṃ marúto gaṇéna |
kavírgīrbʰíḥ kā́vyenā kavíḥ sánsómaḥ pavítramátyeti rébʰan || 17||



17. Das neugeborne schöne Füllen streicheln
    und schmücken auf der Fahrt die Marutscharen;
    Der Seher geht mit Seherkraft mit Liedern,
    als Seher Soma singend durch die Seihe.



ŕ̥ṣimanā yá r̥ṣikŕ̥tsvarṣā́ḥ sahásraṇītʰaḥ padavī́ḥ kavīnā́m |
tr̥tī́yaṃ dʰā́ma mahiṣáḥ síṣāsansómo virā́jamánu rājati ṣṭúp || 18||



18. Der Dichtergeist, der Dichter schafft und Glanz gibt,
    der Sänger Führer, tausend Weisen kennend,
    Der Stier hinstrebend nach der dritten Stätte
    misst nach dem Dreimass ab sein Lied, der Soma.



camūṣácʰyenáḥ śakunó vibʰŕ̥tvā govindúrdrapsá ā́yudʰāni bíbʰrat |
apā́mūrmíṃ sácamānaḥ samudráṃ turī́yaṃ dʰā́ma mahiṣó vivakti || 19||



19. Der Adler eilend, in der Schüssel nistend,
    der Tropfen Milch erlangend, Waffen tragend,
    Der Wasser Flut geleitend nach dem Meere,
    besingt der Büffel seine vierte Stätte.



máryo ná śubʰrástanvàṃ mr̥jānó'tyo ná sŕ̥tvā sanáye dʰánānām |
vŕ̥ṣeva yūtʰā́ pári kóśamárṣankánikradaccamvòrā́ viveśa || 20||



20. Den Körper schmückend wie ein schöner Bräut'gam,
    und eilend wie ein Ross zur Preiserlangung,
    Zum Fass rings strömend wie ein Bull zur Heerde,
    ist in die Schalen brüllend er gedrungen.



pávasvendo pávamāno máhobʰiḥ kánikradatpári vā́rāṇyarṣa |
krī́ḷañcamvòrā́ viśa pūyámāna índraṃ te ráso madiró mamattu || 21||



21. O riesle, Indu, rieselnder, mit Lichtglanz,
    und ströme wiehernd durch der Seihe Wolle,
    Geh springend ein gereinigt in die Schüsseln,
    den Indra soll dein Rauschetrank berauschen.



prā́sya dʰā́rā br̥hatī́rasr̥grannaktó góbʰiḥ kaláśām̐ ā́ viveśa |
sā́ma kr̥ṇvánsāmanyò vipaścítkrándannetyabʰí sákʰyurná jāmím || 22||



22. Schon sind ergossen seine grossen Ströme,
    gesalbt mit Milchtrank drang er in die Kufen,
    Begeistert Sang vollführend geht der Sänger
    laut rauschend hin wie zu des Freundes Schwester.



apagʰnánneṣi pavamāna śátrūnpriyā́ṃ ná jāró abʰígīta índuḥ |
sī́danváneṣu śakunó ná pátvā sómaḥ punānáḥ kaláśeṣu sáttā || 23||



23. O flammender, du gehst den Feind verjagend,
    besungen, Indu, wie zur Braut der Buhle;
    Wie Vögel fliegend setzt er auf das Holz sich,
    gereinigt sitzet Soma in den Kufen.



ā́ te rúcaḥ pávamānasya soma yóṣeva yanti sudúgʰāḥ sudʰārā́ḥ |
hárirā́nītaḥ puruvā́ro apsvácikradatkaláśe devayūnā́m || 24||



24. Wie Bräute gehn, o Soma, deine Strahlen,
    des hell entflammten, reich an Milch und Strömen,
    Das Ross mit busch'gem Schweif geführt ins Wasser
    hat laut gewiehert in dem Kelch der Frommen.






Sūkta 9.97 

asyá preṣā́ hemánā pūyámāno devó devébʰiḥ sámapr̥kta rásam |
sutáḥ pavítraṃ páryeti rébʰanmitéva sádma paśumā́nti hótā || 1||



1. Geklärt durch dieses Priesters schnellen Eifer,
    hat seinen Saft der Gott bescheert den Göttern;
    Gepresst nun geht er singend durch die Seihe,
    wie zu geweihtem Platz des Viehs der Priester.



bʰadrā́ vástrā samanyā̀ vásāno mahā́nkavírnivácanāni śáṃsan |
ā́ vacyasva camvòḥ pūyámāno vicakṣaṇó jā́gr̥virdevávītau || 2||



2. Gehüllt in schöne, festliche Gewänder,
    als hoher Seher deine Sprüche sagend;
    Geläutert tummle nun dich in die Schüsseln,
    weitschauend, wachsam bei dem Göttermahle.



sámu priyó mr̥jyate sā́no ávye yaśástaro yaśásāṃ kṣaíto asmé |
abʰí svara dʰánvā pūyámāno yūyáṃ pāta svastíbʰiḥ sádā naḥ || 3||



3. Auf wollnem Gipfel wird geklärt der liebe,
    der Fürst bei uns beliebter als beliebte,
    Ergiesse dich und ströme, du geklärter,
    Behütet ihr uns stets mit eurem Segen.



prá gāyatābʰyàrcāma devā́nsómaṃ hinota mahaté dʰánāya |
svādúḥ pavāte áti vā́ramávyamā́ sīdāti kaláśaṃ devayúrnaḥ || 4||



4. Stimmt Lieder an, die Götter lasst uns preisen,
    zu grosser Beute spornet an den Soma;
    Er riesle lieblich durch des Widders Wolle,
    in unsre Kufe setz' er fromm sich nieder.



índurdevā́nāmúpa sakʰyámāyánsahásradʰāraḥ pavate mádāya |
nŕ̥bʰi stávāno ánu dʰā́ma pū́rvamáganníndraṃ mahaté saúbʰagāya || 5||



5. Der Indu, eilend zu der Götter Freundschaft,
    in tausend Strömen rieselt er zum Rausche,
    Gerühmt von Männern nach der alten Ordnung;
    zu hohem Glück ist er genaht dem Indra.



stotré rāyé hárirarṣā punāná índraṃ mádo gacʰatu te bʰárāya |
devaíryāhi sarátʰaṃ rā́dʰo ácʰā yūyáṃ pāta svastíbʰiḥ sádā naḥ || 6||



6. Dem Sänger rinne golden, hell zum Reichthum,
    dem Indra nah dein Rauschtrank zum Genüsse;
    Vereint den Göttern fahre hin zum Schenken.
    Behütet ihr uns stets mit eurem Segen.



prá kā́vyamuśáneva bruvāṇó devó devā́nāṃ jánimā vivakti |
máhivrataḥ śúcibandʰuḥ pāvakáḥ padā́ varāhó abʰyèti rébʰan || 7||



7. Wie Uçana erhabne Weisheit sprechend,
    verkündet er, der Gott, der Götter Ursprung,
    Der flammende, grossmächt'ge, lichtverwandte,
    der Eber eilet singend zu den Stätten.



prá haṃsā́sastr̥pálaṃ manyúmácʰāmā́dástaṃ vŕ̥ṣagaṇā ayāsuḥ |
āṅgūṣyàṃ pavamānaṃ sákʰāyo durmárṣaṃ sākáṃ prá vadanti vāṇám || 8||



8. Die Schwäne nahten seinem raschen Andrang,
    sie eilten heim erschreckt in grossen Scharen;
    Sie stimmen an gemeinsam als Genossen
    hell tönenden Gesang, der unvergesslich.



sá raṃhata urugāyásya jūtíṃ vŕ̥tʰā krī́ḷantaṃ mimate ná gā́vaḥ |
parīṇasáṃ kr̥ṇute tigmáśr̥ṅgo dívā hárirdádr̥śe náktamr̥jráḥ || 9||



9. Er übertrifft des Weithinschreiters Eile,
    dem muntern Springer folgen kaum die Kühe,
    Der scharfgehörnte schafft sich reiche Fülle,
    am Tag erscheint er golden, braun in Nächten.



índurvājī́ pavate gónyogʰā índre sómaḥ sáha ínvanmádāya |
hánti rákṣo bā́dʰate páryárātīrvárivaḥ kr̥ṇvánvr̥jánasya rā́jā || 10||



10. Der schnelle Indu strömt zu Kühen eilend,
    dem Indra Kraft zum Rausch erregend, Soma,
    Er schlägt Gespenster, stösst hinweg die Bösen,
    des Stammes König weiten Segen schaffend.



ádʰa dʰā́rayā mádʰvā pr̥cānástiró róma pavate ádridugdʰaḥ |
índuríndrasya sakʰyáṃ juṣāṇó devó devásya matsaró mádāya || 11||



11. Dann rieselt hell im Strom der Stein-gemelkte,
    mit süsser Milch gemischt, durch Widderhaare,
    Der Indu Indra's Brüderschaft geniessend,
    der Gott den Gott zu lust'gem Rausch berauschend.



abʰí priyā́ṇi pavate punānó devó devā́nsvéna rásena pr̥ñcán |
índurdʰármāṇyr̥tutʰā́ vásāno dáśa kṣípo avyata sā́no ávye || 12||



12. Zu dem erwünschten rieselt er gereinigt,
    der Gott mit seinem Saft die Götter füllend,
    Zur rechten Zeit schlüpft Indu zu den Bräuchen
    und den zehn Fingern auf der Wolle Gipfel.



vŕ̥ṣā śóṇo abʰikánikradadgā́ nadáyanneti pr̥tʰivī́mutá dyā́m |
índrasyeva vagnúrā́ śr̥ṇva ājaú pracetáyannarṣati vā́camémā́m || 13||



13. Der rothe Stier den Küh'n entgegenbrüllend,
    geht mit Getön erfüllend Erd' und Himmel,
    Man hört im Kampf ihn wie des Indra Brausen,
    er strömt herbei, auch dieses Lied erweckend.



rasā́yyaḥ páyasā pínvamāna īráyanneṣi mádʰumantamaṃśúm |
pávamānaḥ saṃtanímeṣi kr̥ṇvánníndrāya soma pariṣicyámānaḥ || 14||



14. Gar köstlich schmeckend, strotzend von dem Milchsaft
    den honigsüssen Saft entsendend gehst du,
    Getös' erregend gehst du, hellentflammter,
    o Soma, rings für Indra dich ergiessend.



evā́ pavasva madiró mádāyodagrābʰásya namáyanvadʰasnaíḥ |
pári várṇaṃ bʰáramāṇo rúśantaṃ gavyúrno arṣa pári soma siktáḥ || 15||



15. So riesle flammend denn zur Lust berauschend,
    den Dieb der Flut mit Keulen niederschmetternd,
    Ringshin verbreitend deine lichte Farbe,
    kampflustig, Soma, ström' uns rings ergossen.



juṣṭvī́ na indo supátʰā sugā́nyuraú pavasva várivāṃsi kr̥ṇván |
gʰanéva víṣvagduritā́ni vigʰnánnádʰi ṣṇúnā dʰanva sā́no ávye || 16||



16. Dich freuend unsrer wohlgebahnten Pfade,
    und Freiheit schaffend riesle weithin, Indu;
    Fortschlagend rings Gefahren mit der Keule,
    ergiess dich auf der Somaseihe Gipfel.



vr̥ṣṭíṃ no arṣa divyā́ṃ jigatnúmíḷāvatīṃ śaṃgáyīṃ jīrádānum |
stúkeva vītā́ dʰanvā vicinvánbándʰūm̐rimā́m̐ ávarām̐ indo vāyū́n || 17||



17. O ström' uns her des Himmels schnellen Regen,
    der reich an Trunk und Thau dem Hause Heil bringt,
    Gleich grader Rinne ströme und verjage,
    die Winde, Indu, diese schlechten Freunde.



grantʰíṃ ná ví ṣya gratʰitáṃ punāná r̥júṃ ca gātúṃ vr̥jináṃ ca soma |
átyo ná krado hárirā́ sr̥jānó máryo deva dʰanva pastyā̀vān || 18||



18. Wie einen Knoten trenne das verschlungne,
    o Soma, flammend, graden Weg und krummen,
    Gleich goldnem Renner, der entsandt ist, wieh're
    und lauf, o Gott, als starker Hengst des Hauses.



júṣṭo mádāya devátāta indo pári ṣṇúnā dʰanva sā́no ávye |
sahásradʰāraḥ surabʰírádabdʰaḥ pári srava vā́jasātau nr̥ṣáhye || 19||



19. Der Götterschar zum Rausch willkommen, Indu,
    ergiess dich auf der Somaseihe Gipfel;
    In tausend Strömen lieblich duftend, truglos,
    ergiesse dich beim Sieg im Männerkampfe.



araśmā́no yè'ratʰā́ áyuktā átyāso ná sasr̥jānā́sa ājaú |
eté śukrā́so dʰanvanti sómā dévāsastā́m̐ úpa yātā píbadʰyai || 20||



20. Wie Renner die beim Wettlauf ohne Wagen
    unangeschirrt und ohne Zügel laufen,
    So strömen diese hellen Somatränke,
    zu denen eilt, o Götter, hin zum Trunke.



evā́ na indo abʰí devávītiṃ pári srava nábʰo árṇaścamū́ṣu |
sómo asmábʰyaṃ kā́myaṃ br̥hántaṃ rayíṃ dadātu vīrávantamugrám || 21||



21. So ströme denn zu unserm Göttermahle,
    o Indu, in die Schalen Saftgewoge;
    Uns möge Soma grossen Reichthum schenken,
    begehrungswerthen, männerreichen, starken.



tákṣadyádī mánaso vénato vā́gjyéṣṭʰasya vā dʰármaṇi kṣóránīke |
ā́dīmāyanváramā́ vāvaśānā́ júṣṭaṃ pátiṃ kaláśe gā́va índum || 22||



22. Als ihn voll Liebe schuf das Wort des Geistes,
    wie in des Höchsten Reich, im Sitz der Speise,
    Da gingen jauchzend wie zum lieben Gatten
    voll Lust die Kühe in dem Kelch zu Indu.



prá dānudó divyó dānupinvá r̥támr̥tā́ya pavate sumedʰā́ḥ |
dʰarmā́ bʰuvadvr̥janyàsya rā́jā prá raśmíbʰirdaśábʰirbʰāri bʰū́ma || 23||



23. Des Himmels weiser Träufler, reichlich träufelnder
    ergiesst den heil'gen Saft dem heil'gen Gotte;
    Der Ortsgemeinde Fürst ist er und Ordner;
    zehn Zügel haben ihn gelenkt zur Erde.



pavítrebʰiḥ pávamāno nr̥cákṣā rā́jā devā́nāmutá mártyānām |
dvitā́ bʰuvadrayipátī rayīṇā́mr̥táṃ bʰaratsúbʰr̥taṃ cā́rvínduḥ || 24||



24. Der Männer Licht, durch Seihen hell geläutert,
    der Götter und der Menschen König, Indu,
    Er ist fürwahr der Schätze Schatzgebieter,
    das theure schöngetragne Opfer trägt er.



árvām̐ iva śrávase sātímácʰéndrasya vāyórabʰí vītímarṣa |
sá naḥ sahásrā br̥hatī́ríṣo dā bʰávā soma draviṇovítpunānáḥ || 25||



25. Gleich wie ein Renner zu der Preiserlangung,
    so eile hin zum Mahl des Indra, Vaju;
    O Soma gib uns tausendreiche Tränke,
    sei, flammender, ein Geber reichen Schatzes.



devāvyò naḥ pariṣicyámānāḥ kṣáyaṃ suvī́raṃ dʰanvantu sómāḥ |
āyajyávaḥ sumatíṃ viśvávārā hótāro ná diviyájo mandrátamāḥ || 26||



26. Uns mögen männerreiche Habe strömen
    die ringsergossnen Soma's, Götter labend,
    Die güterreichen opfernd Huld uns bringen,
    erfreuend sehr, wie Opferer des Himmels.



evā́ deva devátāte pavasva mahé soma psárase devapā́naḥ |
maháściddʰí ṣmási hitā́ḥ samaryé kr̥dʰí suṣṭʰāné ródasī punānáḥ || 27||



27. So riesle hell, o Gott, der Schar der Götter
    zum grossen Schmaus, o Soma, gottgetrunken,
    Denn hoch sind wir geachtet bei dem Feste,
    mach, flammender, feststehend Erd' und Himmel.



áśvo nó krado vŕ̥ṣabʰiryujānáḥ siṃhó ná bʰīmó mánaso jávīyān |
arvācī́naiḥ patʰíbʰiryé rájiṣṭʰā ā́ pavasva saumanasáṃ na indo || 28||



28. Du wieherst wie ein Ross, geschirrt von Männern,
    ein Löwe furchtbar, schneller als Gedanken,
    Auf hergewandten, schnurgeraden Pfaden,
    o Indu, ströme hell uns hohes Glück zu.



śatáṃ dʰā́rā devájātā asr̥gransahásramenāḥ kaváyo mr̥janti |
índo sanítraṃ divá ā́ pavasva puraetā́si maható dʰánasya || 29||



29. Geströmt sind hundert gotterzeugte Tropfen,
    von tausend Priestern werden sie gereinigt;
    Vom Himmel riesle, Soma, her die Gabe,
    du bist es, welcher grossen Reichthum herführt.



divó ná sárgā asasr̥gramáhnāṃ rā́jā ná mitráṃ prá mināti dʰī́raḥ |
pitúrná putráḥ krátubʰiryatāná ā́ pavasva viśé asyā́ ájītim || 30||



30. Wie Himmelsströme sind geströmt die Strahlen,
    den Freund verschmähet nicht der weise König;
    Gleichwie ein Sohn des Vaters Wünschen beistimmt,
    so riesle diesem Hause her Gedeihen.



prá te dʰā́rā mádʰumatīrasr̥granvā́rānyátpūtó atyéṣyávyān |
pávamāna pávase dʰā́ma gónāṃ jajñānáḥ sū́ryamapinvo arkaíḥ || 31||



31. Ergossen sind jetzt deine, süssen Ströme,
    da du gereinigt durch die Wolle schreitest,
    Hellflammend strömst du zu der Kühe Stätte;
    geboren fülltest du mit Licht die Sonne.



kánikradadánu pántʰāmr̥tásya śukró ví bʰāsyamŕ̥tasya dʰā́ma |
sá índrāya pavase matsarávānhinvānó vā́caṃ matíbʰiḥ kavīnā́m || 32||



32. Hinwiehernd durch des Opfers Pfad durchstrahlst du
    in hellem Licht des Göttertrankes Stätte,
    Dem Indra ströme hell voll starken Rauschtranks,
    die Stimm' erregend durch der Seher Lieder.



divyáḥ suparṇó'va cakṣi soma pínvandʰā́rāḥ kármaṇā devávītau |
éndo viśa kaláśaṃ somadʰā́naṃ krándannihi sū́ryasyópa raśmím || 33||



33. Des Himmels Adler wird erblickt, o Soma,
    die Ströme schwellend durch sein Werk beim Festmahl,
    Geh ein, o Indu, in die Somakufe
    und eile wiehernd zu dem Strahl der Sonne.



tisró vā́ca īrayati prá váhnirr̥tásya dʰītíṃ bráhmaṇo manīṣā́m |
gā́vo yanti gópatiṃ pr̥cʰámānāḥ sómaṃ yanti matáyo vāvaśānā́ḥ || 34||



34. Drei Stimmen sind es, die der Fahrer anregt,
    als Brauch des Opfers, als Gebetes Andacht;
    Die Kühe gehn zum Herrn der Kühe flehend,
    zum Soma gehen rauschend die Gebete.



sómaṃ gā́vo dʰenávo vāvaśānā́ḥ sómaṃ víprā matíbʰiḥ pr̥cʰámānāḥ |
sómaḥ sutáḥ pūyate ajyámānaḥ sóme arkā́striṣṭúbʰaḥ sáṃ navante || 35||



35. Zum Soma gehen rauschend hin die Kühe,
    zum Soma Sänger mit Gebeten flehend;
    Gepresst, gesalbet und geklärt wird Soma,
    in Soma gehn dreistimmig ein die Lieder.



evā́ naḥ soma pariṣicyámāna ā́ pavasva pūyámānaḥ svastí |
índramā́ viśa br̥hatā́ ráveṇa vardʰáyā vā́caṃ janáyā púraṃdʰim || 36||



36. So ströme denn, o Soma, rings ergossen
    uns Heil und Segen zu, du hell entflammter;
    Mit grossem Brausen gehe ein in Indra,
    gib Kraft dem Liede, zeuge Segensfülle.



ā́ jā́gr̥virvípra r̥tā́ matīnā́ṃ sómaḥ punānó asadaccamū́ṣu |
sápanti yáṃ mitʰunā́so níkāmā adʰvaryávo ratʰirā́saḥ suhástāḥ || 37||



37. Der muntre Sänger Soma liess sich nieder
    zur Zeit des Betens flammend in die Schüsseln;
    Er, den zu Paaren die begier'gen Priester,
    mit festen Händen Wagen lenkend, ehren.



sá punāná úpa sū́re ná dʰā́tóbʰé aprā ródasī ví ṣá āvaḥ |
priyā́ cidyásya priyasā́sa ūtī́ sá tū́ dʰánaṃ kāríṇe ná prá yaṃsat || 38||



38. Er, hell entflammt, der Sonne gleichsam spendend,
    hat Erd' und Himmel nun erfüllt, erschlossen;
    Er, dessen Hülfen Liebes liebreich spenden,
    er möge Schätze nun dem Sänger reichen.



sá vardʰitā́ várdʰanaḥ pūyámānaḥ sómo mīḍʰvā́m̐ abʰí no jyótiṣāvīt |
yénā naḥ pū́rve pitáraḥ padajñā́ḥ svarvído abʰí gā́ ádrimuṣṇán || 39||



39. Er, der gereinigt, kräftigt und erquicket,
    der holde Soma hat mit Glanz erfreut uns,
    Durch den des Weges kundig unsre Ahnen
    den Stein bewegten, Licht und Kühe suchend.



ákrānsamudráḥ pratʰamé vídʰarmañjanáyanprajā́ bʰúvanasya rā́jā |
vŕ̥ṣā pavítre ádʰi sā́no ávye br̥hátsómo vāvr̥dʰe suvāná índuḥ || 40||



40. Das Meer erbrauste in dem ersten Himmel,
    des Weltalls König, die Geschöpfe zeugend,
    Der starke Soma, der gepresste Indu
    wuchs hoch auf wollnem Gipfel in der Seihe.



maháttátsómo mahiṣáścakārāpā́ṃ yádgárbʰó'vr̥ṇīta devā́n |
ádadʰādíndre pávamāna ójó'janayatsū́rye jyótirínduḥ || 41||



41. Dies grosse hat vollbracht der grosse Soma,
    als Götter sich erkor der Spross der Wasser,
    Der flammende verlieh dem Indra Stärke
    und in der Sonne zeugte Indu Lichtglanz.



mátsi vāyúmiṣṭáye rā́dʰase ca mátsi mitrā́váruṇā pūyámānaḥ |
mátsi śárdʰo mā́rutaṃ mátsi devā́nmátsi dyā́vāpr̥tʰivī́ deva soma || 42||



42. Berausch den Vaju, dass er helf' und schenke
    berausch, entflammter, Varuna und Mitra,
    Berausch die Marutschar, berausch die Götter,
    berausche du, Gott Soma, Erd' und Himmel.



r̥júḥ pavasva vr̥jinásya hantā́pā́mīvāṃ bā́dʰamāno mŕ̥dʰaśca |
abʰiśrīṇánpáyaḥ páyasābʰí gónāmíndrasya tváṃ táva vayáṃ sákʰāyaḥ || 43||



43. Gerechter riesle, Ungerechte tödtend,
    den Plagegeist verjagend und die Schmäher;
    Erwärmend deine Milch mit Milch der Kühe,
    sei du des Indra Freund und wir die deinen.



mádʰvaḥ sū́daṃ pavasva vásva útsaṃ vīráṃ ca na ā́ pavasvā bʰágaṃ ca |
svádasvéndrāya pávamāna indo rayíṃ ca na ā́ pavasvā samudrā́t || 44||



44. Des Methes Süss, des Gutes Quell ergiesse
    und riesle Helden uns herbei und Reichthum;
    Genussreich sei dem Indra, Indu, rieselnd
    und aus dem Meere riesle her uns Reichthum.



sómaḥ sutó dʰā́rayā́tyo ná hítvā síndʰurná nimnámabʰí vājyàkṣāḥ |
ā́ yóniṃ ványamasadatpunānáḥ sámíndurgóbʰirasaratsámadbʰíḥ || 45||



45. Gepresst hat Soma sich im Strom ergossen
    gleich schnellem Renner, wie ins Thal der Fluss rinnt,
    Gereinigt setzt er in den Sitz von Holz sich,
    mit Milch und Wasser hat geströmt der Indu.



eṣá syá te pavata indra sómaścamū́ṣu dʰī́ra uśaté távasvān |
svàrcakṣā ratʰiráḥ satyáśuṣmaḥ kā́mo ná yó devayatā́másarji || 46||



46. Es rieselt hell dir, Indra, dieser Soma,
    dir gier'gem treu und kräftig in die Kufen,
    Der sonnengleiche, wahrhaft starke Lenker,
    der wie der Frommen Wunsch sich hat ergossen.



eṣá pratnéna váyasā punānástiró várpāṃsi duhitúrdádʰānaḥ |
vásānaḥ śárma trivárūtʰamapsú hóteva yāti sámaneṣu rébʰan || 47||



47. Und er, durch alte Jugendkraft gereinigt,
    und seiner Tochter Glanzgestalt verdunkelnd,
    In Flut umhüllt mit Schutz, der dreifach schirmet,
    geht wie ein Priester singend zu den Festen.



nū́ nastváṃ ratʰiró deva soma pári srava camvòḥ pūyámānaḥ |
apsú svā́diṣṭʰo mádʰumām̐ r̥tā́vā devó ná yáḥ savitā́ satyámanmā || 48||



48. Nun ströme du, Gott Soma, Wagen lenkend,
    hell flammend durch die Seihe in die Schalen
    Ins Wasser heilig, honigsüss, sehr lieblich,
    der wie Gott Savitar du treu gesinnt bist.



abʰí vāyúṃ vītyàrṣā gr̥ṇānò'bʰí mitrā́váruṇā pūyámānaḥ |
abʰī́ náraṃ dʰījávanaṃ ratʰeṣṭʰā́mabʰī́ndraṃ vŕ̥ṣaṇaṃ vájrabāhum || 49||



49. O ström gepriesner her zum Mahl den Vaju,
    hellflammender, den Varuna und Mitra,
    Den Wagenkämpfer, der die Andacht anregt,
    den Helden Indra, der den Blitz im Arm hat.



abʰí vástrā suvasanā́nyarṣābʰí dʰenū́ḥ sudúgʰāḥ pūyámānaḥ |
abʰí candrā́ bʰártave no híraṇyābʰyáśvānratʰíno deva soma || 50||



50. O ströme her schönkleidende Gewänder,
    du hellentflammter, milchgefüllte Kühe,
    Herbei uns Goldschmuck, glänzenden, zum Tragen
    und Rosse uns, Gott Soma, nebst den Wagen.



abʰī́ no arṣa divyā́ vásūnyabʰí víśvā pā́rtʰivā pūyámānaḥ |
abʰí yéna dráviṇamaśnávāmābʰyā̀rṣeyáṃ jamadagnivánnaḥ || 51||



51. O ströme uns herbei des Himmels Güter
    und alle irdischen, o hellentflammter,
    Wie Dschamadagni ström' uns Sängergut her,
    durch das wir reichen Schatz erlangen mögen.



ayā́ pavā́ pavasvainā́ vásūni mām̐ścatvá indo sárasi prá dʰanva |
bradʰnáścidátra vā́to ná jūtáḥ purumédʰaścittákave náraṃ dāt || 52||



52. Mit diesem Lichtstrom flamme Güter her uns,
    zum See lauf Indu wenn der Mond erbleichet;
    Das Flammenross, hier gleich dem Wind beflügelt,
    das reiche gab dem emsigen den Helden.



utá na enā́ pavayā́ pavasvā́dʰi śruté śravā́yyasya tīrtʰé |
ṣaṣṭíṃ sahásrā naigutó vásūni vr̥kṣáṃ ná pakváṃ dʰūnavadráṇāya || 53||



53. Und flamme hell mit diesem Flammenstrome
    an der berühmten Furt des preisenswerthen;
    Der Feindbezwinger schüttle wie vom Fruchtbaum
    uns sechzigtausend Schätze her zur Freude.



máhīmé asya vŕ̥ṣanā́ma śūṣé mā́m̐ścatve vā pŕ̥śane vā vádʰatre |
ásvāpayannigútaḥ sneháyaccā́pāmítrām̐ ápācíto acetáḥ || 54||



54. Gross wie des Stiers sind seine starken Keulen,
    bald streichelnd, bald den hellen Saft erpressend;
    In Schlaf und Tod versenkte er die Schmäher;
    vertrieb von hier die unverständ'gen Feinde.



sáṃ trī́ pavítrā vítatānyeṣyánvékaṃ dʰāvasi pūyámānaḥ |
ási bʰágo ási dātrásya dātā́si magʰávā magʰávadbʰya indo || 55||



55. Du gehst zu dreien ausgespannten Seihen,
    durchströmst hellleuchtend eine nach der andern;
    Du bist Vertheiler, bist der Gabe Geber,
    ein Spender, Indu, für die reichen Spender.



eṣá viśvavítpavate manīṣī́ sómo víśvasya bʰúvanasya rā́jā |
drapsā́m̐ īráyanvidátʰeṣvíndurví vā́ramávyaṃ samáyā́ti yāti || 56||



56. Allwissend strömet leuchtend dieser weise,
    der Soma, er, des ganzen Weltalls König,
    Die Tropfen sendend schreitet bei den Festen
    quer durch des Widders Wolle strömend Indu.



índuṃ rihanti mahiṣā́ ádabdʰāḥ padé rebʰanti kaváyo ná gŕ̥dʰrāḥ |
hinvánti dʰī́rā daśábʰiḥ kṣípābʰiḥ sámañjate rūpámapā́ṃ rásena || 57||



57. Den Indu schlürfen unversehrte Büffel,
    und rauschen dort wie eifervolle Sänger;
    Es fördern durch zehn Finger ihn die Weisen
    und salben seinen Leib mit Wasserfluten.



tváyā vayáṃ pávamānena soma bʰáre kr̥táṃ ví cinuyāma śáśvat |
tánno mitró váruṇo māmahantāmáditiḥ síndʰuḥ pr̥tʰivī́ utá dyaúḥ || 58||



58. 






Sūkta 9.98 

abʰí no vājasā́tamaṃ rayímarṣa puruspŕ̥ham |
índo sahásrabʰarṇasaṃ tuvidyumnáṃ vibʰvāsáham || 1||



1. Ergiesse kraftverleihendsten
    und vielbegehrten Reichthum uns,
    O Indu, tausendfältigen,
    der glanzreich ist und Helden zwingt.



pári ṣyá suvānó avyáyaṃ rátʰe ná vármāvyata |
índurabʰí drúṇā hitó hiyānó dʰā́rābʰirakṣāḥ || 2||



2. Gepresst, hat wie im Wagen er
    mit wollnem Panzer sich umhüllt,
    Entsandt zur Kufe, strömte jetzt
    in Tropfen Indu eilend hin.



pári ṣyá suvānó akṣā índurávye mádacyutaḥ |
dʰā́rā yá ūrdʰvó adʰvaré bʰrājā́ naíti gavyayúḥ || 3||



3. Gekeltert, lustig taumelnd rann
    der Indu durch die Wolle jetzt,
    Der, Milch begehrend, wie im Glanz
    emporgeht bei dem Fest im Strom.



sá hí tváṃ deva śáśvate vásu mártāya dāśúṣe |
índo sahasríṇaṃ rayíṃ śatā́tmānaṃ vivāsasi || 4||



4. Denn jedem frommen Sterblichen
    ertheilst du gern, o Indu, Gut,
    Und tausendfachen Schatz, o Gott,
    der hundertfaches Leben hegt.



vayáṃ te asyá vr̥trahanváso vásvaḥ puruspŕ̥haḥ |
ní nédiṣṭʰatamā iṣáḥ syā́ma sumnásyādʰrigo || 5||



5. Lass, Guter, diesem deinem Gut,
    dem vielbegehrten Labetrunk,
    Uns deiner Huld die nächsten sein,
    o unhemmbarer Vritrafeind!



dvíryáṃ páñca sváyaśasaṃ svásāro ádrisaṃhatam |
priyámíndrasya kā́myaṃ prasnāpáyantyūrmíṇam || 6||



6. Den steingeschlagnen, wogenden,
    den lieben, selbsterstrahlenden,
    Nach dem sich Indra sehnt, und den
    der Schwestern waschen zweimal fünf,



pári tyáṃ haryatáṃ háriṃ babʰrúṃ punanti vā́reṇa |
yó devā́nvíśvām̐ ítpári mádena sahá gácʰati || 7||



7. Ihn klären durch die Wolle sie,
    den holden, lichten, goldnen Hengst,
    Der rings zu allen Göttern hin
    mit seinem Wonnetranke geht.



asyá vo hyávasā pā́nto dakṣasā́dʰanam |
yáḥ sūríṣu śrávo br̥háddadʰé svàrṇá haryatáḥ || 8||



8. Denn aus Verlangen nur nach ihm
    trinkt ihr den Kraft vollendenden,
    Der grossen Ruhm den Fürsten schenkt,
    begehrenswerth wie Himmelsglanz.



sá vāṃ yajñéṣu mānavī índurjaniṣṭa rodasī |
devó devī giriṣṭʰā́ ásredʰantáṃ tuviṣváṇi || 9||



9. Bei euren Opfern ist erzeugt,
    o holde Welten, Göttinnen,
    Indu der Berg-entsprossne Gott,
    nicht irrend, ihm erschallt Getön.



índrāya soma pā́tave vr̥tragʰné pári ṣicyase |
náre ca dákṣiṇāvate devā́ya sadanāsáde || 10||



10. Dem Vritratödter Indra wirst
    ergossen, Soma, du zum Trunk,
    Dem Mann, der reichen Lohn verleiht,
    dem Gott, der auf dem Throne sitzt.



té pratnā́so vyùṣṭiṣu sómāḥ pavítre akṣaran |
apaprótʰantaḥ sanutárhuraścítaḥ prātástā́m̐ ápracetasaḥ || 11||



11. Die alten Somatränke sind
    durchs Sieb geströmt beim Morgenlicht,
    Fortschnaubeud in der Morgenzeit
    die unverständ'gen weit hinweg.



táṃ sakʰāyaḥ purorúcaṃ yūyáṃ vayáṃ ca sūráyaḥ |
aśyā́ma vā́jagandʰyaṃ sanéma vā́japastyam || 12||



12. Ihn, der voranstrahlt, mögen wir,
    die Fürsten und, o Freunde, ihr
    Erlangen ihn, der Schatz besitzt,
    und dessen Schatz man gern ergreift.






Sūkta 9.99 

ā́ haryatā́ya dʰr̥ṣṇáve dʰánustanvanti paúṃsyam |
śukrā́ṃ vayantyásurāya nirṇíjaṃ vipā́mágre mahīyúvaḥ || 1||



1. Dem lieben, kühnen spannen sie
    die Kraft wie einen Bogen an;
    Ein Prachtkleid weben sie dem Gott
    hoch auf dem Sieb, die herrlichen.



ádʰa kṣapā́ páriṣkr̥to vā́jām̐ abʰí prá gāhate |
yádī vivásvato dʰíyo háriṃ hinvánti yā́tave || 2||



2. Dann in die Opfertränke taucht
    bei Nacht er schön geschmückt sich ein,
    Wenn des Vivasvat frommes Werk
    zum Laufe spornt den goldnen Hengst.



támasya marjayāmasi mádo yá indrapā́tamaḥ |
yáṃ gā́va āsábʰirdadʰúḥ purā́ nūnáṃ ca sūráyaḥ || 3||



3. Wir läutern diesen seinen Trank,
    den Indra stets am liebsten trinkt,
    Den Stiere schlürfen mit dem Mund
    jetzt und zuvor, die glänzenden.



táṃ gā́tʰayā purāṇyā́ punānámabʰyànūṣata |
utó kr̥panta dʰītáyo devā́nāṃ nā́ma bíbʰratīḥ || 4||



4. Ihn priesen sie, den flammenden,
    mit altem Lobgesange jetzt,
    Und auch Gebete flehten nun,
    der Götter Namen stimmend an.



támukṣámāṇamavyáye vā́re punanti dʰarṇasím |
dūtáṃ ná pūrvácittaya ā́ śāsate manīṣíṇaḥ || 5||



5. Sie klären ihn, den träufelnden,
    den starken in des Widders Haar,
    Wie einen Boten weisen ihn
    sogleich die klugen Sänger an.



sá punānó madíntamaḥ sómaścamū́ṣu sīdati |
paśaú ná réta ādádʰatpátirvacasyate dʰiyáḥ || 6||



6. Er, Soma, der berauschendste,
    setzt in die Schüsseln rieselnd sich,
    Wie Samen giessend in die Kuh;
    es rauscht der Herr des Andachtswerks.



sá mr̥jyate sukármabʰirdevó devébʰyaḥ sutáḥ |
vidé yádāsu saṃdadírmahī́rapó ví gāhate || 7||



7. Vom thät'gen wird gereinigt er,
    der Gott den Göttern ausgepresst,
    Wenn er sich mit den Fluten trifft,
    so taucht er in die grossen sich.



sutá indo pavítra ā́ nŕ̥bʰiryató ví nīyase |
índrāya matsaríntamaścamū́ṣvā́ ní ṣīdasi || 8||



8. Gepresst, gelenkt von Männern wirst
    du Indu in das Sieb geführt;
    Dem Indra als berauschendster,
    nimmst du in den Gefässen Platz.






Sūkta 9.100 

abʰī́ navante adrúhaḥ priyámíndrasya kā́myam |
vatsáṃ ná pū́rva ā́yuni jātáṃ rihanti mātáraḥ || 1||



1. Es jubeln ihm die holden zu
    dem lieben, den sich Indra wünscht,
    Wie zartes, neugebornes Kalb,
    belecken diese Mütter ihn.



punāná indavā́ bʰara sóma dvibárhasaṃ rayím |
tváṃ vásūni puṣyasi víśvāni dāśúṣo gr̥hé || 2||



2. O Indu, bringe rieselnd du
    den zwiefach starken Reichthum her,
    Ja, alle Güter lassest du
    erblühn in des Verehrers Haus.



tváṃ dʰíyaṃ manoyújaṃ sr̥jā́ vr̥ṣṭíṃ ná tanyatúḥ |
tváṃ vásūni pā́rtʰivā divyā́ ca soma puṣyasi || 3||



3. Das Geist-geschirrte Andachtslied
    ergiess, wie Regen das Gewölk;
    Der Erde und des Himmels Gut,
    o Soma, bringst zur Blüte du.



pári te jigyúṣo yatʰā dʰā́rā sutásya dʰāvati |
ráṃhamāṇā vyàvyáyaṃ vā́raṃ vājī́va sānasíḥ || 4||



4. Es dringet deines Saftes Strom,
    gleich wie des Siegers Heer hindurch,
    Hineilend durch des Widders Haar,
    dem Renner gleich, der Preis erstrebt.



krátve dákṣāya naḥ kave pávasva soma dʰā́rayā |
índrāya pā́tave sutó mitrā́ya váruṇāya ca || 5||



5. Zu grosser Stärkung riesle uns,
    o weiser Soma, du im Strom,
    Zum Trunk dem Indra ausgepresst,
    dem Mitra und dem Varuna.



pávasva vājasā́tamaḥ pavítre dʰā́rayā sutáḥ |
índrāya soma víṣṇave devébʰyo mádʰumattamaḥ || 6||



6. O riesle, Labungspendendster,
    gepresst im Strom zur Seihe hin,
    Den Göttern du der süsseste,
    dem Indra, Vischnu, Soma du.



tvā́ṃ rihanti mātáro háriṃ pavítre adrúhaḥ |
vatsáṃ jātáṃ ná dʰenávaḥ pávamāna vídʰarmaṇi || 7||



7. Die holden Mütter küssen dich,
    das goldne Ross, im Läutrungsnetz,
    Wie Kühe das geborne Kalb,
    o flammender, im Himmelsraum.



pávamāna máhi śrávaścitrébʰiryāsi raśmíbʰiḥ |
śárdʰantámāṃsi jigʰnase víśvāni dāśúṣo gr̥hé || 8||



8. 



tváṃ dyā́ṃ ca mahivrata pr̥tʰivī́ṃ cā́ti jabʰriṣe |
práti drāpímamuñcatʰāḥ pávamāna mahitvanā́ || 9||



9. Du hast dich, o weitherrschender,
    durch Erd' und Himmel ausgedehnt,
    Du zogst dir deinen Mantel an,
    o flammender, voll Herrlichkeit.






Sūkta 9.101 

purójitī vo ándʰasaḥ sutā́ya mādayitnáve |
ápa śvā́naṃ śnatʰiṣṭana sákʰāyo dīrgʰajihvyàm || 1||



1. Durch eures Trankes Vorgenuss
    vertreibet, o Gefährten ihr,
    Von dem berauschenden Getränk
    die Hündin, die langzüngige.



yó dʰā́rayā pāvakáyā pariprasyándate sutáḥ |
índuráśvo ná kŕ̥tvyaḥ || 2||



2. Den Indu, der gekeltert rings
    im Flammenstrome vorwärts eilt,
    Gleich wie ein kraftbegabter Hengst,



táṃ duróṣamabʰī́ náraḥ sómaṃ viśvā́cyā dʰiyā́ |
yajñáṃ hinvantyádribʰiḥ || 3||



3. Ihn spornt, den unverletzlichen,
    achtsamen Sinns der Männer Schar
    Zum Opfer Soma durchs Gestein.



sutā́so mádʰumattamāḥ sómā índrāya mandínaḥ |
pavítravanto akṣarandevā́ngacʰantu vo mádāḥ || 4||



4. Gepresste Soma's, süsseste,
    sind durch die Seihe schon geströmt,
    Sie, die den Indra hoch erfreun;
    hin zu den Göttern geh eur Saft,



índuríndrāya pavata íti devā́so abruvan |
vācáspátirmakʰasyate víśvasyéśāna ójasā || 5||



5. »Dem Indra rieselt Indu hell«,
    so sagte jetzt der Götter Schar;
    Des Sanges Herr erweist sich kühn,
    der über alles herrscht mit Macht.



sahásradʰāraḥ pavate samudró vācamīṅkʰayáḥ |
sómaḥ pátī rayīṇā́ṃ sákʰéndrasya divédive || 6||



6. In tausend Strömen rieselt er,
    ein Meer, der Sang-erregende,
    Der Soma, er, der Schätze Herr,
    Indra's Genosse Tag für Tag.



ayáṃ pūṣā́ rayírbʰágaḥ sómaḥ punānó arṣati |
pátirvíśvasya bʰū́mano vyàkʰyadródasī ubʰé || 7||



7. Als Nährer, Spender, reicher Schatz
    strömt Soma hell entflammt dahin,
    Als Herr der ganzen Welt beschaut
    den Himmel und die Erde er.



sámu priyā́ anūṣata gā́vo mádāya gʰŕ̥ṣvayaḥ |
sómāsaḥ kr̥ṇvate patʰáḥ pávamānāsa índavaḥ || 8||



8. Ihm jauchzten jetzt die Stiere zu,
    die nach dem Rausche lüsternen,
    Die Soma's bahnen hell entflammt
    die Wege sich, die tropfenden.



yá ójiṣṭʰastámā́ bʰara pávamāna śravā́yyam |
yáḥ páñca carṣaṇī́rabʰí rayíṃ yéna vánāmahai || 9||



9. Den Reichthum bringe, flammender!
    den stärksten, rühmenswerthen her,
    Der über die fünf Stämme reicht,
    durch den uns werde Sieg zu Theil.



sómāḥ pavanta índavo'smábʰyaṃ gātuvíttamāḥ |
mitrā́ḥ suvānā́ arepásaḥ svādʰyàḥ svarvídaḥ || 10||



10. Die Somatropfen rieseln hell,
    die uns das höchste Glück ersehn,
    Erzeugt als Freunde, fleckenlos,
    und Glanz verschaffend, andachtreich.



suṣvāṇā́so vyádribʰiścítānā górádʰi tvací |
íṣamasmábʰyamabʰítaḥ sámasvaranvasuvídaḥ || 11||



11. Sie, von den Steinen ausgepresst,
    hellleuchtend auf der Rinderhaut,
    Sie rauschen jetzt uns Labetrunk
    herbei, die Schätze-spendenden,



eté pūtā́ vipaścítaḥ sómāso dádʰyāśiraḥ |
sū́ryāso ná darśatā́so jigatnávo dʰruvā́ gʰr̥té || 12||



12. Die Somatränke, hell geklärt,
    mit Milch gemischt, begeistrungsvoll
    Wie helle Sonnen anzuschaun,
    vordringend fest mit Fett vereint.



prá sunvānásyā́ndʰaso márto ná vr̥ta tádvácaḥ |
ápa śvā́namarādʰásaṃ hatā́ makʰáṃ ná bʰŕ̥gavaḥ || 13||



13. Der Gott erwähl' sich wie ein Mensch
    dies Lied des ausgepressten Tranks;
    Den gabenlosen Hund verjagt,
    gleichwie der Bhrigustamm den Feind.



ā́ jāmírátke avyata bʰujé ná putrá oṇyòḥ |
sárajjāró ná yóṣaṇāṃ varó ná yónimāsádam || 14||



14. Der Freund hat sich ins Kleid gehüllt,
    wie an die Mutterbrust das Kind;
    Er eilt wie zu der Braut der Mann,
    zu sitzen in der Liebsten, Schooss.



sá vīró dakṣasā́dʰano ví yástastámbʰa ródasī |
háriḥ pavítre avyata vedʰā́ ná yónimāsádam || 15||



15. 



ávyo vā́rebʰiḥ pavate sómo gávye ádʰi tvací |
kánikradadvŕ̥ṣā háriríndrasyābʰyèti niṣkr̥tám || 16||



16. Hell rieselt durch das Widderhaar
    der Soma auf die Rinderhaut,
    Laut wiehernd geht der goldne Hengst
    dahin, wo er den Indra trifft.






Sūkta 9.102 

krāṇā́ śíśurmahī́nāṃ hinvánnr̥tásya dī́dʰitim |
víśvā pári priyā́ bʰuvadádʰa dvitā́ || 1||



1. Der grossen Fluten kräft'ger Spross,
    er, der des Opfers Andacht hegt,
    Umfange alles Liebe uns, – besonders jetzt.



úpa tritásya pāṣyòrábʰakta yádgúhā padám |
yajñásya saptá dʰā́mabʰirádʰa priyám || 2||



2. Bei Trita's Steinen nahm er ein
    den Ort, der im Verborgnen ist,
    Durch sieben Opferbräuche da, – den lieblichen.



trī́ṇi tritásya dʰā́rayā pr̥ṣṭʰéṣvérayā rayím |
mímīte asya yójanā ví sukrátuḥ || 3||



3. Bring durch drei Stätten Trita's her
    im Strom auf deinen Rücken Schatz;
    Es misst des Trita Bahnen aus – der treffliche.



jajñānáṃ saptá mātáro vedʰā́maśāsata śriyé |
ayáṃ dʰruvó rayīṇā́ṃ cíketa yát || 4||



4. Es wiesen sieben Mütter ihn,
    das holde Kind, zum Heile an;
    Er ist der Güter fester Hort, – wenn er erscheint.



asyá vraté sajóṣaso víśve devā́so adrúhaḥ |
spārhā́ bʰavanti rántayo juṣánta yát || 5||



5. Die Götter alle im Verein,
    die treuen sind in seinem Dienst
    Erfreuer des Begehrens werth, – wenn froh sie sind.



yámī gárbʰamr̥tāvŕ̥dʰo dr̥śé cā́rumájījanan |
kavíṃ máṃhiṣṭʰamadʰvaré puruspŕ̥ham || 6||



6. Der schön von Ansehn jetzt als Spross
    erzeugt ist von den Heiligen,
    Ein Seher spendend reich beim Fest – und vielbegehrt,



samīcīné abʰí tmánā yahvī́ r̥tásya mātárā |
tanvānā́ yajñámānuṣágyádañjaté || 7||



7. Und vom vereinten Weltenpaar
    den regen Müttern heil'gen Werks,
    Die stets des Opfers Fäden ziehn, – besalbend ihn.



krátvā śukrébʰirakṣábʰirr̥ṇórápa vrajáṃ diváḥ |
hinvánnr̥tásya dī́dʰitiṃ prā́dʰvaré || 8||



8. Mit lichten Augen, weisem Sinn
    erschlossest du des Himmels Stall;
    Des Werkes Andacht förderst da – beim Opferfest.






Sūkta 9.103 

prá punānā́ya vedʰáse sómāya váca údyatam |
bʰr̥tíṃ ná bʰarā matíbʰirjújoṣate || 1||



1. Dem Soma bringe andachtsvoll
    wie Nahrung dar ein hohes Lied,
    Dem flammenden, dem Ordner, der sich dran erquickt.



pári vā́rāṇyavyáyā góbʰirañjānó arṣati |
trī́ ṣadʰástʰā punānáḥ kr̥ṇute háriḥ || 2||



2. Mit Milch gesalbt ergiesst er sich
    nun durch des Widders wollnes Haar,
    Geläutert macht drei Sitze sich der goldene.



pári kóśaṃ madʰuścútamavyáye vā́re arṣati |
abʰí vā́ṇīrŕ̥ṣīṇāṃ saptá nūṣata || 3||



3. Rings strömt er durch des Widders Haar
    zur Kufe, die von Honig trieft;
    Schon jauchzen ihm der Sänger sieben Stimmen zu,



pári ṇetā́ matīnā́ṃ viśvádevo ádābʰyaḥ |
sómaḥ punānáścamvòrviśaddʰáriḥ || 4||



4. Der Führer der Gebete er,
    der holde, allen Göttern lieb,
    Der goldne Soma geh zur Schale flammend durch.



pári daívīránu svadʰā́ índreṇa yāhi sarátʰam |
punānó vāgʰádvāgʰádbʰirámartyaḥ || 5||



5. Vereint mit Indra fahre du
    nach Götter Sitte, flammender,
    Unsterblicher, du Beter mit den Betenden.



pári sáptirná vājayúrdevó devébʰyaḥ sutáḥ |
vyānaśíḥ pávamāno ví dʰāvati || 6||



6. Der Gott, den Göttern ausgepresst,
    dem Renner gleich, der Preis erstrebt,
    Ergiesst sich rings, der flammende, durchdringende.






Sūkta 9.104 

sákʰāya ā́ ní ṣīdata punānā́ya prá gāyata |
śíśuṃ ná yajñaíḥ pári bʰūṣata śriyé || 1||



1. Ihr Freunde, setzt euch nieder hier,
    stimmt an ein Lied dem flammenden;
    Durch Opfer schmückt ihn wie ein Kind zu schöner Pracht.



sámī vatsáṃ ná mātŕ̥bʰiḥ sr̥játā gayasā́dʰanam |
devāvyàṃ madamabʰí dvíśavasam || 2||



2. Den Hausstandmehrer lasst heraus
    wie mit der Mütter Schar das Kalb,
    Zum Rausch, der zwiefach Kraft verleiht und Götter labt.



punā́tā dakṣasā́dʰanaṃ yátʰā śárdʰāya vītáye |
yátʰā mitrā́ya váruṇāya śáṃtamaḥ || 3||



3. Den Kraftvermehrer machet hell
    zum Mahle für die Marutschar,
    Zu grossem Heil für Mitra und für Varuna.



asmábʰyaṃ tvā vasuvídamabʰí vā́ṇīranūṣata |
góbʰiṣṭe várṇamabʰí vāsayāmasi || 4||



4. Dich, der du Güter uns verleihst,
    umtönte jetzt der Lieder Schall,
    Mit Milch umkleiden deine lichte Farbe wir.



sá no madānāṃ pata índo devápsarā asi |
sákʰeva sákʰye gātuvíttamo bʰava || 5||



5. O Indu, unsrer Tränke Herr,
    du bist es, der die Götter nährt;
    Verschaff uns Wohlfahrt bestens, wie der Freund dem Freund.



sánemi kr̥dʰyàsmádā́ rakṣásaṃ káṃ cidatríṇam |
ápā́devaṃ dvayúmáṃho yuyodʰi naḥ || 6||



6. O schaffe ganz von uns hinweg
    Gespenster, jeden fressenden,
    Entfern den falschen Götterhasser und die Noth.






Sūkta 9.105 

táṃ vaḥ sakʰāyo mádāya punānámabʰí gāyata |
śíśuṃ ná yajñaíḥ svadayanta gūrtíbʰiḥ || 1||



1. Besingt, o Freunde, diesen hier,
    den ihr zum Rausch geläutert habt;
    Sie säugen ihn mit Lob und Opfer wie ein Kind.



sáṃ vatsá iva mātŕ̥bʰiríndurhinvānó ajyate |
devāvī́rmádo matíbʰiḥ páriṣkr̥taḥ || 2||



2. Wie mit der Mütterschar das Kalb
    wird Indu fortgeführt, entsandt;
    Der Rauschtrank mit Gebet geschmückt, der Götter labt.



ayáṃ dákṣāya sā́dʰano'yáṃ śárdʰāya vītáye |
ayáṃ devébʰyo mádʰumattamaḥ sutáḥ || 3||



3. Er der zur Kraft Gedeihen gibt,
    er ist der Marutschar zum Mahl,
    Und er den Göttern als der süsseste gepresst.



gómanna indo áśvavatsutáḥ sudakṣa dʰanva |
śúciṃ te várṇamádʰi góṣu dīdʰaram || 4||



4. O starker Indu, ströme uns,
    gepresster! Rinder, Rosse zu,
    Mit Milch hab' deine lichte Farbe ich versehn.



sá no harīṇāṃ pata índo devápsarastamaḥ |
sákʰeva sákʰye náryo rucé bʰava || 5||



5. O Indu, unsrer Rosse Herr,
    du bist der götternährendste,
    Sei kräftig uns zum Glanze wie der Freund dem Freund.



sánemi tvámasmádā́m̐ ádevaṃ káṃ cidatríṇam |
sāhvā́m̐ indo pári bā́dʰo ápa dvayúm || 6||



6. O jage ganz von uns hinweg
    den Frevler, jeden fressenden,
    O Indu, rings bewältigend den falschen Mann.






Sūkta 9.106 

índramácʰa sutā́ imé vŕ̥ṣaṇaṃ yantu hárayaḥ |
śruṣṭī́ jātā́sa índavaḥ svarvídaḥ || 1||



1. Zum Stiere Indra mögen hier
    die goldigen, gepressten gehn,
    Die Indutränke, Glanz gewinnend, rasch erzeugt.



ayáṃ bʰárāya sānasíríndrāya pavate sutáḥ |
sómo jaítrasya cetati yátʰā vidé || 2||



2. Dem Indra rieselt zum Genuss
    der segensreiche Trank herbei,
    Und Soma hat des Siegers Acht nach seiner Art.



asyédíndro mádeṣvā́ grābʰáṃ gr̥bʰṇīta sānasím |
vájraṃ ca vŕ̥ṣaṇaṃ bʰaratsámapsujít || 3||



3. Es thue nun von ihm berauscht,
    Indra den segensreichen Griff,
    Und trage, siegreich im Gewölk, den starken Blitz.



prá dʰanvā soma jā́gr̥viríndrāyendo pári srava |
dyumántaṃ śúṣmamā́ bʰarā svarvídam || 4||



4. O Soma laufe munter vor,
    zum Indra, Indu, ströme durch;
    Bring hohe Stärke uns herbei, die Glanz verschafft.



índrāya vŕ̥ṣaṇaṃ mádaṃ pávasva viśvádarśataḥ |
sahásrayāmā patʰikŕ̥dvicakṣaṇáḥ || 5||



5. Dem Indra riesle starken Rausch
    herbei, du allbewunderter,
    Auf tausend Wegen Bahnen schaffend, Weiser, dir.



asmábʰyaṃ gātuvíttamo devébʰyo mádʰumattamaḥ |
sahásraṃ yāhi patʰíbʰiḥ kánikradat || 6||



6. Der du uns freiste Bahn verschaffst,
    und schönsten Meth der Götterschar,
    Auf tausend Pfaden eile wiehernd du herbei.



pávasva devávītaya índo dʰā́rābʰirójasā |
ā́ kaláśaṃ mádʰumānsoma naḥ sadaḥ || 7||



7. O Indu, riesle hell mit Kraft
    in Strömen hin zum Göttermahl,
    In unsern Becher, Soma, setz dich honigsüss.



táva drapsā́ udaprúta índraṃ mádāya vāvr̥dʰuḥ |
tvā́ṃ devā́so amŕ̥tāya káṃ papuḥ || 8||



8. Die Tropfen dein, von Flut umspült,
    den Indra stärken sie zum Rausch;
    Zur ew'gen Dauer haben Götter dich geschlürft.



ā́ naḥ sutāsa indavaḥ punānā́ dʰāvatā rayím |
vr̥ṣṭídyāvo rītyāpaḥ svarvídaḥ || 9||



9. O strömt, gepresste Tropfen ihr,
    uns Reichthum zu, ihr flammenden,
    Lasst Himmel regnen, Wasser strömen, Glanz erstehn.



sómaḥ punāná ūrmíṇā́vyo vā́raṃ ví dʰāvati |
ágre vācáḥ pávamānaḥ kánikradat || 10||



10. Hell rieselnd strömt der Somatrank
    in Wellen durch des Widders Haar,
    Voran dem Liede wiehert er, der flammende.



dʰībʰírhinvanti vājínaṃ váne krī́ḷantamátyavim |
abʰí tripr̥ṣṭʰáṃ matáyaḥ sámasvaran || 11||



11. Mit Andacht spornen sie das Ross,
    das durch das Sieb zur Kufe springt;
    Der dreifach trägt, ihm rauschten jetzt Gebete zu.



ásarji kaláśām̐ abʰí mīḷhé sáptirná vājayúḥ |
punānó vā́caṃ janáyannasiṣyadat || 12||



12. Entsandt ist zu den Bechern er,
    ein Ross, das Preis im Kampf erstrebt,
    Und Sang erzeugend strömte jetzt er rieselnd hin.



pávate haryató háriráti hvárāṃsi ráṃhyā |
abʰyárṣanstotŕ̥bʰyo vīrávadyáśaḥ || 13||



13. Der holde, goldne rieselt hell
    in Eile durch das wollne Netz,
    Hin zu den Sängern strömt er heldenreichen Glanz.



ayā́ pavasva devayúrmádʰordʰā́rā asr̥kṣata |
rébʰanpavítraṃ páryeṣi viśvátaḥ || 14||



14. So riesle denn den Göttern zu,
    ergossen ist des Methes Strom,
    Von allen Seiten gehst du singend durch das Somasieb.






Sūkta 9.107 

párītó ṣiñcatā sutáṃ sómo yá uttamáṃ havíḥ |
dadʰanvā́m̐ yó náryo apsvàntárā́ suṣā́va sómamádribʰiḥ || 1||



1. Ergiesset den gepressten hier
    den Soma, ihn den besten Trank,
    Der zwischen Wassern heldenkühn gelaufen ist,
    mit Steinen hab' ich ihn gepresst.



nūnáṃ punānó'vibʰiḥ pári sravā́dabdʰaḥ surabʰíntaraḥ |
suté cittvāpsú madāmo ándʰasā śrīṇánto góbʰirúttaram || 2||



2. Dich klärend ströme durch des Widders Wolle nun,
    schönduftend, du untrüglicher;
    Gepresst auch laben dich mit Trank in Wassern wir,
    dich schönen mischend mit der Milch.



pári suvānáścákṣase devamā́danaḥ kráturíndurvicakṣaṇáḥ || 3||



3. 



punānáḥ soma dʰā́rayāpó vásāno arṣasi |
ā́ ratnadʰā́ yónimr̥tásya sīdasyútso deva hiraṇyáyaḥ || 4||



4. Gehüllt in Wasser fliessest du
    im Strom, o Soma, flammender,
    Und setzest spendend in den Schooss des Opfers dich,
    o Gott, als goldne Quelle du.



duhāná ū́dʰardivyáṃ mádʰu priyáṃ pratnáṃ sadʰástʰamā́sadat |
āpŕ̥cʰyaṃ dʰarúṇaṃ vājyàrṣati nŕ̥bʰirdʰūtó vicakṣaṇáḥ || 5||



5. Ausmelkend aus des Himmels Euter lieben Meth,
    hast du dich auf den Sitz gesetzt;
    Der schnelle strömet dem ersehnten Fasse zu,
    bewegt von Männern, weiten Blicks.



punānáḥ soma jā́gr̥virávyo vā́re pári priyáḥ |
tváṃ vípro abʰavó'ṅgirastamo mádʰvā yajñáṃ mimikṣa naḥ || 6||



6. Du, lieber Soma, rieselst hell,
    du muntrer, durch das Widderhaar,
    Du bist ein Sänger, du der beste Angiras,
    begiess das Opfer uns mit Meth.



sómo mīḍʰvā́npavate gātuvíttama ŕ̥ṣirvípro vicakṣaṇáḥ |
tváṃ kavírabʰavo devavī́tama ā́ sū́ryaṃ rohayo diví || 7||



7. Der Soma rieselt huldvoll, schaffend freiste Bahn,
    der weise Sänger weiten Blicks,
    Du bist ein Seher, du der Götter-labendste,
    die Sonn' erhobst am Himmel du.



sóma u ṣuvāṇáḥ sotŕ̥bʰirádʰi ṣṇúbʰirávīnām |
áśvayeva harítā yāti dʰā́rayā mandráyā yāti dʰā́rayā || 8||



8. Soma, gepresst von Pressern, eilt
    nun über wollne Wipfel hin,
    Gleich wie auf goldner Stute eilet er im Strom,
    im Strome, welcher Freude bringt.



anūpé gómāngóbʰirakṣāḥ sómo dugdʰā́bʰirakṣāḥ |
samudráṃ ná saṃváraṇānyagmanmandī́ mádāya tośate || 9||



9. Schon rann ins Becken mit der Milch der Kühe Herr,
    Soma mit der gemolkenen;
    Die Tränke, ihn umhüllend, liefen wie ins Meer,
    erfreuend trieft zum Rausche er.



ā́ soma suvānó ádribʰistiró vā́rāṇyavyáyā |
jáno ná purí camvòrviśaddʰáriḥ sádo váneṣu dadʰiṣe || 10||



10. Von Somasteinen ausgepresst
    geht Soma durch des Widders Haar,
    Der goldne ins Gefäss wie in die Burg der Held;
    in Kufen nahmst du deinen Sitz.



sá māmr̥je tiró áṇvāni meṣyò mīḷhé sáptirná vājayúḥ |
anumā́dyaḥ pávamāno manīṣíbʰiḥ sómo víprebʰirŕ̥kvabʰiḥ || 11||



11. Er dringt gereinigt durch der Wolle Rinnen hin,
    ein Ross, das Preis im Kampf erstrebt;
    Der Soma, der von Sängern hoch zu rühmen ist,
    von jubelnden der flammende.



prá soma devávītaye síndʰurná pipye árṇasā |
aṃśóḥ páyasā madiró ná jā́gr̥virácʰā kóśaṃ madʰuścútam || 12||



12. Gleich wie das Meer von Wogenflut
    schwoll Soma an zum Göttermahl,
    Wie mit des Krautes Milch berauschend munter eilt
    zum Fass er, das von Honig trieft.



ā́ haryató árjune átke avyata priyáḥ sūnúrná márjyaḥ |
támīṃ hinvantyapáso yátʰā rátʰaṃ nadī́ṣvā́ gábʰastyoḥ || 13||



13. Der holde hat mit weissem Kleide sich umhüllt,
    zu schmücken wie ein lieber Sohn;
    Wie einen Wagen treiben ihn die eifrigen
    mit beiden Armen in die Flut.



abʰí sómāsa āyávaḥ pávante mádyaṃ mádam |
samudrásyā́dʰi viṣṭápi manīṣíṇo matsarā́saḥ svarvídaḥ || 14||



14. Die Soma's rieseln hell herbei
    den Wonnetrank, die emsigen,
    Hin auf des Meeres Fläche die berauschenden,
    die weisen, Glanz verschaffenden.



táratsamudráṃ pávamāna ūrmíṇā rā́jā devá r̥táṃ br̥hát |
árṣanmitrásya váruṇasya dʰármaṇā prá hinvāná r̥táṃ br̥hát || 15||



15. Das Meer durchschreite rieselnd mit der Welle er,
    er, König, Gott und hehres Recht,
    Hinströmend nach des Mitra-Varuna Gesetz,
    beschleunigt er das hehre Recht.



nŕ̥bʰiryemānó haryató vicakṣaṇó rā́jā deváḥ samudríyaḥ || 16||



16. 



índrāya pavate mádaḥ sómo marútvate sutáḥ |
sahásradʰāro átyávyamarṣati támī mr̥jantyāyávaḥ || 17||



17. Dem Indra mit den Maruts strömt
    gepresst der helle Somatrank;
    In tausend Strömen rinnt er durch die Wolle hin,
    ihn reinigen die emsigen.



punānáścamū́ janáyanmatíṃ kavíḥ sómo devéṣu raṇyati |
apó vásānaḥ pári góbʰirúttaraḥ sī́danváneṣvavyata || 18||



18. In Schalen rieselnd, Soma, Lied-erzeugend freut
    der weise bei den Göttern sich;
    In Flut gekleidet hat er sich mit Milch umhüllt,
    der mächt'ge, setzend sich ins Holz.



távāháṃ soma rāraṇa sakʰyá indo divédive |
purū́ṇi babʰro ní caranti mā́máva paridʰī́m̐ráti tā́m̐ ihi || 19||



19. Ich freue, Soma, Tag für Tag,
    o Indu, deiner Freundschaft mich;
    O flammendrother, vieles dringet auf mich ein,
    durchschreite alle Hemmungen.



utā́háṃ náktamutá soma te dívā sakʰyā́ya babʰra ū́dʰani |
gʰr̥ṇā́ tápantamáti sū́ryaṃ paráḥ śakunā́ iva paptima || 20||



20. An deinem Euter, Soma, saug' ich Tag und Nacht,
    zur Freundschaft, flammendrother du,
    Wie Vögel fliegen über Sonnenglut wir fort,
    wenn sie uns sengt mit ihrem Strahl.



mr̥jyámānaḥ suhastya samudré vā́caminvasi |
rayíṃ piśáṅgaṃ bahuláṃ puruspŕ̥haṃ pávamānābʰyàrṣasi || 21||



21. Gereinigt sendest du zum Meer
    die Stimme, du an Händen schön,
    Du strömest grossen vielbegehrten Reichthum her,
    goldfarbenen, o flammender.



mr̥jānó vā́re pávamāno avyáye vŕ̥ṣā́va cakrado váne |
devā́nāṃ soma pavamāna niṣkr̥táṃ góbʰirañjānó arṣasi || 22||



22. Gereinigt, flammend strömend durch des Widders Haar
    brüllt laut der Stier der Kufe zu,
    Du strömst, o Soma, flammender, mit Milch gesalbt
    zum Ort, wo du die Götter triffst.



pávasva vā́jasātaye'bʰí víśvāni kā́vyā |
tváṃ samudráṃ pratʰamó ví dʰārayo devébʰyaḥ soma matsaráḥ || 23||



23. Zur Krafterlangung riesle du
    uns alle Sehergaben zu;
    Du Soma hast zuerst das Meer bereit gemacht
    den Göttern, du berauschender.



sá tū́ pavasva pári pā́rtʰivaṃ rájo divyā́ ca soma dʰármabʰiḥ |
tvā́ṃ víprāso matíbʰirvicakṣaṇa śubʰráṃ hinvanti dʰītíbʰiḥ || 24||



24. Umriesle hell, o Soma du, nach deinem Brauch
    der Erde und des Himmels Raum,
    Dich, weiser, treiben Sänger durch Gebete an,
    durch Lieder dich, den glänzenden.



pávamānā asr̥kṣata pavítramáti dʰā́rayā |
marútvanto matsarā́ indriyā́ háyā medʰā́mabʰí práyāṃsi ca || 25||



25. Ergossen sind die flammenden
    im Strome durch das Somasieb,
    Die lust'gen Rosse Indra's und der Marutschar
    zum Opfer und zum Labetrunk.



apó vásānaḥ pári kóśamarṣatī́ndurhiyānáḥ sotŕ̥bʰiḥ |
janáyañjyótirmandánā avīvaśadgā́ḥ kr̥ṇvānó ná nirṇíjam || 26||



26. In Flut gekleidet strömt er zu dem Fass hindurch
    von Pressern Indu ausgesandt,
    Licht zeugend schreit die Küh' er an, die ihn erfreun,
    die Milch anlegend wie ein Kleid.






Sūkta 9.108 

pávasva mádʰumattama índrāya soma kratuvíttamo mádaḥ |
máhi dyukṣátamo mádaḥ || 1||



1. Dem Indra ström, o Soma, hell,
    als süssestes, als kraftverleihendstes Getränk,
    erhaben himmlisches Getränk.



yásya te pītvā́ vr̥ṣabʰó vr̥ṣāyáte'syá pītā́ svarvídaḥ |
sá supráketo abʰyàkramīdíṣó'cʰā vā́jaṃ naítaśaḥ || 2||



2. Nach dessen Trunk der Stier sich als ein Stier erweist,
    zu dieses Segenspenders Trunk
    Hat sich den Tränken nun genaht der herrliche,
    wie zu dem Preis das schnelle Ross.



tváṃ hyàṅgá daívyā pávamāna jánimāni dyumáttamaḥ |
amr̥tatvā́ya gʰoṣáyaḥ || 3||



3. Denn du fürwahr, o glänzendster,
    du hast der Götter Stämme all, o flammender,
    Berufen zur Unsterblichkeit.



yénā návagvo dadʰyáṅṅaporṇuté yéna víprāsa āpiré |
devā́nāṃ sumné amŕ̥tasya cā́ruṇo yéna śrávāṃsyānaśúḥ || 4||



4. Durch dich erschliesst der Neuner Dadhiank die Flut,
    durch dich gedieh der Sänger Schar;
    Durch dich erlangten sie des schönen Göttertranks
    Beglückung in der Götter Huld.



eṣá syá dʰā́rayā sutó'vyo vā́rebʰiḥ pavate madíntamaḥ |
krī́ḷannūrmírapā́miva || 5||



5. Ja, dieser Soma rieselt hell
    durch Widders Haar im Strome der berauschendste,
    Der wie der Wasser Welle hüpft.



yá usríyā ápyā antáráśmano nírgā́ ákr̥ntadójasā |
abʰí vrajáṃ tatniṣe gávyamáśvyaṃ varmī́va dʰr̥ṣṇavā́ ruja || 6||



6. Der aus dem Fels des Wassers rothe Kühe du
    mit Kraft hervorgespalten hast,
    Du dehntest weit den Stall der Ross' und Rinder aus
    schaff her sie, kühner, wie ein Held.



ā́ sotā pári ṣiñcatā́śvaṃ ná stómamaptúraṃ rajastúram |
vanakrakṣámudaprútam || 7||



7. Presst aus, ergiesst den emsigen,
    den Soma, der gleich einem Ross die Luft durchdringt,
    In Fluten braust, im Wasser schwebt,



sahásradʰāraṃ vr̥ṣabʰáṃ payovŕ̥dʰaṃ priyáṃ devā́ya jánmane |
r̥téna yá r̥tájāto vivāvr̥dʰé rā́jā devá r̥táṃ br̥hát || 8||



8. Den tausendström'gen Stier, der sich an Milch erfreut,
    der lieb dem Stamm der Götter ist,
    Ihn, der erzeugt ist und gestärkt durch heil'ges Werk,
    Gott, König, hohes heil'ges Recht.



abʰí dyumnáṃ br̥hádyáśa íṣaspate didīhí deva devayúḥ |
ví kóśaṃ madʰyamáṃ yuva || 9||



9. O Herr des Trankes, strahle her,
    die Götter liebend, Gut und grossen Glanz, o Gott,
    Den mittlern Schlauch eröffne uns.



ā́ vacyasva sudakṣa camvòḥ sutó viśā́ṃ váhnirná viśpátiḥ |
vr̥ṣṭíṃ diváḥ pavasva rītímapā́ṃ jínvā gáviṣṭaye dʰíyaḥ || 10||



10. Vom Bretterpaar gepresst, o starker, quill hervor,
    der Stämme Herr, wie auf der Fahrt,
    Lass strömen Himmels Regen und der Wasser Guss,
    erfüll den Wunsch des heischenden.



etámu tyáṃ madacyútaṃ sahásradʰāraṃ vr̥ṣabʰáṃ dívo duhuḥ |
víśvā vásūni bíbʰratam || 11||



11. Sie molken diesen Himmelsstier,
    der Rausch erregt und der in tausend Strömen fliesst,
    Den alle Güter tragenden.



vŕ̥ṣā ví jajñe janáyannámartyaḥ pratápañjyótiṣā támaḥ |
sá súṣṭutaḥ kavíbʰirnirṇíjaṃ dadʰe tridʰā́tvasya dáṃsasā || 12||



12. Er ist erzeugt, der zeugende, unsterbliche,
    der Finsterniss durch Licht erhellt,
    Gepriesen von den Sängern legt er Schmuck sich an
    dreimal nach seiner Wunderkraft.



sá sunve yó vásūnāṃ yó rāyā́mānetā́ yá íḷānām |
sómo yáḥ sukṣitīnā́m || 13||



13. Gepresst ist er der Güter bringt,
    der reichen Schatz und Labetränke zu uns führt,
    Und sichern Sitz, der Somasaft,



yásya na índraḥ píbādyásya marúto yásya vāryamáṇā bʰágaḥ |
ā́ yéna mitrā́váruṇā kárāmaha éndramávase mahé || 14||



14. Den unser Indra trinken soll, die Marutschar
    und Bhaga, nebst dem Arjaman,
    Durch den wir Mitra, Varuna und Indra uns
    zu grosser Hülfe schaffen her.



índrāya soma pā́tave nŕ̥bʰiryatáḥ svāyudʰó madíntamaḥ |
pávasva mádʰumattamaḥ || 15||



15. Dem Indra riesle du zum Trunk,
    gelenkt von Männern, schönbewehrt, du süssester,
    O Sorna, du berauschendster!



índrasya hā́rdi somadʰā́namā́ viśa samudrámiva síndʰavaḥ |
júṣṭo mitrā́ya váruṇāya vāyáve divó viṣṭambʰá uttamáḥ || 16||



16. In Indra's Leib, der Soma aufnimmt, gehe ein,
    so wie die Ströme in das Meer,
    Erwünscht dem Vaju, Mitra und dem Varuna,
    des Himmels höchster Pfeiler du.






Sūkta 9.109 

pári prá dʰanvéndrāya soma svādúrmitrā́ya pūṣṇé bʰágāya || 1||



1. Ringsum entströme – dem Indra, Soma,
    dem Mitra lieblich – dem Puschan, Bhaga.



índraste soma sutásya peyāḥ krátve dákṣāya víśve ca devā́ḥ || 2||



2. Von deinem Safte – mög' Indra trinken,
    zu Kraft und Stärke – und alle Götter.



evā́mŕ̥tāya mahé kṣáyāya sá śukró arṣa divyáḥ pīyū́ṣaḥ || 3||



3. So ström', o heller – zu hoher Herrschaft,
    ihm, der unsterblich, – du Milch des Himmels.



pávasva soma mahā́nsamudráḥ pitā́ devā́nāṃ víśvābʰí dʰā́ma || 4||



4. Hell riesle Soma, – ein grosses Meer du,
    der Götter Vater – zu allen Stätten.



śukráḥ pavasva devébʰyaḥ soma divé pr̥tʰivyaí śáṃ ca prajā́yai || 5||



5. Du lichter, riesle – den Göttern, Soma! –
    der Erd', dem Himmel, – den Wesen Heil zu.



divó dʰartā́si śukráḥ pīyū́ṣaḥ satyé vídʰarmanvājī́ pavasva || 6||



6. Des Himmels Träger – und helle Biestmilch,
    im wahren Lichtraum – du schneller riesle.



pávasva soma dyumnī́ sudʰāró mahā́mávīnāmánu pūrvyáḥ || 7||



7. O Soma riesle – an Glanz und Flut reich,
    ans grosse Wollnetz – im Lauf dich schmiegend,



nŕ̥bʰiryemānó jajñānáḥ pūtáḥ kṣáradvíśvāni mandráḥ svarvít || 8||



8. Gelenkt von Männern – in Glanz geboren,
    du alles schenkend, – erfreuend, glanzreich,



índuḥ punānáḥ prajā́murāṇáḥ káradvíśvāni dráviṇāni naḥ || 9||



9. Der Indu flammend – die Seinen liebend,
    verschaff uns alle – erwünschten Schätze.



pávasva soma krátve dákṣāyā́śvo ná niktó vājī́ dʰánāya || 10||



10. Hell riesle, Soma, – zu Kraft und Stärke,
    wie's Ross zum Kampfpreis – das schnelle, schmucke.



táṃ te sotā́ro rásaṃ mádāya punánti sómaṃ mahé dyumnā́ya || 11||



11. Dir klären Presser – den Saft zum Rausche,
    den hellen Soma – zu grossem Reichthum.



śíśuṃ jajñānáṃ háriṃ mr̥janti pavítre sómaṃ devébʰya índum || 12||



12. Den neugebornen, – den goldnen, klären
    im Sieb sie, Soma, – den Trank den Göttern.



índuḥ paviṣṭa cā́rurmádāyāpā́mupástʰe kavírbʰágāya || 13||



13. Schon strömte Indu – zum Rausch der schöne,
    im Schooss der Wasser – zum Heil der weise.



bíbʰarti cā́rvíndrasya nā́ma yéna víśvāni vr̥trā́ jagʰā́na || 14||



14. Er trägt des Indra – geliebtes Wesen,
    durch das er alle – Verhassten todtschlug.



píbantyasya víśve devā́so góbʰiḥ śrītásya nŕ̥bʰiḥ sutásya || 15||



15. Von ihm geniessen – die Götter alle,
    dem milchgemischten, – vom Volk gepressten.



prá suvānó akṣāḥ sahásradʰārastiráḥ pavítraṃ ví vā́ramávyam || 16||



16. Gepresst nun rann er – in tausend Strömen
    quer durch die Seihe, – durch Widderwolle.



sá vājyàkṣāḥ sahásraretā adbʰírmr̥jānó góbʰiḥ śrīṇānáḥ || 17||



17. Und schnell nun rann er – mit tausend Samen,
    geklärt vom Wasser, – gemischt mit Milchtrank.



prá soma yāhī́ndrasya kukṣā́ nŕ̥bʰiryemānó ádribʰiḥ sutáḥ || 18||



18. Vor schreite, Indu, – in Indra's Bauch nun,
    gelenkt von Männern, – gepresst von Steinen.



ásarji vājī́ tiráḥ pavítramíndrāya sómaḥ sahásradʰāraḥ || 19||



19. Ergossen ist nun – durchs Sieb der schnelle,
    dem Indra Soma – in tausend Strömen.



añjántyenaṃ mádʰvo rásenéndrāya vŕ̥ṣṇa índuṃ mádāya || 20||



20. Sie salben diesen – mit süssem Safte,
    dem Stiere Indra – zum Rausch den Indu.



devébʰyastvā vŕ̥tʰā pā́jase'pó vásānaṃ háriṃ mr̥janti || 21||



21. Den Göttern striegeln – sie dich, das Goldross,
    mit Lust zum Glanze – den Flut-umhüllten.



índuríndrāya tośate ní tośate śrīṇánnugró riṇánnapáḥ || 22||



22. 






Sūkta 9.110 

páryū ṣú prá dʰanva vā́jasātaye pári vr̥trā́ṇi sakṣáṇiḥ |
dviṣástarádʰyā r̥ṇayā́ na īyase || 1||



1. Rings um nun ströme schnell hervor zum Opferfest
    besiegend alle Hasser rings,
    Den Feind zu schlagen eilst als Schuldbestrafer du.



ánu hí tvā sutáṃ soma mádāmasi mahé samaryarā́jye |
vā́jām̐ abʰí pavamāna prá gāhase || 2||



2. Denn dir gepresstem jauchzen wir, o Soma, zu
    im grossen festlichen Bereich,
    Du tauchst hell rieselnd in die Opfertränke dich.



ájījano hí pavamāna sū́ryaṃ vidʰā́re śákmanā páyaḥ |
gójīrayā ráṃhamāṇaḥ púraṃdʰyā || 3||



3. Du hast die Sonne jetzt erzeugt, o flammender,
    mit Kraft die Flut im Himmelsraum,
    Hineilend mit dem reichen Strom, der Milch erstrebt.



ájījano amr̥ta mártyeṣvā́m̐ r̥tásya dʰármannamŕ̥tasya cā́ruṇaḥ |
sádāsaro vā́jamácʰā sániṣyadat || 4||



4. Du hast gezeugt, Unsterblicher, bei Sterblichen
    im Brauch des Opfers den beliebten Göttertrank
    Hast eilend stets uns Labetrunk herbeigeströmt.



abʰyàbʰi hí śrávasā tatárditʰótsaṃ ná káṃ cijjanapā́namákṣitam |
śáryābʰirná bʰáramāṇo gábʰastyoḥ || 5||



5. Denn fort und fort hast ruhmvoll du eröffnet uns
    jedweden Mensch-getrunknen, unversiegten Quell,
    In beiden Armen tragend wie mit Fingern ihn.



ā́dīṃ ké citpáśyamānāsa ā́pyaṃ vasurúco divyā́ abʰyànūṣata |
vā́raṃ ná deváḥ savitā́ vyūrṇute || 6||



6. Jetzt haben alle himmlischen, erstrahlenden
    ihm zugejauchzt erblickend den Befreundeten,
    Reichthum erschliesst er gleich dem Gotte Savitar.



tvé soma pratʰamā́ vr̥ktábarhiṣo mahé vā́jāya śrávase dʰíyaṃ dadʰuḥ |
sá tváṃ no vīra vīryā̀ya codaya || 7||



7. Auf dich, o Soma, richteten zu grosser Kraft
    und Ruhm die ersten Streubereiter ihren Sinn;
    Drum schärfe du, o Held, uns zu der Helden Kraft.



diváḥ pīyū́ṣaṃ pūrvyáṃ yáduktʰyàṃ mahó gāhā́ddivá ā́ níradʰukṣata |
índramabʰí jā́yamānaṃ sámasvaran || 8||



8. Die alte Milch des Himmels, welche Preis verdient,
    die molken jetzt sie aus des hohen Himmels Schooss,
    Zu Indra liessen rauschen den erzeugten sie.



ádʰa yádimé pavamāna ródasī imā́ ca víśvā bʰúvanābʰí majmánā |
yūtʰé ná niṣṭʰā́ vr̥ṣabʰó ví tiṣṭʰase || 9||



9. Wenn flammend du zu diesen beiden Welten dringst,
    zu allen diesen Wesen nun mit deiner Kraft,
    Wie in die Heerd' ein starker Bull, dann dringst du ein.



sómaḥ punānó avyáye vā́re śíśurná krī́ḷanpávamāno akṣāḥ |
sahásradʰāraḥ śatávāja índuḥ || 10||



10. Sich klärend rann hell rieselnd Soma, hüpfend
    jetzt wie ein Füllen durch des Widders Wolle,
    In tausend Strömen, hundert Tränken, Indu.



eṣá punānó mádʰumām̐ r̥tā́véndrāyénduḥ pavate svādúrūrmíḥ |
vājasánirvarivovídvayodʰā́ḥ || 11||



11. Sich klärend rieselt hell der honigreiche
    dem Indra zu die süsse heil'ge Welle,
    Verleihend Labung, Jugendkraft und Freiheit.



sá pavasva sáhamānaḥ pr̥tanyū́nsédʰanrákṣāṃsyápa durgáhāṇi |
svāyudʰáḥ sāsahvā́nsoma śátrūn || 12||



12. So riesle hell, der Feinde Schar besiegend,
    Gespenster tilgend und Gefahren scheuchend,
    Die Gegner schlagend schönbewehrt, o Soma.






Sūkta 9.111 

ayā́ rucā́ háriṇyā punānó víśvā dvéṣāṃsi tarati svayúgvabʰiḥ sū́ro ná svayúgvabʰiḥ |
dʰā́rā sutásya rocate punānó aruṣó háriḥ |
víśvā yádrūpā́ pariyā́tyŕ̥kvabʰiḥ saptā́syebʰirŕ̥kvabʰiḥ || 1||



1. Mit diesem goldnen hellen Glanz erstrahlend nun
    besiegt mit seinen Freunden alle Feinde er,
    mit seinen Freunden sonnengleich;
    Des Saftes Strom erglänzet hell,
    geklärt der rothe, goldene,
    Wenn alle Formen er durchläuft mit jubelnden,
    mit siebenmünd'gen jubelnden.



tváṃ tyátpaṇīnā́ṃ vido vásu sáṃ mātŕ̥bʰirmarjayasi svá ā́ dáma r̥tásya dʰītíbʰirdáme |
parāváto ná sā́ma tádyátrā ráṇanti dʰītáyaḥ |
tridʰā́tubʰiráruṣībʰirváyo dadʰe rócamāno váyo dadʰe || 2||



2. Du fandest jenen reichen Schatz der Diebe auf,
    verherrlichst mit den Müttern ihn im eignen Haus
    durch Opfers Andacht in dem Haus;
    Wie aus der Ferne tönt der Sang,
    an dem die Frommen sich erfreun,
    Durch dreigetheilte lichte Tränke nimmt er Kraft,
    der glänzende nimmt Kraft sich an.



pū́rvāmánu pradíśaṃ yāti cékitatsáṃ raśmíbʰiryatate darśató rátʰo daívyo darśató rátʰaḥ |
ágmannuktʰā́ni paúṃsyéndraṃ jaítrāya harṣayan |
vájraśca yádbʰávatʰo ánapacyutā samátsvánapacyutā || 3||



3. Nach alter Weisung fährt er hellerglänzend jetzt,
    mit lichten Strahlen eint der schöne Wagen sich,
    der schöne Götterwagen sich;
    Genaht sind Sprüche voller Kraft,
    zum Sieg begeistern Indra sie;
    Denn unbesiegt seid beide ihr, du und dein Blitz,
    in Schlachten seid ihr unbesiegt.






Sūkta 9.112 

nānānáṃ vā́ u no dʰíyo ví vratā́ni jánānām |
tákṣā riṣṭáṃ rutáṃ bʰiṣágbrahmā́ sunvántamicʰatī́ndrāyendo pári srava || 1||



1. Gar ungleich ist der Menschen Sinn,
    und ungleich unser Tagewerk,
    Der Priester wünscht das Opferwerk,
    den Bruch der Wagner, Leid der Arzt.



járatībʰiróṣadʰībʰiḥ parṇébʰiḥ śakunā́nām |
kārmāró áśmabʰirdyúbʰirhíraṇyavantamicʰatī́ndrāyendo pári srava || 2||



2. Der Schmied mit wohlgedörrtem Holz
    mit Amboss und mit Feuersglut,
    Anfachend mit dem Flederwisch,
    wünscht einen reichen Kunden sich.



kārúraháṃ tató bʰiṣágupalaprakṣíṇī nanā́ |
nā́nādʰiyo vasūyávó'nu gā́ iva tastʰiméndrāyendo pári srava || 3||



3. Ich bin Poet, Papa ist Arzt,
    und Müllerin ist die Mama,
    Ungleich beschäftigt jagen wir
    den Gütern wie den Heerden nach.



áśvo vóḷhā sukʰáṃ rátʰaṃ hasanā́mupamantríṇaḥ |
śépo rómaṇvantau bʰedaú vā́rínmaṇḍū́ka icʰatī́ndrāyendo pári srava || 4||



4. 






Sūkta 9.113 

śaryaṇā́vati sómamíndraḥ pibatu vr̥trahā́ |
bálaṃ dádʰāna ātmáni kariṣyánvīryàṃ mahádíndrāyendo pári srava || 1||



1. Es trinke Soma aus dem Fass
    der Feindetödter Indra jetzt,
    Sich schaffend Kraft zum grossen Werk,
    das er nun auszuführen strebt;
    dem Indra ström', o Indu, zu.



ā́ pavasva diśāṃ pata ārjīkā́tsoma mīḍʰvaḥ |
r̥tavākéna satyéna śraddʰáyā tápasā sutá índrāyendo pári srava || 2||



2. Hell riesle her, du Länderfürst,
    o Soma, huldreich aus dem Fass,
    Mit wahrem, frommem Spruch gepresst
    mit Glauben und mit ernstem Sinn;
    dem Indra ström', o Indu, zu.



parjányavr̥ddʰaṃ mahiṣáṃ táṃ sū́ryasya duhitā́bʰarat |
táṃ gandʰarvā́ḥ prátyagr̥bʰṇantáṃ sóme rásamā́dadʰuríndrāyendo pári srava || 3||



3. Den Büffel, den die Wolke nährt,
    ihn trug der Sonne Tochter her,
    Gandharven haben ihn erfasst,
    zum Soma fügten sie den Saft;
    dem Indra ström', o Indu, zu.



r̥táṃ vádannr̥tadyumna satyáṃ vádansatyakarman |
śraddʰā́ṃ vádansoma rājandʰātrā́ soma páriṣkr̥ta índrāyendo pári srava || 4||



4. Recht sprechend, du des Rechtes Freund,
    und Wahrheit du, der Wahrheit übt,
    Und Glauben, König Soma du,
    so bist vom Schöpfer du begabt;
    dem Indra ström', o Indu, zu.



satyámugrasya br̥hatáḥ sáṃ sravanti saṃsravā́ḥ |
sáṃ yanti rasíno rásāḥ punānó bráhmaṇā hara índrāyendo pári srava || 5||



5. Zusammen strömt der Ströme Flut
    des hohen, wahrhaft kräftigen,
    Des saft'gen Säfte dringen ein,
    du goldner, durch Gebet geklärt;
    dem Indra ström', o Indu, zu.



yátra brahmā́ pavamāna cʰandasyā̀ṃ vācaṃ vádan |
grā́vṇā sóme mahīyáte sómenānandáṃ janáyanníndrāyendo pári srava || 6||



6. Wo, rieselnder! der Beter dir
    die schöngemessnen Worte spricht,
    Beim Soma mit dem Stein sich regt,
    durch Soma zeugend hohe Lust,
    da ström' dem Indra, Indu, zu.



yátra jyótirájasraṃ yásmim̐ loké svarhitám |
tásminmā́ṃ dʰehi pavamānāmŕ̥te loké ákṣita índrāyendo pári srava || 7||



7. Wo unauslöschlich Licht erglänzt,
    wo Himmelsglanz entzündet ist,
    An den Ort bring mich, flammender,
    der ewig, unvergänglich ist.



yátra rā́jā vaivasvató yátrāvaródʰanaṃ diváḥ |
yátrāmū́ryahvátīrā́pastátra mā́mamŕ̥taṃ kr̥dʰī́ndrāyendo pári srava || 8||



8. Wo König ist Vivasvats Sohn,
    und wo des Himmels Heiligthum,
    Wo ewig strömt des Wassers Born,
    da mache du unsterblich mich.



yátrānukāmáṃ cáraṇaṃ trināké tridivé diváḥ |
lokā́ yátra jyótiṣmantastátra mā́mamŕ̥taṃ kr̥dʰī́ndrāyendo pári srava || 9||



9. Wo man durch Wunsches Kraft sich regt
    am dritten höchsten Himmelsdom,
    Wo glanzbegabt die Räume sind,
    da mache du unsterblich mich.



yátra kā́mā nikāmā́śca yátra bradʰnásya viṣṭápam |
svadʰā́ ca yátra tŕ̥ptiśca tátra mā́mamŕ̥taṃ kr̥dʰī́ndrāyendo pári srava || 10||



10. Wo Wunsch zugleich Erfüllung ist,
    und höchster Ort dem Flammenross,
    Wo Sehnsucht und Befriedigung,
    Da mache du unsterblich mich.



yátrānandā́śca módāśca múdaḥ pramúda ā́sate |
kā́masya yátrāptā́ḥ kā́māstátra mā́mamŕ̥taṃ kr̥dʰī́ndrāyendo pári srava || 11||



11. Wo Freude, Lust und Wonne thront,
    wo Fröhlichkeit und Seligkeit,
    Wo sich der Lust Verlangen stillt,
    da mache du unsterblich mich.






Sūkta 9.114 

yá índoḥ pávamānasyā́nu dʰā́mānyákramīt |
támāhuḥ suprajā́ íti yáste somā́vidʰanmána índrāyendo pári srava || 1||



1. 



ŕ̥ṣe mantrakŕ̥tāṃ stómaiḥ káśyapodvardʰáyangíraḥ |
sómaṃ namasya rā́jānaṃ yó jajñé vīrúdʰāṃ pátiríndrāyendo pári srava || 2||



2. 



saptá díśo nā́nāsūryāḥ saptá hótāra r̥tvíjaḥ |
devā́ ādityā́ yé saptá tébʰiḥ somābʰí rakṣa na índrāyendo pári srava || 3||



3. 



yátte rājañcʰr̥táṃ havísténa somābʰí rakṣa naḥ |
arātīvā́ mā́ nastārīnmó ca naḥ kíṃ canā́mamadíndrāyendo pári srava || 4||



4.